Zeugnis-Tag

Experte gibt Eltern Tipps zum Verhalten bei schlechten Noten

Freitag ist der letzte Schultag und die langersehnten Sommerferien starten. Doch vorher gibt es noch Zeugnisse!

Foto: Jens Wolf

Freitag ist der letzte Schultag und die langersehnten Sommerferien starten. Doch vorher gibt es noch Zeugnisse! Foto: Jens Wolf

Gladbeck.   Bernd Nelskamp von der Caritas Gladbeck berät Kinder und Eltern in vielen Schulfragen. Freitag gibt’s Zeugnisse - nicht immer Grund zur Freude.

Endlich ist es soweit: Freitag ist der letzte Schultag und die langersehnten Sommerferien starten. Mit dem Zeugnis bringen Schülerinnen und Schüler oft aber auch Sorgen mit nach Hause, wenn die Noten mal nicht so gut sind.

Bernd Nelskamp – Leiter der Caritas Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche – berät Kinder und Eltern unter anderem zum Thema Schule. Im Gespräch mit der WAZ gibt der Experte Tipps zu häufig gestellten Fragen, wie sich Eltern beim Thema Zeugnis verhalten sollten.

Wie sollten sich Eltern bei schlechten Noten verhalten?
Nelskamp: „Von Strafen halte ich absolut gar nichts. Auch die aktuelle Hirnforschung zeigt, dass Lob sich besser auf die Lernbereitschaft auswirkt als Bestrafung.“ Wichtig sei es, sich mit dem Schimpfen zurückzuhalten. Es gäbe kaum ein Kind, welches nicht von sich aus schon enttäuscht genug von schlechten Leistungen ist.

Dann sei es sinnvoller zu unterstützen, als noch zusätzlich nachzutreten.

Auch helfe es, sich daran zu erinnern, dass auch hinter schlechteren Noten große Anstrengungen stehen können. Deshalb solle man den Fokus auf die guten Teile des Zeugnisses legen und diese auch entsprechend loben, so der Experte.

Soll man Kinder für gute Leistungen belohnen?
Darüber freut sich natürlich jedes Kind. Nelskamp rät dazu, die Belohnung auf die Anstrengungen des ganzen Jahres zu beziehen, und nicht an bestimmte Notenwerte zu koppeln. Auch sei es völlig in Ordnung, die Belohnung schon im Laufe des Schuljahrs anzukündigen, um einen Anreiz zu schaffen.

Nelskamp: „Es muss ja nicht immer Geld sein, besonders schön ist ein besonderes Freizeiterlebnis gemeinsam mit den Eltern.“ Die Belohnung solle aber in jedem Fall so verhältnismäßig sein, dass dadurch kein zusätzlicher Leistungsdruck entsteht.

Was tun, damit das nächst Zeugnis besser wird?
Zunächst fragt man das Kind ganz einfach selbst: Wieso gibt es Schwierigkeiten? Was genau fällt dir schwer? Gemeinsam könne man dann nach vorne schauen und rausfinden, was man im nächsten Jahr verbessern kann, so Nelskamp.

Ein Treffen mit dem Lehrer, zum Beispiel beim Elternsprechtag, kann sehr aufschlussreich sein, um einzuschätzen, wie man sein Kind unterstützen kann. Außerdem erspare man sich durch Austausch mit den Lehrern die Überraschung am Zeugnistag.

Wann kommt eine Schulberatung in Frage?
Wenn es Schwierigkeiten rund um die Schule oder im familiären Rahmen gibt, können Eltern, Kinder und Jugendliche sich beraten lassen. Die Gespräche sind vertraulich. Gemeinsam mit dem Berater kann dann nach der individuellen Ursache des Problems gesucht - und eine Lösung gefunden werden.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik