Kindertagesstätte Arche

Die Kindertagesstätte „Arche“ in Gladbeck wird 25 Jahre alt

Elisabeth Kabbeck vom Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) Gladbeck, Ute Benning (Leiterin der Kindertagesstätte Arche) und Monika Bette (SKF, von links) freuen sich auf die Feier zum 25. Geburtstag der Einrichtung. Services

Elisabeth Kabbeck vom Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) Gladbeck, Ute Benning (Leiterin der Kindertagesstätte Arche) und Monika Bette (SKF, von links) freuen sich auf die Feier zum 25. Geburtstag der Einrichtung. Services

Foto: Oliver Mengedoht / FUNKE Foto Services

Gladbeck.  Die Gladbecker Einrichtung des Skf war die erste stadtweit, die Kinder ab dem sechsten Lebensmonat aufnahm. Zum Start gab’s zwei Gruppen.

Vor 25 Jahren war das noch alles andere als der Regelfall: Ausgerechnet der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) eröffnete mit der „Arche“ die erste Kindertagesstätte für Mädchen und Jungen ab sechs Monaten. „Unumstritten war das, vor allem in manchen katholischen Kreisen, damals nicht“, erinnert sich SkF-Vorstandsmitglied Elisabeth Kabbeck.

Für den Sozialdienst katholischer Frauen in Gladbeck war die Kindertagesstätte die logische Weiterentwicklung seiner Arbeit. Neben vielen anderen Aufgaben kümmerte sich der SkF, der vor mehr als 100 Jahren als Fürsorgeverein gegründet wurde, um Schwangere in schwierigen Verhältnissen. Die Beraterinnen stellten bald fest, dass vor allem jungen Müttern mit finanzieller Unterstützung und einer Babyausstattung allein keine sorgenfreie Zukunft ermöglicht werden konnte. Die kleinen Kinder mussten betreut und versorgt werden, damit die Mütter ihre Schul- oder Berufsausbildung beenden oder arbeiten konnten.

Mit Mitteln der Stadt und des Landes baute der SkF die ehemalige Gaststätte Schumacher an der Steinstraße um. Und längst nicht alle Katholiken kritisierten die frühe „Fremdbetreuung“ von kleinen Kindern. Die „Aktion für das Leben“ des Bistums Essen, deren Vorsitzende die Gladbeckerin Magdalene Böckmann war, gab das Geld für einen kleinen Spielplatz.

Die Initiatoren der „Arche“ mussten den Eigenanteil an den Betriebskosten aufbringen

Mit den Räumlichkeiten war es natürlich nicht getan. Spender mussten gefunden, Aktionen geplant werden, um den notwendigen Eigenanteil an den Betriebskosten aufbringen zu können. Der SkF musste sich Gedanken über die Ausstattung, das Personal und natürlich über ein Konzept für die Betreuung der Kleinsten Gedanken machen. Mitglied Monika Bette, früher Mitarbeiterin des Landesjugendamtes Rheinland, übernahm die fachliche Beratung.

Im April 1994 ging die „Arche“ mit zwei Gruppen und fünf pädagogischen Mitarbeiterinnen an den Start. 25 Mädchen und Jungen wurden von 8 bis 12 Uhr und von 14 bis 16 Uhr im Kindergarten betreut, die Gruppe der 15 Kinder zwischen sechs Monaten und sechs Jahren blieb auch über Mittag.

Ute Benning, seit Jahren Leiterin der Einrichtung, ist seit der ersten Stunde dabei. Sie übernahm die altersgemischte Gruppe. „Das war eine Herausforderung und sehr spannend“, erinnert sich Benning, die zuvor in einem „normalen“ städtischen Kindergarten gearbeitet hatte. „Trotz der räumlichen Enge gelang es dem Arche-Team, ein kindbezogenes Konzept mit vielen Bildungsschwerpunkten aufzubauen. Auch die Kochfrau, die jeden Mittag ein frisches Essen für die Kinder zubereitete, trug zum guten Ruf der Arche bei“, erzählt Monika Bette.

Auch deshalb stieg die Nachfrage. Die als kostengünstiges Provisorium hergerichteten Räume reichten nach einigen Jahren nicht mehr aus, wiesen zudem bauliche Mängel auf. Der Verein suchte vergeblich nach anderen Räumen und entschloss sich schließlich zum Neubau.

Das Platzangebot stieg von 250 auf mehr als 600 Quadratmeter

2013 eröffnete die neue Arche im Haus Steinstraße 109 mit zwei Gruppen für Kinder unter drei Jahren und einer Gruppe für Mädchen und Jungen im Kindergartenalter. Das Team wuchs auf elf pädagogische Mitarbeiterinnen, das Platzangebot von 250 auf mehr als 600 Quadratmeter.

Der 25. Geburtstag der Arche wird selbstverständlich gefeiert – und die Kinder planen eifrig mit: Sie wollen mit den Erzieherinnen einen Geburtstagskuchen in Form eine Arche backen, eine Krone basteln, wie sie jedes Arche-Geburtstagskind bekommt, die Perlen auf die „Lebenskette“ ihrer Kindertagesstätte aufreihen . . . „Nicht der Träger soll diese Feier organisieren, sondern die Erzieherinnen und die Kinder“, sagt Einrichtungsleiterin Ute Benning. Die Kleinen reden also mit – so wie es in der Arche seit 25 Jahren üblich ist.

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