Fahrradklima-Test

Der Fahrradklima-Test offenbart Knackpunkte in Gladbeck

Vera Bücker vom ADFC Gladbeck ist eine passionierte Radlerin. Sie kennt die problematischen Ecken in der Stadt aus dem Effeff.

Vera Bücker vom ADFC Gladbeck ist eine passionierte Radlerin. Sie kennt die problematischen Ecken in der Stadt aus dem Effeff.

Foto: Oliver Mengedoht / FUNKE Foto Services

Gladbeck.  Der ADFC fragt wieder: Wie zufrieden sind Gladbecker Radler mit den Verkehrsbedingungen vor Ort? Die Umfrage startet am 1. September.

Kommt der Fahrrad-Verkehr auf den Straßen in Gladbeck besser in Schwung als in den vergangenen zwei Jahren? An welchen Stellen läuft’s wie geschmiert? Welche Gegebenheit wirkt wie ein Bremsklotz für Menschen, die bereits in die Pedale treten oder vom Auto auf den Drahtesel umsteigen wollen? Der Fahrradklima-Test 2020 ist das Zufriedenheitsbarometer von Radlern. Sie können daran ab 1. September teilnehmen, kritisieren und loben.

Vera Bücker, Sprecherin der Ortsgruppe Gladbeck im Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC), erklärt: „Es gibt 27 Fragen, die größtenteils identisch sind, damit man sie besser mit früheren Tests vergleichen kann.“ Wer mitmacht, kann – wie in der Schule – Zensuren von 1 (sehr gut) bis sechs (ungenügend) vergeben. In erster Linie kreisen die Fragen um Aspekte des fließenden, oder vielleicht stockenden, Fahrradverkehrs. Bedeutet das Radeln Spaß oder Stress? In welchem Zustand sind die ausgewiesenen Strecken? Entstehen Konflikte mit Menschen, die per pedes oder Auto unterwegs sind? Wurde viel für eine fahrradfreundliche Stadt getan? Wie ist es um „Park-Möglichkeiten“ des Zweirads bestellt?

Gladbeck: Der Block mit Zusatzfragen dreht sich um Radeln in Corona-Zeiten

„Jedes Mal gibt es einen Block mit Zusatzfragen zu aktuellen Ereignissen“, ergänzt Bücker. Klar, dass im Corona-Jahr die Pandemie auch in der Umfrage nicht abseits steht. So lautet denn ein Punkt: „Ist während der Corona-Zeit die Bedeutung des Fahrrads gestiegen?“

164 Gladbecker beteiligten sich vor zwei Jahren am Test, der wissenschaftlich ausgewertet wird. Bundesweit waren es 170.000 Menschen. Die Städte sind nach Einwohnerzahl in Kategorien eingeteilt. „Gladbeck belegte deutschlandweit den 49. Platz von 106“, so Bücker, „NRW-weit war es Rang 19 von 43.“ Die ADFC-Expertin stellt fest: „Wir werden immer schlechter. Die beste Gesamtnote hatte Gladbeck im Jahr 2014: 3,3. 2018 hatten wir eine 3,9.“ Sie sei gespannt, „ob wir das halten können“.

Diese Abwärtstendenz bedeute keineswegs, dass sich in Gladbeck in puncto Fahrradverkehr nichts bewege: „Ich habe den Eindruck, dass woanders mehr passiert. Das verschiebt die Relationen. Zudem steigen die Ansprüche. Die Radwege haben sich nicht verschlechtert, doch die Bewertung wird kritischer. Aber das ist meine persönliche Interpretation.“

Besonders interessant sei, wie Menschen die Situation beurteilen, die selten in die Pedale treten. „Nur sechs Prozent aller Radler gelten als geübt und versiert“, so Bücker. Nachvollziehbar, dass diese Gruppe sich seltener auf dem Sattel unwohl fühlt.

„Nach Angaben des Bundes-ADFC sind 60 Prozent Gelegenheitsfahrer, die gerne mehr mit dem Fahrrad unterwegs wären, aber Angst haben“, sagt Bücker – beispielsweise auf der Buerschen Straße, wo parkende Autos, Radweg und Fahrbahn nebeneinander verlaufen. Diese Radler haben erfahrungsgemäß einen anderen Blick auf die Lage in Gladbeck. Was würden sie ändern? Welche Stellen sind aus ihrer Sicht problematisch?

Der ADFC hat für den 5. September einen Fahrrad-Kongress organisiert. Die zweistündige Veranstaltung im Bürgerhaus Ost, Bülser Straße 172, beginnt um 14 Uhr. Bürgermeister-Kandidaten stellen ihre Ziele für ein fahrradfreundliches Gladbeck vor. Eine Anmeldung für diese Konferenz ist erforderlich, da die Teilnehmerzahl begrenzt ist: adfc-gla@email.de

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