Datenschutz

Einschulung: Wie Grundschulen mit einem Foto-Verbot umgehen

Das Erinnerungsfoto gehört zur Einschulung dazu. Doch da immer mehr Eltern die Bilder auch in sozialen Netzwerken posten, reagieren die Grundschulen nun.

Das Erinnerungsfoto gehört zur Einschulung dazu. Doch da immer mehr Eltern die Bilder auch in sozialen Netzwerken posten, reagieren die Grundschulen nun.

Foto: Peter Steffen / dpa

Gladbeck.  Einige Eltern posten Einschulungs-Bilder in sozialen Netzwerken. Das ist aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht erlaubt. Wie Schulen reagieren.

Grundschulen reagieren darauf, dass immer mehr Eltern ihre Kinder bei der Einschulungsfeier nicht nur fotografieren, sondern die Bilder, auf denen auch andere Jungen und Mädchen zu sehen sind, in sozialen Netzwerken wie Facebook posten.

Da dies nicht mit dem Datenschutz vereinbar ist, denkt zumindest die katholische Josefschule darüber nach, das Fotografieren bei der Einschulungsfeier nicht zu erlauben. „Wir werden den Eltern sagen müssen, dass auf dem Schulhof das Fotografieren nicht erlaubt sein wird. Mit Bitten kommen wir da nicht weiter“, sagt Schulleiterin Regina Wiwianka. Abschließend will sie das Thema am Montag in einer Konferenz mit ihren Kollegen besprechen. „Wir werden gucken, auf was für eine Regelung wir uns einigen können.“

Einige Städte verbieten Bilder bei der Einschulungs-Feier bereits

Einige Grundschulen in Sachsen-Anhalt sowie auch in verschiedenen NRW-Städten hatten bereits Foto-Verbote für Schul-Veranstaltungen ausgesprochen. Ob Mathilde Austermann diesen Schritt vollziehen wird, da hat sich die Schulleiterin der Pestalozzischule noch nicht entschieden. „Ein absolutes Foto-Verbot wäre für viele Eltern nicht nachvollziehbar“, weiß die Rektorin. Schließlich gehört das bildliche Festhalten dieses Lebensereignisses für die meisten Familien dazu. Auch weitere Grundschulen setzen daher zunächst noch auf die Sensibilisierung der Eltern.

So wie etwa Rainer Klatt, Schulleiter der Wilhelmschule. „Ich werde vor meiner Rede darauf aufmerksam machen, dass eine Veröffentlichung der Bilder nicht erlaubt ist.“ Ein mögliches Verbot zu kontrollieren, hält er jedoch nicht für machbar. Das sieht auch Ute Kirsten so. Sie leitet die Mosaikschule in Butendorf. „Wenn ich ein Verbot aussprechen würde, müsste ich es auch kontrollieren, und das kann ich bei über 125 Kindern, die eingeschult werden, nicht leisten.“

Manche halten ein Verbot für übertrieben

Zudem würde es auch die ganze Veranstaltung kaputt machen, wenn sie den Eltern hinterher rennen müsste. Zudem hält sie ein Verbot für übertrieben. „Die Einschulung ist ein großes und wichtiges Ereignis. Das zu dokumentieren, ist ein nachvollziehbares Anliegen.“ Daher wird sie sich darauf beschränken, Väter und Mütter darauf hinzuweisen, nur ihre eigenen Kinder abzulichten.

Möglichem Ärger möchte Regina Wiwianka aus dem Weg gehen. Die Leiterin der katholischen Grundschule an der Hegestraße hat schon das eine oder andere Mal erlebt, dass Eltern auch Bilder fremder Kinder ins Netz gestellt haben. „Das gab ein großes Theater.“ Auch wenn die Eltern die entsprechenden Fotos gleich gelöscht haben, noch einmal vorkommen soll so etwas nicht.

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