Corona

Corona: Gladbecker verbringen ihren Urlaub in Deutschland

Auf eine große Auslandsreise mit dem Flieger verzichten in Zeiten der Corona-Pandemie viele.

Auf eine große Auslandsreise mit dem Flieger verzichten in Zeiten der Corona-Pandemie viele.

Foto: Julian Stratenschulte / dpa

Gladbeck.  In ein paar Tagen schon beginnen die Herbstferien. Das sagen die Reisebüros über das Buchungsverhalten der Gladbecker in der Corona-Pandemie.

In knapp zwei Wochen beginnen die Herbstferien. Viele nutzen diese Zeit um zu verreisen. Aber wohin geht es während der Corona-Pandemie überhaupt? Die Gladbecker Reisebüros sind sich einig: Auf Platz eins liegt in diesem Herbst das eigene Heimatland – Deutschland.

Das sagen die Reisebüros in Gladbeck

Das kann auch der Inhaber des „Reisestudios Gladbeck“ am Willy-Brandt-Platz, Mustafa Kemal Ugur, bestätigen. Ihm ist aufgefallen, dass in Deutschland vor allem Ferienanlagen und Ferienhäuser angesteuert werden. Urlauber, die gerne im Ausland Ferien machen möchten, entscheiden sich hingegen für Griechenland oder Spanien.

Obwohl die Reisenachfrage nachgelassen hat, ist er sich sicher, dass viel mehr Gladbecker eine Auslandsreise antreten wollen würden, die Unsicherheit ihnen aber einfach im Wege stünde. Viele seiner Kunden möchten zwar in ein anderes Land reisen, haben aber gleichzeitig Sorge, dort an Corona zu erkranken, und vor Ort oder spätestens zuhause in Quarantäne zu müssen. Bei vielen Arbeitnehmern kommt die Furcht hinzu, dass sie dann nicht mehr bezahlt werden, oder sogar ihre Arbeitsstelle verlieren.

Eine Reise wird inzwischen kurzfristig geplant

Doch auch die Sorge um eine mögliche Stornierung sei nicht unbegründet, so Eyup Alp vom „Reisebüro Yes Vier Jahreszeiten“ an der Grabenstraße. Denn obwohl es sich schon deutlich gebessert habe, dauere die Rückzahlung bei einigen Unternehmen noch immer relativ lange. Auch die Bedenken, dass die Airline Insolvenz anmelden könnte, ist immer mal wieder Thema bei den Kunden.

Außerdem auffällig: „Die Leute planen ihre Reisen nur noch kurzfristig.“ Während diese noch vor einem Jahr sechs bis acht Monate vorher gebucht wurden, sind es dieses Jahr häufig nur zwei bis sechs Wochen vorher. Denn: Je weniger Zeit bis zum Urlaub bleibt, desto geringer ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass der Zielort in der Zwischenzeit zum Risikogebiet erklärt wird. Sicherheit sei den Gladbeckern nämlich besonders wichtig. Sie wollen, dass die Versicherung im Fall einer Corona-Infektion haftet und sie einen Versicherungsschutz haben. „Diesen Schutz gibt es in einem Risikogebiet aber nicht“, so Alp weiter.

In einigen Hotels an der türkischen Riviera gibt es Quarantäne-Stationen

Außerdem legten die Kunden Wert darauf, dass sie vor Ort im Fall der Fälle in Quarantäne kommen, ohne Kosten dafür tragen zu müssen. In einigen Hotels an der türkischen Riviera wurden deswegen schon Quarantäne-Stationen eingerichtet. Dort können die Hotelgäste, die einen Verdacht auf eine Corona-Infektion haben, unterkommen. Auch sonst würden die Regeln vor Ort in den Hotels gut eingehalten, erklärt Alp, der sich selbst einen Einblick der Situation verschafft hat. Mindestabstände würden eingehalten und auch Masken getragen.

Ralf Böhm vom „Reisebüro Böhm“ an der Feldhauser Straße rät zu Pauschalreisen. Diese böten den Kunden nämlich die Möglichkeit, das Geld der kompletten Reise zurück zu bekommen, ohne eine Verpflichtung einzugehen. Das Reisen sei generell komplizierter geworden, und man müsse mittlerweile auf deutlich mehr achten, so Böhm weiter. Deshalb sei es wichtig, sich immer wieder nach dem neusten Stand zu erkundigen. Böhm ist sich sicher: Solange Covid-19 herrsche, werde es kein normales Reisen geben. Alp fehlt aufgrund des kurzfristigen Buchens die Vorfreude auf die Reisen. Er ist sich aber trotzdem sicher: „Man kann Urlaub machen, es muss nur vernünftig umgesetzt werden“.

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