Kleinkunst

Café Stilbruch als Sprungbrett für Künstler

Nadin Tanriverdi

Nadin Tanriverdi

Foto: WAZ FotoPool

Gladbeck.   Auf der Bühne des Café Stilbruch in Gladbeck treten regelmäßig Nachwuchsautoren und junge Musiker auf. In der lauschigen Clubatmosphäre stellten auch Lars Albrecht, Marcus Watolla und Bernd Badura ihre literarischen Werke vor.

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Gemütlich, heimelig, einfach – das sind die Attribute, die auf die Kleinkunstbühne im Café Stilbruch zutreffen. Und nach all den Jahren wird deutlich: Die Künstler lieben die kleine Bühne, und die Bühne liebt die Künstler. Am Montagabend lud der Kulturförderverein Leuchtfeder zu einer erneuten literarischen Talentshow. Mit von der Partie: Lars Albrecht, Marcus Watolla und Bernd Badura.

Nein, nervös sind die Nachwuchskünstler nicht, als sie nacheinander die Bühne betreten. Die Themenpalette reicht von Endzeitstimmung bis zur politischen Satire. So schreibt Marcus Watolla über seine eigene „Weltuntergangsstimmung“. In aller Exzentrik schildert er amüsant die letzten Tage vor dem Ablaufen des Maya-Kalenders.

Lars Albrecht hingegen versucht sich auf politischem Terrain. Satirisch beschreibt er die skurrile Realität zwischen Studium und Arbeitswelt. Und Bernd Badura entführt die Zuhörer in die Museenallee, in der es eine einsame Bibliothek gibt. Der Bibliothekar nimmt die Leser mit auf eine Reise in das Traumreich eines neuen und bisher unbekannten Buches.

Wortgewandt, sprachakrobatisch und ideenreich präsentieren sich alle drei Autoren. Schnell wird an diesem Abend deutlich, dass die Jungs auf der Bühne schreiben können. Das sieht auch Organisator Harry-Michael Liedtke so, der den Weg der drei Autoren schon länger beobachtet. „Wenn man diesen Auftritt heute mit den Anfängen vergleicht, ist die Entwicklung großartig“, so der Lokalmatador. „Jeder schreibt für sich, aber gerade beim Vortragen helfen wir gerne“, erklärt Liedtke, „unsere Bühne ist ein Ort für Talente und namhafte Künstler. Diese Künstler kommen gerne, und vor allem gerne wieder.“

Besondere Atmosphäre

Die Besonderheit der Bühne ist schnell ausgemacht. Im Stilbruch wird in Club-Atmosphäre gelesen. Der unruhige Kneipencharme ist genau das richtige. „Wir sehen hier, was so eine Bühne leisten und bedeuten kann“, sagt Liedtke, „für Talente ist dies der beste Ort um Fertigkeiten zu trainieren.“ Diese Hilfe nehmen die Autoren gerne an: „Ich schreibe, seitdem ich schreiben kann“, sagt Marcus Watolla. Warum er das tut? „Als Schriftsteller ist man ein bisschen Exhibitionist.“ Der Auftritt ist für die Künstler ein Wechsel zwischen Spiel und Training, wie es ein Sportler wohl beschreiben würde. Während Lars Albrecht das Lesen im Stilbruch eher als „Training“ beschreibt, ist es für Badura wie ein Meisterschaftsspiel. „Eine Lesung, die man nicht ernst nimmt, sollte man erst gar nicht bestreiten“, so der Oberhausener. Vermutlich liegt die Wahrheit irgendwo in der Mitte.

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