Das Abfallsystem

Das Mülltrennen wird den Bürgern in Gladbeck leicht gemacht

Ein Experte in Sachen Mülltrennung: Henrik Feldhaus (40) ist Sachgebietsleiter für Öffentlichkeitsarbeit und Kundenberatung beim Zentralen Betriebshof der Stadt Gladbeck.

Ein Experte in Sachen Mülltrennung: Henrik Feldhaus (40) ist Sachgebietsleiter für Öffentlichkeitsarbeit und Kundenberatung beim Zentralen Betriebshof der Stadt Gladbeck.

Foto: Lutz von Staegmann / Funke Foto Services

Bei der Mülltrennung gibt es einige Regeln zu beachten. Die sind aber nicht allzu schwierig. Und das Team vom ZBG hilft auch immer gerne weiter.

Manchen Zeitgenossen ist das Trennen von Abfall in Fleisch und Blut übergegangen – dank Jahrzehnte langer Praxis. Verpackungen kommen in eine gesonderte Tonne, ebenso Restmüll. Und dass Altglas und Papier nicht irgendwie weggeschmissen wird, versteht sich von selbst. Ganz zu schweigen von defekten Computer-Bildschirmen, abgewetzten Autoreifen, vertrockneten Farbeimern und fuhrenweise Bauschutt.

Das Sortieren von Materialien dürfte so schwer nicht sein. Sollte man wenigstens meinen. Doch Henrik Feldhaus, beim Zentralen Betriebshof Gladbeck (ZBG) zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit und Kundenbetreuung, weiß es besser: Manche Zeitgenossen nehmen es mit dem Trennen nicht so genau. Schlimmer noch: Es interessiert sie nicht. Man denke nur an die Aktion „Gladbeck putzt“. Dabei klauben Freiwillige säckeweise den Dreck von Mitmenschen aus der Umwelt, die ihren Müll achtlos irgendwo entsorgen.

Viele Leistungen vom ZBG sind gebührenfrei

Ein Verhalten, dass Feldhaus nicht nachvollziehen kann, sind doch viele ZBG-Leistungen gebührenfrei. Ein Beispiel: Obwohl die Entsorgung von Papier gratis ist, sind im Stadtbild – insbesondere an den Stationen von Altglas- und Altkleider-Containern – immer wieder Stapel von zerfledderten Zeitschriften zu sehen. Wenn es regnet, mutieren sie in Nullkommanichts zu einem matschigen Haufen.

Das geänderte Konsum-Verhalten schlägt sich auch im Abfall-Aufkommen nieder, stellt Feldhaus fest. Er berichtet: „Wegen des Online-Handels werden Kartonagen immer mehr.“ Rund 4800 Tonnen Papier und Pappe sammelten die Gladbecker im vergangenen Jahr.

Die Entsorgung von Elektroschrott

Die Entsorgung von Elektroschrott „kostet den Bürger ebenfalls nichts“. Diese große Gruppe splitten die Fachleute in sechs Fraktionen. Feldhaus zählt auf: 1) Kühlschränke/Tiefkühltruhen, 2) Großgeräte wie Waschmaschinen und Geschirrspüler, 3) Leuchtmittel, zum Beispiel Neonröhren, 4) Bildschirme (Fernseher, PC), 5) Kleingeräte vom Föhn bis zum Toaster und 6) Photovoltaik-Module – „die haben wir momentan ganz, ganz wenig“. Henrik Feldhaus weist darauf hin: „Rasierer, Fotoapparate und ähnliche Gegenstände müssen ohne Batterie und Akku abgeben werden.“

Wer sich unsicher ist, wie etwas korrekt entsorgt werden muss, kann sich an den Zentralen Betriebshof an der Wilhelmstraße wenden. Bei speziellen Materialien ist der Umweltbrummi für Rückfragen die richtige Adresse.

