Kultur

Danny-Tristan Bombosch komponiert in Zweckel Filmmusik

Der Gladbecker Danny-Tristan Bombosch (23) komponiert in seinem kleinen Studio zuhause Musik für Filme und Theaterstücke. Foto: Olaf Fuhrmann / FUNKE Foto Services

Der Gladbecker Danny-Tristan Bombosch (23) komponiert in seinem kleinen Studio zuhause Musik für Filme und Theaterstücke. Foto: Olaf Fuhrmann / FUNKE Foto Services

Foto: Olaf Fuhrmann / Funke Foto Services GmbH

Gladbeck.  Der 23-jährige Zweckeler Danny-Tristan Bombosch kreiert derzeit den Sound für den Streifen „Hier und Jetzt“. Gedreht wird demnächst in Gladbeck.

Mit sachten Fingerbewegungen – fast zärtlich, amoroso! – lässt Danny-Tristan Bombosch ein Orchester spielen. Da braucht der 23-Jährige keinen Taktstock, damit Geigen und Trompeten, Harfen und Trommeln nach seiner Pfeife tanzen, um es salopp zu sagen. Der Gladbecker Filmmusikkomponist holt all’ diese Klänge aus seinem Klavier. Naja, etwas komplizierter ist es denn doch. Die WAZ darf Bombosch bei seiner Arbeit über die Schulter schauen. Der Zweckeler plaudert aus dem Musikkästchen und lässt sogar Hinweise auf sein aktuelles Projekt anklingen.

Der geplante Kurzfilm unter Regie von Tom Sielemann trägt den Titel „Hier und Jetzt“

Der geplante Kurzfilm trägt den Titel „Hier und Jetzt“. Gladbeck spielt in Bild und Ton eine Rolle. Regisseur Tom Sielemann hat nämlich nicht nur Bombosch engagiert. „Einige Szenen werden hier gedreht“, verrät der 23-Jährige, der auch den Part des Location-Scouts übernommen hat. Die Geschichte dreht sich um zwei Freundinnen, dargestellt von Marija Mauer und Marijke Smitt. Eine der jungen Frauen möchte Schauspielerin werden und bekommt ein Stipendium angeboten: in Kanada. Ein „Ja“ würde die Trennung von der Freundin bedeuten. Wie wird die Entscheidung ausfallen? Im 20-minütigen Film besteht der zentrale Konflikt aus der Frage: „Beruf oder Freundschaft“.

Danny-Tristan Bombosch will den emotionalen Zwiespalt in Töne packen

Zu sehen sein wird der Streifen erst im kommenden Jahr. Bombosch vermittelt jetzt schon einen Eindruck der Musik- und damit auch der Gefühlswelt, die das Publikum erwartet. „Der Film ist kein Drama, es steckt Hoffnung darin“, beschreibt er die Stimmung. Folglich komponiere er nicht in Moll. „Die Musik ist positiv, nicht düster“, sagt er – und schlägt prompt ein paar Noten am Klavier an. Tenor: kein Bombast, die Melodien können melancholisch werden, aber einen fröhlichen Touch haben. Den emotionalen Zwiespalt will er in Töne packen, über ein konkretes Stück hüllt er sich einstweilen in Schweigen.

Bombosch versteht, alle Register zu ziehen. Dabei könnte man in seinem Falle von einem „Spätberufenen seines Fachs“ sprechen, ist ihm die Welt der Klänge doch keineswegs in die Wiege gelegt worden. Der ehemalige Schüler des Ratsgymnasiums erinnert sich: „Mein Lehrer hat im Musikunterricht Klavier gespielt. Auf einmal hatte ich große Lust, das auch zu können.“ Als er seinen Eltern kundtat, dass er ein Klavier haben wolle, reagierten sie skeptisch: „Wie lange hat der Junge wohl Spaß daran?“ Und dann versinkt die Euphorie sang- und klanglos im Nichts? Aber der Sohn beteuerte: „Ich will das wirklich!“ Und die Eltern schenkten ihm Gehör. Wahrscheinlich hätten sie schallend gelacht, hätte ihnen jemand gesagt: Danny-Tristan macht seine Leidenschaft zum Beruf...

Der Gladbecker Filmmusikkomponist will musikalisch viel ausprobieren

Ihr Sohn bekam drei Jahre Klavierunterricht an der städtischen Musikschule, „baute“ sein Abitur. „Ich studiere jetzt Informatik und Geschichte auf Lehramt in Münster“, so Bombosch. Er habe „immer gemerkt, dass die Noten, die bereits existieren, mich nicht erfüllen“. Gerne habe er etwas hinzugefügt und experimentiert. Genau das tut er als Filmmusikkomponist. Sein großes Vorbild ist Hans Zimmer, dessen Sound vielen Cineasten im Ohr ist. „Er war derjenige, der mich in die jetzige Richtung gebracht hat“, so der Gladbecker. Er betont in einem Atemzug: „Ich möchte ihn nicht kopieren, er inspiriert mich vielmehr.“

Bombusch sitzt in seinem Studio, daheim bei den Eltern, und probiert alles mögliche an den Tasten aus. „Mit dem Digital-Piano kann ich ein ganzes Orchester spielen lassen“, erklärt er, „durch ein Programm wird vermittelt, welche Töne in welcher Weise erklingen sollen.“ Mehr als 5000 Tonspuren stehen ihm zur Verfügung, die er per Fingertipp steuert. Streicher en Gros? Bitte sehr! Etwas Ausgefallenes wie ein armenisches Duduk? Auch das kein Problem. Wer die Augen schließt, meint die Originalinstrumente zu hören. Kunststück: „Die Sounds werden wirklich von Musikern gespielt und aufgenommen, sie sind nicht vorgefertigt.“ Der Zweckeler spricht von „einem riesigen Baukasten“, dank dessen er seiner Kreativität freien Lauf lassen könne. Wir können also gespannt sein, was Danny-Tristan Bombosch für den Film „Hier und Jetzt“ ausgetüftelt hat...

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