Arbeitsagentur

Das Jobcenter bietet Hartz-IV-Beziehern Workshops an

Arbeits- und Gesundheitsförderung hängen zusammen. Das wissen Patrick Arntzen, Klaudia Vogler, Herbert Rusch, Holger Russ (vorne v. l.), Nicole Tomas, Ksenia Reis und Carsten Taschner (hinten v. l.).Jobcenter stellt im City-Fitness Recklinghausen Projekt zur Arbeits- und Gesundheitsförderung vor. Foto: Markus Geling

Arbeits- und Gesundheitsförderung hängen zusammen. Das wissen Patrick Arntzen, Klaudia Vogler, Herbert Rusch, Holger Russ (vorne v. l.), Nicole Tomas, Ksenia Reis und Carsten Taschner (hinten v. l.).Jobcenter stellt im City-Fitness Recklinghausen Projekt zur Arbeits- und Gesundheitsförderung vor. Foto: Markus Geling

Foto: Markus Geling / Foto Service

Vest.  Das Jobcenter in Recklinghausen und die Krankenkassengemeinschaft will Hartz-IV-Bezieher durch Workshops stärken. Die Teilnahme ist kostenlos.

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„Gesunde Ernährung und Gewichtsmanagement“, „Umgang mit Stress im Bewerbungsverfahren“ oder „Gesundheit durch Bewegung und Aktivität“: Mit diesen Themen beschäftigen sich Workshops, die das Jobcenter Kreis Recklinghausen und die Krankenkassengemeinschaft allen Arbeitslosen anbieten, die Leistungen aus der Grundsicherung erhalten (Hartz IV). Die Teilnahme ist kostenlos, freiwillig – und aus Sicht des Jobcenters eine gute Möglichkeit, die Arbeitsmarktchancen zu verbessern.

Workshops werden im Rahmen eines Modellprojekts angeboten

„Verzahnung von Arbeits- und Gesundheitsförderung in der kommunalen Lebenswelt“: So lautet der Titel des Modellprojekts, in dessen Rahmen die Workshops angeboten werden. „Bis Ende dieses Jahres werden sich bundesweit 200 Jobcenter und Arbeitsagenturen an diesem Projekt beteiligen“, sagt Holger Russ (GKV-Arbeitsgemeinschaft). Rein rechnerisch erhalte jeder Teilnehmer pro Jahr 50.000 Euro. Das bedeute: Die Krankenkassengemeinschaft, für die Russ spricht, stelle für 2020, 2021 und 2022 insgesamt 30 Millionen Euro zur Verfügung.

Ein Großteil der betroffenen Menschen hat gesundheitliche Probleme

Das Geld sei gut angelegt, findet auch Carsten Taschner. „Ein Großteil der von uns betreuten Menschen ist von gesundheitlichen Problemen betroffen“, so der Ressortleiter des Jobcenters. Einerseits könnten gesundheitliche Beeinträchtigungen Arbeitslosigkeit verursachen, andererseits könne eine lang anhaltende, erfolglose Arbeitssuche auch krank machen. Alleine schon deshalb, weil sich Langzeitarbeitslose oft zurückzögen, isolierten. Über die Angebote des Modellprojektes sollen die Hartz-IV-Bezieher wieder mehr Kontakte zu anderen Menschen knüpfen und etwas für ihre Gesundheit und ihr Selbstbewusstsein tun.

Bewegung und Ernährung sind Inhalte

Dabei sollen die Workshops auch Appetit auf mehr machen. „Wir haben die Möglichkeit, Interessierten anschließend gezielt weitere Präventionsangebote zu Bewegung, Ernährung oder Stressmanagement zu machen“, sagt Nicole Tomas. Auch die Teilnahme an diesen Kursen, Seminaren oder Trainings sei kostenlos. Tomas ist Geschäftsführerin von „Kinetic+“. Der Dienstleister aus dem Bereich des betrieblichen Gesundheitsmanagements mischt bei dem Projekt als Kooperationspartner mit, wie auch das Recklinghäuser Fitness- und Gesundheitszentrum „City Fitness“, das nie nur „Mucki-Bude“ sein wollte, wie Geschäftsführer Herbert Rusch betont.

Das Jobcenter Kreis Recklinghausen macht bereits seit Sommer 2018 bei dem Modellprojekt mit. Bisher sei die Resonanz aber überschaubar gewesen, so Sprecher Thomas König. Auch deshalb qualifiziert das Jobcenter nun aus eigenem Budget 100 seiner Mitarbeiter weiter, damit sie ihre Kunden sensibel auf das Angebot und die Förderung hinweisen „und sie so zur Teilnahme an den Workshops und Präventionsmaßnahmen motivieren“, wie Projektkoordinatorin Ksenia Reis sagt.

„Es wäre schön, wenn sich die Teilnehmer auf Längerfristiges einließen“

Dort können sie dann auch Klaudia Vogler kennenlernen. Die Trainerin will einerseits zeigen, wie man mit akutem Stress umgehen kann und durch Atem- und Körperentspannungstechniken oder positives Denken ruhiger in eine Situation wie ein Vorstellungsgespräch geht. Und andererseits, wie man widerstandsfähiger wird und aus stressenden Herausforderungen positive Energie zieht. „Individuelle Stresskompetenz kann man aber nicht in einem einmaligen Workshop vermitteln“, sagt Vogler. „Es wäre schön, wenn die Teilnehmer sich auf etwas Längerfristiges einließen.“

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