Amtszeit-Ende

Corona-Pandemie: Ein herausforderndes Ende für den Landrat

Für Landrat Cay Süberkrüb ist Ende Oktober Schluss.

Für Landrat Cay Süberkrüb ist Ende Oktober Schluss.

Foto: Heinrich Jung / FUNKE Foto Services

Gladbeck.  Für Landrat Cay Süberkrüb ist Ende Oktober Schluss. Die letzte Phase der Amtszeit des 66-Jährigen war stark von der Corona-Pandemie geprägt.

Als Cay Süberkrüb vor 16 Monaten ankündigte, für eine weitere Wahlperiode nicht mehr zur Verfügung zu stehen, ahnte er nicht, dass die Schlussphase seiner Amtszeit als Landrat die herausforderndste überhaupt sein würde. „Corona ist eine Krisenlage, die noch niemand von uns so erlebt hat. Und ein Ende ist nicht absehbar“, sagt der Chef der Kreisverwaltung, deren Gesundheitsamt in der Pandemie-Bekämpfung eine zentrale Rolle innehat.

Als Chef des Krisenstabs ist auch der Landrat immer an vorderster Front dabei. Cay Süberkrüb (SPD), der vor elf Jahren von den Bürgern im Kreis Recklinghausen zum Landrat gewählt wurde, ist mittlerweile 66 Jahre alt. „In dem Alter ist es völlig normal, ans Aufhören zu denken“, betont er. „Es war eine schnelle und klare Entscheidung.“ Ende Oktober ist Schluss.

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Es lief nicht immer alles glatt

In den Jahren seit 2009 hat sich im Kreis einiges verändert. Und es lief beileibe nicht alles glatt. Als der Kreis 2012 zum Beispiel das Hartz-IV-Geschäft in die eigene Regie übernahm, gab es über einen längeren Zeitraum viele Turbulenzen und Beschwerden von den Jobcenter-Kunden. Mittlerweile lässt sich konstatieren, dass das zweitgrößte Jobcenter in NRW maßgeblich zum Abbau der Arbeitslosigkeit im Vest beigetragen hat.

Auch das in Datteln geplante Industriegebiet newPark hing zwischendurch am seidenen Faden. Gerettet wurde das Projekt, als der Kreistag Anfang 2016 den Kauf des 500 Hektar großen Geländes in den Rieselfeldern beschloss. „Das war eine politisch mutige Entscheidung. Ich bin stolz, dass ich dabei sein konnte“, sagt der Landrat rückblickend. Ab 2022 könnten nun erste Ansiedlungen im newPark möglich sein.

Dreistelliger Millionenbetrag in die Sanierung und Ausstattung der Berufskollegs investiert

Der Zustand der acht Berufskollegs in Trägerschaft des Kreises war Süberkrüb ein besonderes Anliegen. Ein mittlerer dreistelliger Millionenbetrag sei im Laufe der Jahre in die Sanierung und Ausstattung der Schulen investiert worden.

Drei Beispiele für erfolgreiche Politik, die Cay Süberkrüb auf der Habenseite verbuchen kann. An anderer Stelle hat die Bilanz des noch amtierenden Landrats allerdings auch Kratzer bekommen. Beim Projekt Kreishaus-Neubau etwa hat die Führungsmannschaft der Kreisverwaltung im Jahr 2018 die politische und bürgerschaftliche Stimmung völlig falsch eingeschätzt. Ein Bürgerbegehren brachte das 130-Millionen-Euro-Vorhaben zu Fall. Süberkrüb möchte das jedoch nicht als Niederlage einordnen. Er sei nach wie vor davon überzeugt, dass ein Neubau die wirtschaftlichste Variante gewesen wäre. Am Ende wurde entschieden, das bisherige Kreishaus zu sanieren. Mit seinen Brücken fuhr die Kreisverwaltung ebenfalls viel zu lange auf Verschleiß. „Bei dieser Thematik haben wir uns ausgesprochen schlecht dargestellt“, räumte Süberkrüb bereits vor Monaten selbstkritisch ein.

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