Frauenberatung

Die Frauenberatungsstelle Gladbeck hat sich neu aufgestellt

Susanne Dillner, Saskia Meyer und Miriam Schmikowski gehören zum fünfköpfigen Team der Frauenberatungsstelle.

Susanne Dillner, Saskia Meyer und Miriam Schmikowski gehören zum fünfköpfigen Team der Frauenberatungsstelle.

Foto: Oliver Mengedoht / FUNKE Foto Services

Gladbeck.  Es gibt neue Mitarbeiterinnen und neue Angebote. Im September wird 35. Geburtstag gefeiert. Ihre Räume muss die Beratungsstelle verlassen.

In diesem Jahr dreht sich vieles um den 100. Stadtgeburtstag. Auch die Frauenberatung feiert in diesem Jahr Geburtstag – den 35. „Das wollen wir feiern“, sagt Sozialarbeiterin Susanne Dillner, die seit 2008 das Team unterstützt. Für Freitag, 27. September, parallel zum Feierabendmarkt auf dem Rathausplatz, organisieren die Mitarbeiterinnen von 15 bis 20 Uhr daher einen Markt für Frauen, Mädchen und Unterstützerinnen des Vereins.

„Wir werden 25 Stände aufstellen, Frauen können diese kostenfrei buchen und dort Selbstgemachtes wie Schmuck oder Marmelade verkaufen“, erzählt Saskia Meyer, die den Markt federführend organisiert und neu im Team ist. Statt einer Standgebühr wird um eine Spende von etwa zehn Prozent der Einnahmen gebeten. Eine Bewirtung soll es an den Ständen nicht geben. „Das ist mit dem Feierabendmarkt so abgesprochen. Wir wollen keine Konkurrenz, sondern eine Ergänzung sein.“

Neben einem neuen Team gibt es auch ein neues Angebot

Neben Saskia Meyer (36) ist auch Miriam Schmikowski (38) neu im fünfköpfigen Team. Mit den neuen Mitarbeiterinnen gibt es auch ein neues Angebot. „Wir beraten Firmen und Betriebe jetzt zum Thema sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz“, sagt Saskia Meyer. „Vorfälle gibt es überall. Oft wird sexuelle Belästigung als Flirten heruntergespielt. Aber das muss keiner akzeptieren.“ Die Frauenberatungsstelle möchte vorbeugende Maßnahmen anbieten, etwa Workshops oder Seminare. Teilnehmen können Teams, Auszubildende, Chefs oder der Betriebsrat, je nach Wunsch.

„Viele Betriebe setzen sich nicht gerne mit sexueller Belästigung am Arbeitsplatz auseinander, aber es kann auch ein Aushängeschild werden, wenn sich Firmen mit dem Thema beschäftigen“, ist Meyer überzeugt. Sie betont: „Unsere Schweigepflicht gilt nicht nur für ratsuchende Frauen. Wenn sich Firmen erst einmal mit uns abstimmen möchten, können sie auf uns zukommen.“

Nach zwölf Jahren muss die Beratungsstelle einen neuen Standort suchen

Die Frauenberatungsstelle ist im Moment viel mit den Vorbereitungen zum 35. Geburtstag beschäftigt. Doch es gibt auch noch ein dringendes Problem zu lösen. Die Beratungsstelle muss ihre Räume an der Grabenstraße aufgeben. Zwölf Jahre hatte sie dort ihren Standort. „Das Haus ist verkauft worden, der neue Vermieter hat Eigenbedarf angemeldet. Zum 1. Januar 2020 müssen wir raus sein“, sagt Miriam Schmikowski. „Das ist derzeit für uns eine große Belastung.“

Das Team ist nun auf der Suche nach neuen Räumen. Dabei gibt es einiges zu beachten. „Wir brauchen mindestens vier schallgeschützte Beratungsräume, damit sich unsere Klienten nicht gegenseitig hören können.“

Am liebsten würde die Frauenberatungsstelle Räume in einem Hinterhof, verbunden mit einem Ladenlokal anmieten. „Dort könnten wir zusätzlich ein Café oder ein Second Hand-Geschäft unterbringen“, so Schmikowski. Das könne die Beratungen niederschwelliger machen. „Das Angebot soll sich aber auch an Frauen richten, die mit ihren Problemen nicht direkt zu uns kommen wollen.“ Oder auch an diejenigen, die keine Probleme haben und sich einfach nur mit anderen Frauen austauschen möchten.

Helfer für den Umzug gesucht

Am besten wäre, wenn die neuen Räume barrierefrei sind. Dann können auch Frauen, etwa im Rollstuhl, die Beraterinnen problemlos aufsuchen. Wenn ein neuer Platz für die Beratungsstelle gefunden ist, ist das Team bei dem Umzug dankbar für jede Unterstützung. „Wir freuen uns über Firmen, die Wände streichen, über Menschen die Geld spenden, Kisten packen oder uns welche zur Verfügung stellen“, sagt Meyer. Der Verein muss zwar nicht um seine Existenz bangen, ist aber auf Spenden angewiesen. Geld kommt zudem von Land, Kreis und Stadt. „Das reicht aber vorne und hinten nicht.“ Zudem würden Personalkosten und Mieten steigen.

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