Bildung

„Fair-Mobil“ fördert Vertrauen und Zusammenhalt bei Schülern

Schüler der siebten Klasse lernen Vertrauen aufzubauen, um eine kurze Strecke gemeinsam zu überwinden.

Schüler der siebten Klasse lernen Vertrauen aufzubauen, um eine kurze Strecke gemeinsam zu überwinden.

Foto: Oliver Mengedoht / FUNKE Foto Se

Gladbeck.   Schüler des Gladbecker Ratsgymnasiums lernen an zehn Stationen, dass Zusammenhalt wichtiger ist als Misstrauen. Mobbing-Konflikte werden thematisiert.

Wenn Teamwork, Zusammenhalt und Koordination auf der Tagesordnung stehen und trainiert werden sollen, dann hat das „Fair-Mobil“ Halt gemacht - so auch in dieser Woche am Städtischen Ratsgymnasium in Gladbeck. Kindern der siebten Klasse war und ist es gestern und heute möglich, zehn Trainings-Stationen zu bewältigen, die das Miteinander fördern und Spannungen abbauen.

„Hat die Station bei Euch funktioniert und woran lag es“, fragt Ruth Holländer eine fünfköpfige Schülergruppe, die einen Ski-Parcours zusammen durchlaufen musste. Die 15-Jährige weiß, die Vor- und Nachbereitung sind für den Lernerfolg wichtig. Sie ist Teilnehmerin des Psychologiekurses der elften Klasse, der eigenständig eine Station betreut. „Gute Koordination“, ruft ein Schüler laut. „Volle Punkte“, antwortet Ruth.

Es ist dennoch eine Seltenheit, dass Schülern eine Stationsleitung übertragen wird. Teamer und Projektleiter des „Fair-Mobils“ sind in den meisten Fällen für die Organisation, Vor- und Nachbereitung mit den Schülern verantwortlich – selbst Lehrer nehmen nur eine beobachtende Rolle ein. „Das ist bedeutend für die Reflexion“, betont Denise Hofstra, Teamerin des „Fair-Mobils“, „da so direkte Probleme von den Lehrern erkannt und später ausgeräumt werden können. Sie kennen die Schüler besser.“

Weiterer Schwerpunkt der Erlebnis-Stationen: Die Konfliktsituation

Vom „Kreativ Tauziehen“ bis zum „Gemeinsamen Balancieren“: Kooperation und Kommunikation wird an den unterschiedlichen Stationen groß geschrieben. Ein weiterer Schwerpunkt liegt jedoch auf Konflikt- und Mobbingsituationen – gerade auch im Internet – die vermehrt an Schulen auftreten. „Dagegen will unsere Schule etwas präventiv unternehmen. Wir versuchen vorbeugend zu agieren, bevor es überhaupt zu Streitigkeiten kommt“, sagt Andrea Dauer, stellvertretende Leiterin des Ratsgymnasiums.

Bei der „Konfliktskyline“ sprechen Schüler ihre eigenen Probleme an. Das sogenannte „Cyber-Mobbing“, erst seit neuerer Zeit ein wichtiges Thema, wird über die Frage, „welche Informationen kann man in sozialen Netzwerken preisgeben“, in den Fokus unterschiedlicher Gespräche gerückt. Extrembeispiele dienen den Schülern als Diskussionsgrundlage.

Reichhaltiges Stations-Angebot für weiterführende Schulen 

Seit 2001 können alle weiterführenden Schulen in der Region Westfalen-Lippe das „Fair-Mobil“ zu vereinbarten Zeiten mieten. Die Nachfrage ist, laut Angabe der Teamer und Projektleiter, groß – zwei Schulen besucht es im Durchschnitt in der Woche.

Die Schulen können aus einem Repertoire von 26 verschiedenen Erlebnis-Stationen zehn Stück wählen, die dem Bedarf der Schülergruppen entsprechen. Gewalt, Bedrohung, Erpressung, soziale Ausgrenzung und Mobbing werden von den zehn- bis sechzehnjährigen Schülern thematisiert, die Kompetenzen in Sozial- und Gemeinschaftsverhalten ausgebaut.

Unter dem Titel „Stark im MiteinanderN“ ist das „Fair-Mobil“ ein Teil von vier Programm-Bausteinen. Zu den anderen Bausteinen zählen der „Magic Circle“, ein Gesprächskreis für Kinder ab fünf Jahren, das „Spotlight“, ein Theaterstück gegen Mobbing und „Cool at School“, ein Aktionshandbuch mit Praxisbeispielen. Das Programm wird von der Westfälischen Provinzial Versicherungs AG, dem Jugendrotkreuz Westfalen-Lippe e. V., der Schulpsychlogischen Beratungsstelle Münster sowie dem Arbeitskreis soziale Bildung und Beratung e.V. organisiert.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben