Übung

Freiwillige Feuerwehr übt am Ratgymnasium den Ernstfall

Die Jugendlichen der Freiwilligen Feuerwehr müssen schnell sein, schließlich gilt es Menschen aus dem Haus zu retten, wie hier den am Boden liegenden Dummy.

Die Jugendlichen der Freiwilligen Feuerwehr müssen schnell sein, schließlich gilt es Menschen aus dem Haus zu retten, wie hier den am Boden liegenden Dummy.

Foto: Michael Korte

Gladbeck.   Kräfte des Löschzugs Gladbeck-Mitte und Duisburg-Hamborn haben einen Brandeinsatz simuliert. Um Menschen zu retten,nutzten sie ein Sprungpolster.

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Mit blinkendem Blaulicht stehen drei große Löschfahrzeuge vor dem Ratsgymnasium an der Mittelstraße. Doch für die Rettungskräfte ist am Einsatzort von außen kein Brand zu erkennen. Also machen sich die Frauen und Männer der Freiwilligen Feuerwehr auf den Weg ins Gymnasium. Dichter Rauch strömt ihnen entgegen.

Kaum die eigene Hand können sie vor den Augen erkennen. Jetzt müssen die Kräfte herausfinden, wo der Brandherd ist. Schnell stellen die Retter fest: Im Verwaltungsgebäude der Schule brennt es. Die Lehrer sind dort gerade in einer Konferenz.

27 Frauen und Männer sind im Einsatz

„Es muss ja immer eine imaginäre Geschichte hinter der Übung stecken“, sagt Martin Keiluweit, stellvertretender Löschzugführer bei der Freiwilligen Feuerwehr. Denn der Einsatz am Ratsgymnasium ist kein wirklicher Einsatz, sondern eine Übung. 27 Frauen und Männer des Löschzugs Mitte Gladbeck und des Löschzugs Duisburg-Hamborn der Freiwilligen Feuerwehren haben dort am Wochenende den Ernstfall geprobt.

Die Übung soll möglichst realistisch sein. Diskonebel verraucht die Gänge und Räume, eine Knatterbox simuliert mit Geräuschen und blinkenden Lichtern das Feuer. Auch eine imaginäre Leitstelle ist eingerichtet, mit der die Einsatzleiter Kontakt halten müssen. „Es ging auch darum, die Kommunikation zu üben.“

Unterschiede zur Realität gibt es natürlich auch. Die Feuerwehrfahrzeuge stehen zwar mit Blaulicht vor dem Gymnasium, bei der Anfahrt muss das Licht aber ausgeschaltet bleiben. „Bei einer Übung dürfen wir nicht mit Blaulicht fahren.“ Auch die Straße bleibt für den Verkehr geöffnet. „Im Ernstfall hätten wir die Straße gesperrt“, sagt Keiluweit.

Die Rettung eines Menschen hat oberste Priorität

Am Fenster steht plötzlich ein Mann und ruft um Hilfe. Jetzt müssen die Helfer der Freiwlligen Feuerwehr schnell sein. „Das war eine ganz andere Wendung für den Einsatz“, sagt Keiluweit. Schließlich hat die Rettung eines Menschen oberste Priorität.

Also eilen die Einsatzkräfte mit einem Sprungpolster vor das Fenster. Ein Statist lässt die Person in Form einer Puppe auf das Polster fallen. Jetzt heißt es nur noch, die übrigen drei vermissten Menschen zu finden. Einen Vermissten retten die Kräfte schließlich über eine Leiter. Ein Kind – ein ganz kleiner Dummy – hat sich in einem Schrank versteckt.

Nach knapp zwei Stunden ist die Übung beendet

Doch auch das finden die Rettungskräfte schließlich. Gemeinsam mit dem vierten vermissten Menschen können sie es nach draußen bringen. Nach knapp zwei Stunden ist die Übung am Ratsgymnasium beendet. „Die Kollegen haben sich sehr gut geschlagen“, lobt Keiluweit, der sich das Szenario mit weiteren Kameraden ausgedacht hatte.

Nach der Übung zeigen die Gladbecker Freiwilligen ihren Duisburger Kollegen das Wittringer Schloss, bevor an der Rettungs- und Feuerwache an der Wilhelmstraße gemeinsam gegrillt wird. In der Sporthalle der Wittringer Schule tragen diejenigen, die dann noch Kraft haben, ein Fußballturnier aus. „Das Fußballspiel“, sagt Keiluweit, „gehört auch zur Tradition.“

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