Die Mülldetektive sind überall im Stadtgebiet unterwegs

Zwei Mülldetektive des Betriebshofs gehen seit Jahresbeginn in der Stadt auf Streife, um den Verursachern illegaler Ansammlungen von Unrat auf die Spur zu kommen.

Reiner Baranowski und Michael Gonska wollen Umweltsünder stellen, suchen akribisch nach Hinweisen und gehen ihnen nach. Warum manche Zeitgenossen in Nacht-und-Nebel-Aktionen defekte Haushaltsgeräte und Möbelstücke irgendwo in die Gegend kippen? Das ist den Fachleuten beim ZBG ein Rätsel. Wird doch Sperrmüll gebührenfrei abgeholt.

Und unter diesen Begriff fallen vielerlei Gegenstände: Elektrogeräte und Couchgarnituren ebenso wie Matratzen und Teppiche – „alles was nicht eingebaut ist“.

Bauschutt und Fenster zählen nicht dazu. Feldhaus unterstreicht: „So oft wie gewünscht, transportieren wir Sperrmüll ab. Das ist von der Menge und der Anzahl der Abholungen her nicht gedeckelt.“ Auch am Wertstoffhof können Gladbecker ihren Sperrmüll loswerden. Knapp 3000 Tonnen kamen im vergangenen Jahr zusammen.

Die Gassibeutel

250.000 Gassibeutel hat der Zentrale Betriebshof Gladbeck im vorigen Jahr ausgegeben. Doch nicht nur hier an den Wilhelmstraße, sondern auch an anderen Stellen in der Stadt können Frauchen und Herrchen die Tüten für die Hinterlassenschaften ihrer Hunde bekommen: im alten und neuen Rathaus am Willy-Brandt-Platz sowie in einigen Apotheken und bei Tierärzten. Der ZBG-Experte Henrik Feldhaus sagt: „Die Hundehalter sollten so clever sein und die Gassibeutel in den Abfalleimer werden.“ Hintergrund für diesen Hinweis: Immer wieder sei zu beobachten, dass Bürger zwar den Hundekot aufsammeln, die gefüllten Tüten dann aber irgendwo ins Gebüsch werfen. Das ist nicht Sinn der Gassibeutel . . .

An vielen Stellen hängen und stehen Abfalleimer

300 öffentliche Abfalleimer, Pi mal Daumen, sind stadtweit installiert.

Bei der Festlegung der Standorte, so Henrik Feldhaus, spielen neuralgische Punkte eine Rolle: an bestimmten Bushaltestellen (in der Innenstadt), in Grünanlagen wie im Nordpark und in Wittringen sowie im Bereich von Schulen. Bei letzteren beschweren sich bisweilen Anwohner. Schüler auf dem Weg ins Klassenzimmer oder nach Unterrichtsschluss, so die Kritik, würden leere Getränkedosen, Essensreste und auch Zigarettenkippen in die Vorgärten werfen. Dabei, so Feldhaus, „stellen Schulen selber Behälter auf“. Die öffentlichen Eimer seien aus Kunststoff oder – an manchen Standorten – aus Metall, damit sie nicht so leicht zu zerstören sind: „Selbst wenn man sie anzündet, bleiben sie als Behälter erhalten.“

Die blauen Tonnen

18.000 blaue Tonnen sind in Gladbeck im Umlauf. Die Behälter werden gebührenfrei gestellt. Dort hinein gehören ausschließlich Papier und Pappen/Kartonagen. Also beispielsweise: Zeitungen, Zeitschriften und Bücher sowie die Verpackungen von Paketen und Eierschachteln. Nichts in der blauen Tonne verloren haben hingegen Abfälle wie Tapetenreste und Einwegtaschentücher. Papier und Pappe können Gladbecker auch am Betriebshof abgeben. Dieser Service ist gratis.

