Straßen der Stadt

Der Frochtwinkel weckt Erinnerung an alten Zweckeler Hof

Blick in den Frochtwinkel in Zweckel: Der Name erinnert an den Hof Frochtwinkel/Brahm, der hier bis 1964 existierte. Foto:Oliver Mengedoht

Blick in den Frochtwinkel in Zweckel: Der Name erinnert an den Hof Frochtwinkel/Brahm, der hier bis 1964 existierte. Foto:Oliver Mengedoht

Gladbeck.  Frochtwinkel ist ein alter Hofname: Heinrich Frochtwinkel, genannt Brahm, kaufte den einstigen Hof Große-Frintrop an der Feldhauser Straße.

Der Frochtwinkel hoch im Norden von Zweckel ist eine zweiteilige Straße – rund 200 Meter weit zweigt der Frochtwinkel zunächst von der Feldhauser Straße Richtung Westen ab. Einen zweiter Teil zweigt vom Frochtwinkel selbst rund 300 Meter weit Richtung Norden bis zum Kreisverkehr Feldhauser Straße ab.

Der erste Teil entstand Mitte der 60er Jahre, wurde endgültig 1968 fertig gestellt. Schon 1963, während der Planung, gab der Stadtrat der Wohnstraße den Namen Frochtwinkel. Die Erweiterung nach Norden war 1970 fertig, schon 1968 erhielt die Erweiterung des Wohngebietes ebenfalls den Namen Frochtwinkel.

Die Geschichte des Hofes Frochtwinkel beginnt 1826

Laut einem städtischen Straßenverzeichnis von 1978 handelt es sich bei dem Namen Frochtwinkel um einen alten Flurnamen, also eine recht fruchtbare Flur. Der Verein für Orts- und Heimatkunde ist da allerdings anderer Meinung: Seinen Recherchen zur Folge bezieht sich der Straßenname auf einen Hofnamen und leitet sich vom Hof Brahm, genannt Frochtwinkel, ab, der einst im Bereich des Frochtwinkels stand und 1964 abgerissen wurde.

Hintergrund ist, dass einst der Name eines Bauernhofes erhalten blieb, auch wenn ein Mann auf einen Hof einheiratete, den eine Frau geerbt hatte oder die verwitwet war. So war es mit den Familien Frochtwinkel und Brahm Anfang des 19. Jahrhunderts: Ein Anton Frochtwinkel aus Buer-Resse heiratete sich auf den Hof Brahm in Butendorf ein, indem er 1826 Maria Catarina Brahm ehelichte (Bramsfeld in Butendorf!).

Hof hatte umfangreiche Ländereien in Zweckel

Fortan hieß er Anton Frochtwinkel, genannt Brahm. Sein Sohn Heinrich Frochtwinkel, gnt. Brahm, heiratete 1878 Josefine Schulte-Rentrop. Sie pachteten zunächst einen Hof in Butendorf an der Steinstraße, kauften aber später den Hof Große-Frintrop in Zweckel, der fortan den Namen Frochtwinkel, gnt. Brahm, führte.

In jüngerer Zeit setzte sich bei der Familie dann doch den Name Brahm als Familienname durch, so dass der Hof Brahm, gnt. Frochtwinkel, hieß. Zum Hof gehörte die 1957 abgerissene Brahmbrücke und umfangreiche Ländereien, die verkauft oder in Erbpacht vergeben wurden – an der Tunnelstraße zwischen Feldhauser- und Händelstraße, aber eben auch an der Straße „Frochtwinkel“, mit dessen Namensnennung an den alten Hof erinnert wird.

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