Umwelt

Borkenkäfer: Schädlinge fliegen nicht auf Gladbecks Bäume

Borkenkäfer machen vornehmlich Fichten zunichte. Der Zentrale Betriebshof Gladbeck gibt Entwarnung: Da stadtweit so gut wie keine Nadelhölzer existieren, bestehe keine Gefahr für den heimischen Baumbestand.

Borkenkäfer machen vornehmlich Fichten zunichte. Der Zentrale Betriebshof Gladbeck gibt Entwarnung: Da stadtweit so gut wie keine Nadelhölzer existieren, bestehe keine Gefahr für den heimischen Baumbestand.

Foto: Roland Weihrauch / dpa

Gladbeck.  Den Zentralen Betriebshof Gladbeck erreichen immer wieder Anfragen zum Borkenkäfer. Bürger geben auch Hinweise zum EPS.

Die Leibspeise des Borkenkäfers sind Fichten. Doch da ihnen offenbar das Futter ausgeht, fliegen die Schädlinge auch schon mal auf andere Bäume wie Douglasien und Kiefern. Doch Ralf Sonnenberg, Leiter des Bereichs Grünflächen- und Friedhofsunterhaltung beim Zentralen Betriebshof Gladbeck (ZBG), beruhigt: „Bisher haben wir hier bei uns keinen wirklichen Fund von Borkenkäfern.“

Was nicht bedeuten soll, dass die Bürgerschaft die Augen vor der Gefahr verschließt. Sonnenberg berichtet: „Beim ZBG rufen Menschen an, die uns Borkenkäfer, zum Beispiel in ihrem Garten, melden.“ Die Wahrscheinlichkeit indes, dass es sich tatsächlich um dieses Insekt handeln könnte, sei gering. Denn, so betont der Grün-Fachmann: „Sie gehen an Nadelhölzer, und die haben wir in Gladbeck so gut wie gar nicht.“

Gladbeck: Geschwächte Bäume sind ein gefundenes Fressen für Schädlinge

„Gott sei Dank“, möchten Baum-Freunde da sagen. Haben Borkenkäfer, die sich sprunghaft vermehren, doch in Regionen mit hohem Nadelholz-Anteil in den Beständen immense (wirtschaftliche) Schäden angerichtet. Sonnenberg: „Im Sauerland sind ganze Wälder platt.“ Dass die vergangenen Hitze- und Trockenheitsperioden diese Entwicklung beflügelt haben, liegt auf der Hand. Vorgeschädigte, schwache Bäume können sich gegen die Käfer, die ab Ende April ausschwärmen, nicht zur Wehr setzen und sind ein gefundenes Fressen. Die Schädlinge bohren sich durch die Rinde ihrer „Wirte“ und legen darunter in Gängen ihre Brut ab.

Borkenkäfer können jedoch auch gesunde Bäume befallen. Oder halt nicht nur Fichten. „Wenn ich nichts mehr zu fressen habe, suche ich mir eben etwas anderes“, sagt Sonnenberg. Doch in den vermeintlichen Fällen, die dem Zentralen Betriebshof Gladbeck bislang gemeldet worden seien, habe es sich nicht um die gefürchteten Tierchen gehandelt: „Es waren andere Insekten, zum Beispiel Kartoffelkäfer.“

Auch Anfragen zum Eichenprozessionsspinner (EPS) erreichen den ZBG in diesen Tagen vermehrt. Über diese Hinweise ist Sonnenberg „sehr froh“, weil die Raupen dem Menschen gefährlich und sie nur von Spezialisten entfernt werden können. Der Kontakt mit den Brennhaaren der zukünftigen Schmetterlinge kann allergische Reaktionen auslösen. Erst kürzlich musste das kleine Wäldchen an der Gecksheide, an der Stadtgrenze zu Buer, gesperrt werden.

„Wir fragen Anrufer: Sind Sie sich ganz sicher, dass es sich um eine Eiche handelt, die befallen sein soll?“, erzählt Ralf Sonnenberg. Denn anders als der Borkenkäfer ist der EPS ausschließlich auf eine Baumart fixiert.

Sind Weißdorn, Pappeln oder Weiden spinnenwebartig verhüllt, muss es sich um einen anderen tierischen Verursacher handeln – wie die gefräßige Gespinstmotte.

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