Die grauen Tonnen

19.000 graue Tonnen für Restabfall stehen im Stadtgebiet. Darin sollen Bürger alles entsorgen, was weder Verpackung noch Papier noch Biomüll ist. Sprich: Glühlampen, kaputte Regenschirme, leere Klebstoffstifte, Plastikzahnbürsten, Textmarker, Zigarettenkippen. Nicht gedacht ist die graue Tonne für ausrangierte Handys, Batterien, Glas und Getränkedosen. Was sich kompostieren lässt, landet ordnungsgemäß in der braunen Tonne für Bio-Material, von der etwa 13.500 in Gladbeck stehen. Dazu zählen Obst- und Gemüse (-reste), Eierschalen, alte Blumen (ohne Plastiktopf, versteht sich!), Brot, Wurst und benutzte Teebeutel. Für Verpackungen aus Plastik und Metall ist die gelbe Tonne da. Beispielhaft genannt seien Joghurtbecher, Kronkorken, Senftuben, Flaschen für Reinigungsmittel. Feldhaus: „Insgesamt leeren wir in Gladbeck 50.500 Abfallbehälter.“

Der Umweltbrummi

7000 Besucher, gerundet, steuerten im vergangenen Jahr den Umweltbrummi an. Oft geben Gladbecker Farben, Lacke und Batterien ab.

Feldhaus berichtet: „Spezielle Sachen werden vor dem Besuch bei uns angefragt.“ Da hören die ZBG-Mitarbeiter Sätze wie: „Ich hab’ hier einen Kellerfund, kann ich den bei Ihnen abgeben?“ Manches könne und dürfe das Team des Betriebshofes nicht entgegennehmen, zum Beispiel Asbest. Feldhaus erzählt: „Wir hatten auch schon mal den Hof wegen gefährlicher Abfälle gesperrt. Da war der Kampfmittelräumdienst hier. Das Material musste von Spezialisten beseitigt werden.“

Die Altglascontainer

98 Stationen sind im Stadtgebiet für Altglas eingerichtet. Darum kümmere sich die Firma Remondis, so Feldhaus. Hinzu kommen 82 Container für Altkleider, „die zur Verfügung gestellt werden für gemeinnützige Organisationen“. Beide Sammelangebote seien in Gladbeck stets kombiniert. Im Jahr 2018 wurden in Gladbeck 1036 Tonnen Altglas gesammelt, „das Gesamtgewicht pendelt sich immer um 1000 Tonnen im Jahr ein“, sagt der Experte. Eigentlich sollte jedem einleuchten, was in einen Altglas-Container gehört und was nicht. Doch trotzdem landen regelmäßig auch Scherben und Glühbirnen in den Behältern – und das sollte nicht sein. Außerdem werden die Stationen, so die Erfahrung beim ZBG, mit Abladehalden für jegliche Form von Unrat verwechselt. Tüten- und kartonweise stehen an den Containern Abfälle.

Die Behälter für Straßenlaub

450 Exemplare der 1100-Liter-Behältnisse für Straßenlaub stellt der ZBG im Herbst auf. Hinzu kommen 120 Stück, die 240 Liter fassen.

Henrik Feldhaus erläutert: „Wir legen die Standorte fest – es geht nach Laubaufkommen und Verkehrssituation.“ Wo das Betriebshof-Team nicht saugen kann und große Straßenbäume stehen, werden die Behälter bevorzugt postiert. „Sie sind ausschließlich für Straßenlaub gedacht“, betont Feldhaus – also nicht für Grünabfälle aus dem privaten Garten. Er ergänzt: „Sammelkörbe kann jeder selbst aufstellen, die leeren wir auch.“

Allerdings nicht nach festen Abfuhrterminen, denn „das ist eine Leistung, die wir zusätzlich erbringen.“ Im vergangenen Jahr brachte es das abtransportierte Laub auf ein Gewicht von 694 Tonnen, im Jahr davor waren es 730 Tonnen. Henrik Feldhaus erklärt: „Die Schwankungen sind witterungsbedingt.“

>> weiter Infos gibt es auf der Homepage vom ZBG www.zb-gladbeck.de

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