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Fast 2 Wochen nach Anschlag in Ankara tiefe Trauer in Alanya

Trauer in der Türkei: Hier legt Ministerpräsident Davutoglu (3. v. re.) in Ankara Blumen für die Opfer nieder.

Foto: imago/Xinhua

Trauer in der Türkei: Hier legt Ministerpräsident Davutoglu (3. v. re.) in Ankara Blumen für die Opfer nieder.

Gladbeck / Alanya.  Sechs Todesopfer hat die Gladbecker Partnerstadt Alanya nach dem Anschlag von Ankara zu beklagen. Eine Zahl, die erst am Mittwoch bekannt wurde.

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Fast zwei Wochen nach dem verheerenden Bombenanschlag von Ankara herrscht noch immer tiefe Trauer in der Gladbecker Partnerstadt Alanya, die sechs Tote zu beklagen hat.

Diese Opferzahl wurde erst jetzt in Gladbeck bekannt, nachdem das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ in seiner aktuellen Ausgabe auch über eines der Opfer aus Alanya berichtet hatte: Auch Fatima Batur (35), Lokalpolitikerin aus der Gladbecker Partnerstadt und Mutter zweier Kinder, kam am Vormittag des 10. Oktobers ums Leben, als bei einer Friedensdemonstration in der türkischen Hauptstadt zwei Bomben detonierten. Noch immer ist unklar, wer genau für diesen Anschlag verantwortlich ist.

Die „Demokratische Partei der Völker“ (HDP) hatte die Demonstration in Ankara mitorganisiert. Bei der HDP handelt es sich um ein Bündnis kurdischer und linker Parteien, die sich als Opposition zur regierenden AKP von Präsident Recep Tayyip Erdogan sehen.

Aus den Reihen der HDP kam auch Fatima Batur, die laut „Spiegel“ erst vor einem Jahr zur Ortsvorsitzenden der Partei in Alanya gewählt worden war. Zwei weitere Mitglieder der HDP zählen laut Müzeyyen Dreessen vom Vorstand des Freundeskreises Gladbeck-Alanya ebenfalls zu den Opfern aus der Gladbecker Partnerstadt.

Die WAZ fragte am Mittwoch mit Blick auf den aktuellen „Spiegel“-Bericht bei Müzeyyen Dreessen nach, die daraufhin telefonisch recherchierte und die Zahl von insgesamt sechs Opfern aus Alanya ermittelte. Dreessen war zum Zeitpunkt des Anschlags, also am 10. Oktober, selbst an der Schwarzmeerküste in der Türkei und reiste am 12. Oktober unter starken Sicherheitsvorkehrungen von Ankara aus zurück nach Deutschland.

Als die erste Bombe detonierte, telefonierte Fatima Batur mit ihrem Mann

„Der Anschlag hat die Türkei sehr erschüttert“, formuliert die Gladbeckerin. „Über 100 Tote sind insgesamt zu beklagen. Viele Künstler und Entscheidungsträger haben die Politik dazu aufgerufen, ihre persönlichen Interessen beiseite zu legen, damit das Land und seine Menschen, die sie polarisiert haben, wieder eins werden. Es ist traurig, dass Menschen, die sich für Frieden einsetzen und ihr demokratisches Recht dafür nutzen, einem solchen Anschlag zum Opfer fallen.“

Laut „Spiegel“ telefonierte Fatima Batur am 10. Oktober um 10.04 Uhr gerade per Handy mit ihrem Mann Sabri Batur in Alanya, als die erste der beiden Bomben detonierte. Sabri Batur hörte durch das Telefon den Knall; dann brach die Verbindung ab. Seine Frau habe sich vor allem für die Rechte von Frauen eingesetzt, sagt Sabri Batur, der ergänzt: „Politik war Fatimas Leben.“

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