Neues Buch

Ehemaliger Ratschef durchforstet Literatur nach Schulthemen

Manfred Lauffs, ehemaliger Direktor des Ratsgymnasiums, ganz entspannt auf seiner Terrasse mit seinem neuen Buch.  

Manfred Lauffs, ehemaliger Direktor des Ratsgymnasiums, ganz entspannt auf seiner Terrasse mit seinem neuen Buch.  

Foto: Lauffs

Gladbeck.  Manfred Lauffs beschäftigt sich in seinem neuen Buch mit Literatur, in denen Lehrer und Schüler im Mittelpunkt stehen. Eine Besprechung.

Viele Jahre leitete Manfred Lauffs das Ratsgymnasium, wo er insgesamt 35 Jahre als Lehrer tätig war. 2012 ging er in Pension. Jetzt hat der inzwischen 70-Jährige, der in Dorsten lebt, ein neues Buch herausgebracht und seine Begeisterung fürs Literarische unterstrichen.

„Nicht nur Latein und Lügen“, heißt das Werk, in dem Lauffs, einst Deutsch- und Französischlehrer, 100 Empfehlungen literarischer Buch- und Filmsequenzen gibt, in denen Schulisches im Mittelpunkt steht, Lehrer und Schüler vorkommen. Unter dem gleichen Titel hatte sich der ehemalige Ratschef, der auch eine Leidenschaft fürs eigene Schreiben hat, nach seiner Pensionierung als Kolumnist in der WAZ einen Namen gemacht. Über einen längeren Zeitraum schuf er sich eine Fangemeinde, die Woche für Woche Amüsantes und Hintergründiges zum Thema Schule aus der Welt der Literatur aus Lauffs’ Feder lasen.

Lauffs nutzte die Idee bereits für eine Kolumne bei der WAZ

Die Idee verfeinerte und ergänzte der Pensionär – heraus kam das mehr als 200-seitige Buch, das an ausgewählten Stellen durch Lehrer- und Schülerkarikaturen aus Schüler- und Abiturzeitungen des Ratsgymnasiums ergänzt wird. Manfred Lauffs erläutert: „Lehrer und Schüler sind oft Hauptfiguren in Romanen, Geschichten, Dramen, Songs, Gedichten, Filmen und sogar Comics.“ Es gebe eine riesige Menge von Texten, denen sich der Dorstener ausgiebig gewidmet hat. Viele dieser Bücher und Schriften hat er in all den Jahren gesammelt. Ausgesucht hat Lauffs für sein Buch 100 Texte – wichtige, berühmte, interessante und in vielen Fällen „literarisch wertvolle“ Passagen, wie der Pädagoge untermauert. Wie groß die Fundgrube ist, beweist der Autor, indem er als „Zugabe“ am Ende des Buches 200 weitere Titel nennt.

Das Buch bietet mal einen ernsten, mal einen heiteren Überblick. Wobei der ehemalige Lehrer seiner alten Berufung folgt, und die behandelten Texte mit Noten von 1 bis 5 bewertet. „Wie in der Schule sind meine Noten objektiv und subjektiv zugleich!“ Aber meistens dann doch wohlwollend. In allen Fällen sind seine Einlassungen Empfehlungen, sich ausführlich mit den Originalbüchern zu beschäftigen.

Das Bild der Schule hat sich im Laufe der Zeit in der Literatur geändert

Festgestellt hat der ehemalige Ratschef übrigens bei seiner Recherche, dass sich in der Literatur im Laufe der Zeit das Bild wandelte. „In älteren Büchern erscheinen die Schule oft als Kaserne, die Lehrer als allmächtige Herrscher, die Schüler als gequälte Kreaturen. In moderneren Texten haben oft Schüler die Regie übernommen, und die Lehrer sind die Opfer!“ Während es früher um ein Idealbild von Schule ging, würden heute, so Lauffs, Schilderungen von Fehlentwicklungen, Problemen und Missständen überwiegen.

Den Buchtitel lehnte der Buchautor übrigens an ein Zitat von Hermann Hesse an, der einst schrieb: „An mir hat die Schule viel kaputt gemacht … gelernt habe ich dort nur Latein und Lügen.“ Lauffs: „Zum Glück trifft das nicht auf alle Schriftsteller zu.“

Manfred Lauffs, Nicht nur Latein und Lügen, Verlag „united p.c.“, 208 Seiten, ISBN: 978-3-7103-4125-0

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