Integrationsprojekt

Benefizkonzert mit und für Geflüchtete

Freuen sich auf das Projekt: Organisatoren und Mitwirkende des Benefizkonzertes für Geflüchtete in der Christuskirche.

Freuen sich auf das Projekt: Organisatoren und Mitwirkende des Benefizkonzertes für Geflüchtete in der Christuskirche.

Foto: Heinrich Jung

Gladbeck.  Einen besonderen musikalischen Dreiklang bietet das Benefizkonzert für Geflüchtete. Auch Folkwang-Studierende gestalten den Abend mit

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Frohsinn, Trauer, Liebe – all das kann Musik ausdrücken. Und, auch wenn man die Sprache des Interpreten nicht spricht, so versteht wohl jeder weltweit die Grundstimmung einer Melodie, egal ob sie aus Syrien, Afghanistan oder Deutschland stammt. In diesem Sinne ein besonderer Musikabend erwartet die Besucher der Christuskirche am 12. Februar ab 18 Uhr beim „Benefizkonzert für Geflüchtete“, das zudem in besonderer Konstellation mit Ensembles der Folkwang Universität, der Musikschule der Stadt Gladbeck und der Ev. Kirchengemeide, letzteres mit musizierenden Geflüchteten, stattfindet.

„Der Eintritt zum Benefizkonzert ist natürlich frei, aber selbstverständlich bitten wir um Spenden, um einen Beitrag zur Bildung und Integration der Geflüchteten leisten zu können“, erklärt Musikschulleiter Rolf Hilgers beim Pressegespräch im Vortragssaal der Musikschule.

Viele Talente flüchten aus ihrer Heimat

Qualitativ hochwertige, traditionelle wie klassische Musikstücke mit Talenten der Folkwanghochschule, die bei Prof. Dorothea Baier (Kammermusik, Didaktik) und Prof. Gareth Lubbe (Viola) studieren, sind mit dabei. Es gebe viele Talente, „die aus ihrer Heimat flüchten und hier quasi wieder von Null, ohne finanzielle Mittel und Netzwerke, eine neue Existenz aufbauen müssen“, sagt dazu Prof. Dr. Andreas Jacob, designierter neuer Direktor der Folkwanghochschule im Gespräch mit der WAZ. