Comedy

Der „Unglaubliche Heinz“ lieferte in Gladbeck flotte Sprüche

Der „Unglaubliche Heinz“ kam am Gladbecker Kotten Nie  so richtig in Fahrt – sehr zur Freude seines Publikums in der ausverkauften Tenne.

Der „Unglaubliche Heinz“ kam am Gladbecker Kotten Nie so richtig in Fahrt – sehr zur Freude seines Publikums in der ausverkauften Tenne.

Foto: Heinrich Jung

Gladbeck.   In der Tenne am Gladbecker Kotten Nie verschonte Heinz Gröning weder Prominenz noch sich selbst. Der Künstler hatte die Lacher auf seiner Seite.

„Wollt ihr Rock’n’Roll?“, ruft ein Mann mit auffallend roten, spitzen Schuhen in die Runde. Alle antworten: „Ja!“ Zurück kommt: „Ganz ehrlich, warum geht ihr dann in eine Comedy-Show?“ Der Typ nimmt die Zuschauer – verbal, versteht sich – auf den Arm. Heinz Gröning, bekannt als „der unglaubliche Heinz“, steht mit Gitarre und Mikro vor 75 gut gelaunten und zufriedenen Gästen. War es ihnen doch gelungen, Tickets für das im Nu ausverkaufte Comedy-Programm ergattern. „Heute sehe ich ihn zum ersten Mal“, sagt Jenny Biskup aus Bottrop, „ich lasse mich einfach überraschen.“

Der Künstler nutzt auch die Küche im Kotten

In der Tenne am Kotten Nie geht eine 180-Grad-Show über die Bühne – mit linkem und rechtem Zuschauerbereich. Selbst für den „Unglaublichen“ eine Premiere. „Ihr müsst ein wenig Fantasie mitbringen, normalweise wäre jetzt hier ein Theater,“ sagt der 53-Jährige Künstler, bevor er in der Küche verschwindet. Er nutzt sie als Backstage-Bereich.

Die Show umfasst Anekdoten und Musik

Schon zu Beginn präsentiert „Heinz“ seine geballte Wort-Akrobatik: „Ich begrüße Eure marktkapitalistische Entscheidung meiner Präsentation verbal-vokaler Konsonant-Vermischung.“ Übersetzung: „Anders ausgedrückt, danke für Euren Eintritt.“ Die Einnahmen habe seine Frau gestern für sich längst ausgegeben, bringt Gröning vor allem die Herren zum Lachen. Jürgen Watenphul, Schatzmeister des Fördervereins Kotten Nie, erzählt: „Ich habe ihn im Fernsehen gesehen und fand ihn einfach genial.“

Ein Lied würdigt den Kotten Nie und den Bergbau

Keiner bleibt beim „Unglaublichen“ verschont: die Zuschauer, bekannte Persönlichkeiten, er selbst. „In Wirklichkeit bin ich innerlich so grazil und filigran wie ein schöner Schwan aus Marzipan, gehüllt in Zellophan“, beschreibt er sich. Er meint: „Wenn ich euch gut unterhalten soll, solltet ihr euch nicht gut unterhalten.“ Und provoziert mit diesem Spruch weitere

Lacher. Mit dem Qualitätszertifikat „Objekt, Subjekt, Prädikat enthalten“ bietet der „Unglaubliche Heinz“ eine Show, die Mimik, Anekdoten aus anderen Shows und philosophische Weisheiten großer Denker wie Immanuel Kant oder Friedrich Nietzsche unter einen Hut bringt. Doch das Highlight des Abends ist für viele das improvisierte und vom Publikum mitkomponierte Gladbeck-Lied: eine Hommage an den Kotten Nie, an den Bergbau und einen Mann namens Dominik – eine Besucherin hat ihre Begleitung als Vorschlag für den Refrain gegeben. Jürgen Watenphuls Bilanz: „Eine schöne Veranstaltung!“ Und das Publikum dürfte ihm zustimmen – bei den Lachern . . .

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