100 Jahre Gladbeck

Drewitz-Schüler verfassen Schülerzeitung zum Stadtjubiläum

Bei der Vorstellung der Schulzeitung "IDG-Pottpüree"haben die geladenen Gäste die Texte bereits eifrig studiert.

Bei der Vorstellung der Schulzeitung "IDG-Pottpüree"haben die geladenen Gäste die Texte bereits eifrig studiert.

Foto: Oliver Mengedoht / FUNKE Foto Services

Gladbeck.  Die Gladbecker Gesamtschule präsentiert die Sonderausgabe der „IDG-Pottpüree“. Schüler schreiben über Integration, den Schulalltag und ihr Leben.

Über dieses besondere Werk würde die Schriftstellerin Ingeborg Drewitz nur lobende Worte finden. Die Gesamtschule in Rentfort-Nord, die ihren Namen trägt, hat zum 100-jährigen Stadtjubiläum eine Sonderausgabe der Schulzeitung „IDG-Pottpüree“ mit stolzen 150 Seiten veröffentlicht.

45 Autoren verfassten Beiträge zum Thema „Integration und Vielfalt in Gladbeck – früher und heute“. Die Zeitung, die man bei 150 DIN-A-4-Seiten schon fast mehr als ein Buch bezeichnen kann, entstand in diesem Schuljahr durch die beiden AGs „Schülerzeitung“ und „100 Jahre Stadt Gladbeck“.

Thematisiert wird das bunte und vielfältige Leben an der Ingeborg-Drewitz-Gesamtschule

Das Werk ist in fünf Kapitel unterteilt. Inhaltlich erhält der Leser einen Blick in die Stadtgeschichte, in das gegenwärtige Jubiläum, das bunte und vielfältige Leben an der Gesamtschule und Neuigkeiten aus dem Kreis Recklinghausen.

Maik Bubenzer, didaktischer Leiter der Gesamtschule, konnte für das Projekt zahlreiche lokale Gastautoren gewinnen – darunter Rainer Weichelt (Sozialdezernent der Stadt), Katrin Bürgel (Leiterin des Stadtarchivs) und Pastor Ralph Eberhard Brachthäuser.

Zudem stehen Ulla Habelt, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt, und Bahtiyar Ünlütürk, Vorsitzender des Integrationsrates, in Interviews ausführlich Rede und Antwort. Im fünften und letzten Kapitel geht es um aktuelle Debatten und um den Blick von außen. Darin kommen Menschen zu Wort, die weder die Gesamtschule besuchen noch in Gladbeck zuhause sind.

Abgedruckt sind auch Passagen aus dem Buch „Der Multikulti-Irrtum“

Abgedruckt sind Auszüge unter anderem aus dem Buch „Der Multikulti-Irrtum“ der türkischstämmigen Schriftstellerin Seyran Ates und aus „Die Sache mit der Bratwurst“ von Lamya Kaddor. Die Islamwissenschaftlerin und Publizistin ist die Tochter syrischer Einwanderer. Das Herzstück der Zeitung sind aber die Texte der Schüler. Viele von ihnen stellen ihre Perspektive zur Integration dar. Sie schreiben über ihren Alltag an der Ingeborg-Drewitz-Gesamtschule und die dortigen Projekte wie „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“, stellen die Arbeit der Schülervertretung vor oder berichten etwa von ihren Erlebnissen in der Sambia AG.

Seit 1986 existiert mit zwei Schulen aus dem afrikanischen Land eine Partnerschaft. An manchen Stellen gewähren sie auch sehr persönliche Einblicke in ihr Familienleben. Hani Ahmad und Dania Al-Ades beschreiben die Flucht aus ihrer Heimat Syrien nach Gladbeck – nachdenklich, emotional und aufwühlend. Beide werden demnächst ihr Abitur machen. „Es sind eindrucksvolle Berichte“, findet Maik Bubenzer.

Grußwort von NRW-Integrationsminister Joachim Stamp

Wie ambitioniert man an das Projekt herangegangen ist, zeigt sich schon im Inhaltsverzeichnis. Sogar der NRW-Integrationsminister Joachim Stamp (FDP) hat ein Grußwort verfasst.

Bürgermeister Ulrich Roland stellt sich in einem Interview den Fragen der Schüler. Und selbstverständlich darf Schulleiterin Alrun ten Have ebenfalls nicht fehlen.

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