Polizei im Gespräch

Einfach mal mit der Polizei reden: Was die Gladbecker bewegt

| Lesedauer: 6 Minuten
Passant Guido Fritze (links) nutzte die Aktion der Polizei auf dem Gladbecker Wochenmarkt dazu, den Polizistinnen und Polizisten grundsätzlich einmal zu danken für die Arbeit, die sie leisten. Das tat er im Gespräch mit Nicola Leese und Polizeioberkommissarin Lena Siebert vom Recklinghäuser Präsidium.

Passant Guido Fritze (links) nutzte die Aktion der Polizei auf dem Gladbecker Wochenmarkt dazu, den Polizistinnen und Polizisten grundsätzlich einmal zu danken für die Arbeit, die sie leisten. Das tat er im Gespräch mit Nicola Leese und Polizeioberkommissarin Lena Siebert vom Recklinghäuser Präsidium.

Foto: Michael Korte / FUNKE Foto Services

Gladbeck.  „AnsprechBAR“ heißt die Veranstaltungsreihe der Polizei Recklinghausen. Donnerstag machte sie in Gladbeck Station. Das kam alles zur Sprache.

Der Wochenmarkt in der Gladbecker Innenstadt fand am Donnerstag unter Polizeischutz statt. Obwohl – nein, nicht wirklich. Dazu bestand ja auch gar kein Grund. Aber mit der mobilen Wache, zwei Polizeifahrzeugen und gleich mehreren Polizistinnen und Polizisten zeigte das Polizeipräsidium Recklinghausen doch schon deutlich Präsenz in Gladbeck an diesem Vormittag auf dem Markt. Der Titel der Polizeiaktion – „AnsprechBAR“ nämlich – gab dann auch klar die Richtung vor: Egal, ob große Sorgen und Probleme oder kleine Fragen und Unklarheiten: Auf dem Wochenmarkt bestand für alle Gladbeckerinnen und Gladbecker die Möglichkeit, mit der Polizei ins Gespräch zu kommen. Und das sogar bei einem Käffchen, Tee oder Wasser.

Die Botschaft auch in Gladbeck: Die Polizei ist für die Bürger da!

Mit der Veranstaltungsreihe „AnsprechBAR“ macht die Polizei noch bis Ende September in allen elf Städten des Zuständigkeitsbereichs vom Recklinghäuser Präsidium Station. Es ist, um es mal locker auszudrücken, eine Art Charmeoffensive, die da stattfindet mit der Botschaft: „Wir, die Polizei, sind für die Bürger da!“

In Gladbeck fand die Aktion bei bestem Wetter statt, so dass sich der Bummel vorbei an Obst, Gemüse und Blümchen bestens noch mit einem Stopp an der mobilen Wache verbinden ließ. „Bei einem laufenden Einsatz bleibt nicht die Zeit, um auch noch nebenbei Fragen von Bürgern zu beantworten“, sagt Polizeisprecherin Anette Achenbach. Klar, da sind die Kolleginnen und Kollgen absolut fokussiert aufs Geschehen, auf den Unfall, den Überfall auf den Supermarkt oder auch die Rangelei in der Gaststätte.

Gladbecker Seniorin fragt: Wohin mit der Schreckschusspistole?

Ganz anders die Stunden, die das Team an der „AnsprechBAR“ verbringt. Mit Zuhören nämlich vor allem, kombiniert mit Tipps und Ratschlägen für die Bürger. Der Seniorin am Rollator beispielsweise kann ganz schnell mit einer Auskunft geholfen werden. Ihr Mann, erzählt sie, ist vor kurzem gestorben. Nun weiß sie nicht, was sie mit seiner Schreckschusspistole und der dazu gehörenden Munition machen soll. „Behalten will ich die Waffe auf keinen Fall“, sagt sie bestimmt. Als zu groß empfindet sie die Gefahr, dass die Pistole in die falschen Hände geraten könnte, wenn sie sich auch irgendwann einmal nicht mehr kümmern kann.

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Die Antwort kommt sofort: Die Gladbeckerin kann Schreckschusswaffe und Munition an der Wache in Gladbeck abgeben. „Oder wenn Sie dazu keine Gelegenheit haben, rufen Sie uns an, wir vereinbaren einen Termin und holen die Sachen ab“, verspricht Anette Achenbach.

An diesem sonnigen Vormittag sind es eher diese kleinen Probleme, die die Gladbecker an den Stehtischen vor der mobilen Wache zur Sprache bringen. Wie der Mann zum Beispiel, der schon immer mal diese Frage stellen wollte, bislang aber noch nicht die passende Gelegenheit dazu gefunden hat: „Muss oder kann man, wenn ein Fahrradweg vorhanden ist, da fahren?“ Auch hier fällt die Antwort eindeutig aus: Man muss. „Es gibt nur eine Ausnahme, der Fahrradweg ist in einem so schlechten Zustand, das man ihn kaum gefahrlos nutzen kann“, erklärt Hauptkommissar Rüdiger Kümmel.

Kümmel ist seit über 40 Jahren als Bezirksbeamter in Gladbeck im Einsatz. Konsequenz: Er ist in der Stadt bekannt wie der sprichwörtlich bunte Hund. Merkt man übrigens auch an diesem Vormittag, denn der Hauptkommissar im sportlichen Fahrrad-Polizei-Outfit hat eindeutig am meisten zu tun. Und das nicht etwa, weil alle Fragen nur auf ihn einprasseln, vielmehr ist Kümmel so ziemlich die ganze Zeit mit Grüßen und Gegrüßt-werden beschäftigt.

Angst vor der Trinkerszene gegenüber vom Netto-Markt

Bei der Veranstaltungsreihe „AnsprechBAR“, erklärt Anette Achenbach, setzt das Präsidium natürlich besonders auf die lokale Kompetenz der jeweiligen Bezirksbeamten in den Städten. „Sie wissen schließlich die Tipps und Anregungen der Bürger am besten einzuordnen.“ Neben Rüdiger Kümmel ist das in Gladbeck Hauptkommissar Meik Scholz. Er ist ebenfalls Bezirksbeamter in der Stadt. Beide wissen dann auch sofort Bescheid, als von einer Frau der Hinweis kommt, gegenüber vom Netto-Markt im Hoch10 gehe es manchmal etwas lauter zu. Ein Umstand, der ihr Sorgen bereitet. „Das ist die Trinkerszene, die da immer mal wieder auftaucht“, sagt Kümmel. In der Regel gehe aber von den Leuten keine Gefahr aus. Sollte das mal anders sein, ist sein Rat klar: „In so einem Fall sofort die Polizei informieren!“

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Doch nicht nur die Gladbeck-Experten in den Reihen der Polizei hatten einige Fragen zu beantworten an diesem Vormittag auf dem Wochenmarkt. Auch die Expertise von Rüdiger Baczynski vom Kommissariat für Kriminalprävention und Opferschutz war durchaus gefragt. Der Rat an einen älteren Herren, der sich vor Einbrechern sorgt, ist dann auch klar: Heruntergelassene Rollos an Fenstern und Türen dienen ausschließlich dem Sichtschutz. Ein Schutz vor Dieben sei das aber auf keinen Fall.

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