Straßen der Stadt

Ein Moltke-Kohleflöz gab der Röttgersbank ihren Namen

Schmucke Einfamilienhäuser säumen die Straße Röttgersbank in Butendorf, die zwischen Land- und Kiebitzheidestraße verläuft.

Schmucke Einfamilienhäuser säumen die Straße Röttgersbank in Butendorf, die zwischen Land- und Kiebitzheidestraße verläuft.

Foto: Oliver Mengedoht

Gladbeck.  Die Straße erschließt ein ansehnliches Wohnquartier in Butendorf nahe dem einstigen Standort der ehemaligen Zeche Graf Moltke 1/2.

Die ehemalige Schachtanlage Moltke 1/2 liegt um die Ecke, da ist der Name naheliegend: Die Straße „Röttgersbank“ in Butendorf erinnert an einen Flöz, der diesen Namen trug und auch auf Moltke eine Rolle spielte.

Ein Flöz ist eine ausgedehnte Kohlelagerstätte, die parallel zur Gesteinsschichtung verläuft. Flöze werden über Schächte und Stollen erschlossen und abgebaut.

Ansehnliche Reihen- und Doppelhäuser säumen die Straße

Die Straße „Röttgersbank“ schlängelt sich rund 400 Meter von der Landstraße bis zum Schulte-Rentrop-Weg nahe der Kiebitzheidestraße durch das einst landwirtschaftlich genutzte Areal des ehemaligen Hofes Schulte-Rentrop. Die alte Bauernfamilie verkaufte Hof und Äcker schon Anfang der 1870er Jahre an die Bergwerkbetreiber.

So war das Gelände, als Anfang der 90er Jahre das heutige Wohnquartier – zunächst am benachbarten Steigerwegs – entwickelt wurde, in Besitz der Ruhrkohle AG als Rechtsnachfolger der vorherigen Zechenbesitzer. Rund um die Straße Röttgersbank entstanden citynah an einer verkehrsberuhigt gebauten Straße Einfamilienhäuser und nur zwei Mehrfamilienhäuser, die sich in die Bebauung gut einfügen.

Der Straßenname wurde bereits 1994 vergeben

Der Name für die Straße wurde schon 1994 vom Rat der Stadt vergeben, die Erschließung und Bebauung ließ aber noch einige Jahre auf sich warten. Der Heimatverein erinnert daran, dass nicht nur der Flöz den Namen „Röttgersbank“ trägt, sondern auch eine uralte Zeche im Essener Süden so hieß. Im übrigen, so der Heimatverein, ist der Flöz Röttgersbank ein Teil der „Essener Schichten“ und trägt die besonders wertvolle Fettkohle, die gern für die Herstellung von Kokskohle genutzt wurde.

Der Flöz „Röttgersbank“ war übrigens nur einer von mehr als einem dutzend Flözen, die von den Kumpeln der Zeche Moltke, die ab 1873 abgeteuft wurde, abgebaut wurde. Erst 1877 wurde, nach Überwindung vieler Probleme beim Abteufen, die erste Kohle zu Tage gefördert.

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