Rentfort-Nord

Ein Stadtteil auf dem Weg zur Innovation City

Kathrin Knur (links) und Dr. Dieter Briese vom Umweltreferat der Stadt  (2. vl. li.) erläutern den Teilnehmern des Stadtspaziergangs die geplanten energetischen Maßnahmen an der Ingeborg-Drewizt-Gesamtschule. 3,5 Millionen Euro werden hier investiert.

Foto: Joachim Kleine-Büning

Kathrin Knur (links) und Dr. Dieter Briese vom Umweltreferat der Stadt (2. vl. li.) erläutern den Teilnehmern des Stadtspaziergangs die geplanten energetischen Maßnahmen an der Ingeborg-Drewizt-Gesamtschule. 3,5 Millionen Euro werden hier investiert. Foto: Joachim Kleine-Büning

Gladbeck.   Beim Stadtteilspaziergung in Rentfort-Nord lag der Fokus auf der energetischen Sanierung. Die Schwechater 38 bleibt aber größter Knackpunkt.

„Innovation City? Noch nie gehört!“ Diese Antwort geben Leute aus Rentfort-Nord auch jetzt noch. Dabei ist der kleine Stadtteil mit 5000 Bewohnern ausgeguckt als eins der ersten Nachfolgemodelle des Bottroper Vorbilds. Aber die klimagerechte Stadt von morgen ist eben nicht von einem Tag auf den anderen umgebaut.

Und – Klimaschutz hin oder her – was den Leuten in Rentfort-Nord nach wie vor am meisten auf den Nägeln brennt, das war auch Thema beim Stadtteilspaziergang mit dem Schwerpunkt Innovation City, zu dem der Runde Tisch gemeinsam mit dem Umweltreferat der Stadt eingeladen hatte: Das Hochhaus Schwechater Straße 38. „So lange das blöde Ding nicht weg ist, glaub ich nicht, dass hier etwas passiert“, drückt Günter Zweckler seine Skepsis aus. Auch Gregor März sagt klipp und klar: „Das Haus muss weg.“

Der Weg ist frei für den Abriss der Schwechater 38

Für sie und alle anderen in Rentfort-Nord gibt es gute Nachrichten zum „blöden Ding“. „Der Weg ist frei für den Abriss“, erklärt Katrin Knur vom Umweltreferat. Die Klage gegen das Rückbaugebot eines der letzten blockierenden Wohnungseigentümers sei zurück gezogen worden. Somit könne die Eigentümergemeinschaft mit Hilfe der Fördermittel vom Land und Stadt den Abriss in Angriff nehmen. Und es gibt schon konkrete Pläne für den Neubau. Norbert Dyhringer, SPD-Ratsherr, versichert: „Ein Investor hat konkrete Pläne.“

Wenn alles so kommt, ließe sich dieses Thema für den Stadtteil endlich abhaken und der Fokus auf das andere, in der Bedeutung ungleich größere richten: Die energetische Sanierung vieler Gebäude aus den 70er Jahren, so dass durch geringeren Energieverbrauch der CO2-Ausstoß reduziert wird.

Am Konzept wird seit September 2016 gearbeitet

Daran wird seit September 2016 gearbeitet, bislang eher lautlos. Aber „die Konzeptphase liegt in den letzten Zügen“, sagt Sebastian Bittrich von der Innovation City GmbH. Mitte April könnte es mit der Umsetzung losgehen. Wobei Umsetzung „Beratung“ heißt.

Grundlage dafür ist die Auswertung einer Fragebogenaktion. Von den Aussagen in über 100 zurückgeschickten Fragebögen – „eine gute Quote“, so Bittrich – ließen sich Rückschlüsse auf die Bedürfnisse der Bewohner ziehen und lasse sich gezielt beraten. Eine erste Erkenntnis: Der Umbau von Koks- auf andere Heizsysteme ist nicht das Thema in Rentfort-Nord. In den meisten Häusern wird bereits mit Gas geheizt. Noch ein Ergebnis: Die älteren Bewohner wollen im Alter gern im Stadtteil wohnen bleiben – der Umbau zu barrierefreiem Wohnen wird ein Thema bei den Sanierungsberatungen.

Idee für eine Hundewiese kam beim Spaziergang auf

Rentfort-Nord hat viele Grünanlagen und viele kurze Wege durchs Viertel für Fußgänger. Eine Idee für eine eingezäunte Hundewiese kam beim Spaziergang auf.

Vereinzelt gibt es bereits Photovoltaikanlagen und auch Solarthermie auf Hausdächern – es ist in der Hinsicht aber noch viel Luft nach oben.

Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik