Corona-Pandemie

Corona: Inzidenzwert steigt in Gladbeck auf 76,6

58 Neuinfektionen gab es in den vergangenen sieben Tagen in Gladbeck (75.610 Einwohner), womit der Inzidenzwert bei 76,6 liegt.

58 Neuinfektionen gab es in den vergangenen sieben Tagen in Gladbeck (75.610 Einwohner), womit der Inzidenzwert bei 76,6 liegt.

Foto: Volker Herold / FUNKE Foto Services

Gladbeck.  Die kritische Marke ist in Gladbeck deutlich überschritten. Der Kreis sieht rechtlich keine Möglichkeit, „stadtscharf“ gegenzusteuern.

Die Corona-Neuinfektionen in Gladbeck steigen weiter rasch an: Am Dienstag meldete das Kreisgesundheitsamt 13 Gladbecker, die sich neu infiziert haben (darunter die Gesamtschüler), am Montag waren es bereits 16 gewesen. Auch in den Tagen zuvor gab es eine Reihe neuer Coronafälle in Gladbeck – insgesamt sind es 58 in den vergangenen sieben Tagen. Der Inzidenzwert liegt damit in Gladbeck bei 76,6 und damit deutlich über der kritischen Marke von 50 Fällen pro 100.000 Einwohnern in den vergangenen sieben Tagen, wie die Kreisverwaltung auf Anfrage bestätigte. In Gladbeck wird der Grenzwert – umgerechnet auf Gladbecks 75.610 Einwohner – bei 38 Neuinfektionen in sieben Tagen erreicht.

Aktuell sind 72 Gladbecker am Coronavirus erkrankt, elf mehr als am Montag. Das Kreisgesundheitsamt meldete am Dienstag die genannten 13 Neuinfektionen, aber auch zwei Personen, die als wieder gesund gelten, so dass die Zahl der Akutfälle um elf auf eben 72 stieg.

Kreis Recklinghausen: Uns sind rechtlich die Hände gebunden

Der Kreis habe, so Kreissprecherin Lena Heimers, einen „aufmerksamen Blick“ auf die Entwicklung in Gladbeck. Um „stadtscharfe Entscheidungen“ zu treffen, seien der Kreisverwaltung aber „die Hände gebunden“, da die Corona-Schutzverordnung des Landes nur Maßnahmen erlaube, wenn kreisweit die Grenzwerte überschritten würden. Der Krisenstab des Kreises habe entschieden, sich wegen der Entwicklung in Gladbeck an die Bezirksregierung zu wenden, um zu klären, welche Gegenmaßnahmen möglich seien.

Die Stadtverwaltung, so Kommunikationschef Peter Breßer-Barnebeck, begrüßt die Initiative des Kreises, sich an die Bezirksregierung zu wenden, um Maßnahmen auszuloten. Die Stadt Gladbeck würde es auch befürworten, wenn die Corona-Schutzverordnung nachgeschärft würde, um auch auf Stadtebene in kritischer Situation gegensteuern zu können. Breßer-Barnebeck: „Eigentlich müssten wir was tun, dürfen aber nicht.“

Kreisweit wird der kritische Wert nicht erreicht

Gladbeck steht mit den Neuinfektionen, aber auch mit den 72 Akutfällen, kreisweit deutlich vorn. Das Kreisgesundheitsamt meldete in Recklinghausen mit 33 akuten Fällen den zweithöchsten Wert, in Marl und Castrop-Rauxel sind es 20. In Oer-Erkenschwick gibt es dagegen nur fünf akute Fälle, in Waltrop lediglich einen Fall. Ähnlich brisant wie in Gladbeck ist die Lage in Haltern, wo es derzeit zwar nur 19 Akut-Infizierte gibt. Auch die Neuinfektionszahlen der letzten Tage sind niedriger als in Gladbeck, allerdings hat Haltern nur 37.773 Einwohner. Das bedeutet, dass dort der Inzidenzwert auch an die kritische Marke reicht.

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Im gesamten Kreis wurden in den vergangenen sieben Tagen 151 Neuinfektionen gezählt. Die kritische Marke von 50 Neuinfizierten pro Woche auf 100.000 Einwohner wird, trotz der hohen Infektionszahlen in Gladbeck, aber kreisweit wegen der niedrigen Zahlen in anderen Städten, nicht erreicht. Sie liegt, umgerechnet auf die Einwohnerzahl des Kreises, bei 308 Neuinfektionen. Auch der Grenzwert von 35 (umgerechnet auf den Kreis sind das 215 Neuinfektionen) bleibt unterschritten.

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