Raffinerie

Feuerwehr: Abfackeln beunruhigte auch viele Gladbecker

Der orangefarbene Himmel über der Raffinerie in Scholven beunruhigte Montagabend viele Bürger auch in Gladbeck. In der Kreisleitstelle der Feuerwehr gingen etliche Notrufe ein.

Der orangefarbene Himmel über der Raffinerie in Scholven beunruhigte Montagabend viele Bürger auch in Gladbeck. In der Kreisleitstelle der Feuerwehr gingen etliche Notrufe ein.

Foto: dpa

Bei der Feuerwehr im Kreis gingen Montagabend etliche Notrufe auch aus Gladbeck ein. Der Grund dafür war ein Vorfall in der Raffinerie Scholven.

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Ein glutroter Himmel über dem Ruhrgebiet hat am Montagabend Bürger auch in Gladbeck in Sorge versetzt. Der Ausfall einer Produktionsanlage der Raffinerie hatte zu einer besonders starken Fackelaktivität geführt. Die Folge: Bei der Kreisleitstelle der Feuerwehr in Recklinghausen gingen etliche Anrufe von besorgten Bürgern auch aus Gladbeck ein.

130 Notrufe gingen bei der Kreisleitstelle der Feuerwehr in Recklinghausen ein

„Gut 130 Notrufe haben uns in dieser Sache erreicht, darunter auch etliche aus Gladbeck“, so Dienstgruppenleiter Uwe Remmert. Der glutrote Himmel sei diesmal in vielen Städten, nicht nur im unmittelbaren Umfeld von Gelsenkirchen, zu sehen gewesen. Das habe dazu geführt, dass einige Anrufer den Notruf gewählt hätten, weil sie irgendwo in der Nähe einen Großbrand vermuteten. „Andere wiederum wollten sich über die Ursache informieren“, so Remmert.

Im direkten Umfeld der Raffinerie, also wohl auch in einigen Stadtteilen von Gladbeck, sei zudem auch noch ein sehr lautes Geräusch zu hören gewesen. Remmert: „Natürlich kann man sagen, dass das Abfackeln in Scholven bereits seit etlichen Jahren bekannt ist. Dass es die Bürger aber dennoch beunruhigt und sie den Notruf wählen, wenn der Himmel auf einmal glutrot ist, kann man durchaus nachvollziehen.“ Zum Glück konnten aber alle Anrufer beruhigt werden, da keine Gefahr bestanden habe.

Ursache war ein technischer Defekt in einer Petrochemie-Anlage

Wie Unternehmenssprecher Peter Alexewicz auf WAZ-Anfrage mitteilte, war gegen 20.15 Uhr eine große Petrochemie-Anlage durch einen technischen Defekt ausgefallen. Um die Anlage zu entlasten, seien die überschüssigen Gase dann über die Fackeltürme auf dem Werksgelände verbrannt worden.

„Die Schadensermittlung läuft noch. Sicher ist, dass ein Anlagenteil defekt war und der Druck dadurch so hoch war, dass die gesamte Anlage, wie in solchen Fällen üblich, aus Sicherheitsgründen heruntergefahren wurde“, so Alexewicz. Die Fackeltätigkeit zeige, dass die Systeme einwandfrei funktioniert hätten. Weder für die Mitarbeiter noch die Anwohner habe eine Gesundheitsgefahr bestanden. Beim langsamen Wieder-Hochfahren der Anlage könne es noch einmal zu weiteren Fackeltätigkeiten kommen, wenn auch nicht in der Intensität von Montagabend, so Sprecher Alexewicz. Wann genau das sein wird, sei derzeit noch unklar, hänge vom Zeitpunkt der Reparatur ab.

Das Abfackeln war auch wieder Thema in den Gladbecker Facebookgruppen

Dass die Fackelaktivitäten am Montagabend so weit sichtbar waren, lag nach Auskunft der Feuerwehr auch an der dichten, tief hängenden Wolkendecke, die den Schein der Flammen extrem gut in alle Himmelsrichtungen reflektierte.

Nicht nur in den unmittelbaren Nachbarstädten Gelsenkirchens, sondern auch in Herne, Oberhausen, Bochum, Dorsten, Bottrop, Essen und Teilen von Duisburg war der Fackelschein zu beobachten.

Auch in den Gladbecker Facebookgruppen war das verstärkte Abfackeln am Montagabend natürlich ein Thema. Vor allem in der Gruppe „Unser schönes Zweckel“ posteten die Mitglieder Bilder von dem nächtlichen Ereignis. Viele auch mit dem Hinweis, dass es ja nichts Neues, aber eben immer wieder faszinierend anzusehen sei.

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