Stadtteil-Check

Brauck schneidet bei der Sauberkeit besonders schlecht ab

Günter Zely und Peter Christ fühlen sich wohl in Brauck. Sie wissen aber auch: „Es kommt immer darauf an, wo man wohnt.“ Dass der Spielplatz an der Kösliner Straße neu gestaltet wurde, finden sie gut. Anwohner schließen das umzäunte Gelände nun jeden Abend ab, und morgens wieder auf.

Günter Zely und Peter Christ fühlen sich wohl in Brauck. Sie wissen aber auch: „Es kommt immer darauf an, wo man wohnt.“ Dass der Spielplatz an der Kösliner Straße neu gestaltet wurde, finden sie gut. Anwohner schließen das umzäunte Gelände nun jeden Abend ab, und morgens wieder auf.

Foto: Jörg Schimmel / FUNKE Foto Services

Gladbeck.  Beim Stadtteil-Check haben Gladbecker auch die Sauberkeit bewertet. Stadtsüden schneidet schlecht ab. Viele Anwohner fühlen sich dennoch wohl.

Mit der Gesamtnote „befriedigend“ bewerten die Gladbecker die Sauberkeit in ihren Stadtteilen. Am besten schneidet Alt-Rentfort mit der Note 2,41 ab, Schlusslicht mit 4,19 ist Brauck. Es ist die schlechteste Bewertung, die Brauck beim Stadtteil-Check der WAZ bekommt, keine der insgesamt 14 Fragen bewerteten die Teilnehmer der Umfrage schlechter.

Tanja Aldiek überrascht das Ergebnis nicht. Die Ur-Brauckerin beobachtet schon seit längerem Stellen, an denen es nicht sauber ist. „Etwa rund um die Schulen, aber auch im Südpark.“ Dort gebe es offene Mülltonnen, Krähen pickten dort regelmäßig Abfälle heraus und verteilten den Müll in der Umgebung. Die 45-Jährige, die eine Ergotherapie-Praxis in Brauck hat, bedauert den schlechten Ruf ihres Stadtteils. Zumal: „In den vergangenen Jahren hat sich naturtechnisch einiges getan, wenn man etwa den Hahnenbach, den Südpark und die Halden betrachtet. Ich lebe gerne hier.“

Brauckerin findet Müllprojekte in den Schulen wichtig

Aldiek plädiert dafür, bereits in den Schulalltag mehr Müllprojekte zu etablieren. „Kinder brauchen Lerneffekte. Sie müssen früh lernen, dass man seinen Abfall nicht einfach auf die Straße werfen darf. Man ist schließlich für seine Umwelt verantwortlich“, so die Ergotherapeutin, die viel mit Kindern zusammenarbeitet. Besonders bei den Menschen, die in ihren Herkunftsländern einen anderen Umgang mit Müll haben, müsse man bei den Kleinsten anfangen. Aldiek macht regelmäßig bei der Aktion „Gladbeck putzt“ mit. „Dabei stelle ich leider immer wieder fest, dass sich in Brauck im Vergleich zu anderen Stadtteilen viel weniger Menschen beteiligen.“

Nach Brauck und Butendorf (3,74) schneidet auch Rosenhügel (3,38) im Stadtteil-Check schlecht ab. Dazu trägt auch die Situation rund um das Hochhaus an der Märker Straße bei. Vor dem Haus lagert Bauschutt, um die Mülltonnen herum liegt weiterer Abfall verteilt, der Putz bröckelt von der Fassade. „Ich bin der Meinung, dass es dort in letzter Zeit aber etwas besser geworden ist“, so Hans Switon, Vorsitzender der Siedlergemeinschaft Brauck. Es gebe aber Stellen in den Stadtteilen, „da meint man, die haben alle zwei Wochen Sperrmüll“, so Switon, er denkt dabei vor allem an die Häuser Klara- und Herbertstraße.

Der ZBG erkennt kein Nord-Süd-Gefälle

Der Zentrale Betriebshof Gladbeck kann indes kein Nord-Süd-Gefälle beim Thema Sauberkeit in der Stadt erkennen. „Wir stellen nicht fest, dass Brauck sich besonders herausstellt“, so ZBG-Sprecher Henrik Feldhaus. Bestimmte Stellen, die stärker verschmutzt seien, gebe es in jedem Stadtteil. Feldhaus betont, dass jeder Stadtteil vom ZBG den „gleichen Service“ erhalte. Einzig in der Innenstadt gebe es ein erhöhtes Reinigungsaufkommen, dort wird täglich mit einer Kehrmaschine gereinigt. „Dafür zahlen die Anwohner aber auch mehr.“ Wilde Müllkippen und abgestellter Sperrmüll seien überall zu finden. Seit zwei Jahren gibt es beim ZBG einen Ermittlungsdienst, der versucht, die Verursacher etwa von wilden Müllkippen zu ermitteln. „Das gelingt immer wieder, etwa mit Hilfe von Nachbarn“, so Feldhaus.

Die Stadtverwaltung Gladbeck hat in diesem Jahr allein über die städtische Mängelmelde-App bisher 338 Meldungen zum Thema Sauberkeit erhalten, nach Stadtteilen wird dabei nicht unterschieden. 50 Mitteilungen betrafen Spielplätze. „Dabei kann es sich aber auch mal um ein defektes Spielgerät handeln“, erklärt Stadtsprecherin Christiane Schmidt.

Auch weggeworfene Hundekotbeutel ärgern die Bürger

Hans Switon beobachtet immer wieder, dass auf dem Spielplatz im Südpark Glas auf der Spielfläche liegt. „Heranwachsende lassen dort regelmäßig Gläser und Flaschen zurück“, bemängelt er. Er erinnert sich auch noch daran, dass sich auf dem Spielplatz an der Kösliner Straße Menschen zum Drogenverkauf getroffen hatten. Das sei seit der Neugestaltung und einer damit einhergehenden Umzäunung der Fläche nicht mehr der Fall. „Anwohner schließen das Tor jeden Abend ab und jeden Morgen wieder auf“, berichtet Switon. Als einen Grund für schlechte Bewertung in seinem Stadtteil vermutet er, dass sich viele Nicht-Hundebesitzer über weggeworfene Hundekotbeutel ärgerten. „Gerade rund um Spielplätze wären mehr Mülleimer nötig.“

Peter Christ und Günter Zely, Mitglieder in der Siedlergemeinschaft Brauck, sind zufrieden mit ihrem Stadtteil. „In unserem Umkreis ist alles in Ordnung“, sagen die beiden Anwohner der Kösliner Straße. Es komme immer darauf an, in welcher Ecke man wohne. Rund um Häuser, in denen die Eigentümer wohnten, sei es sauber. „Kritischer ist es an Gebäuden von Mehrfamilienhäusern, wo es keine Kümmerer gibt“, sagt Günter Zely.

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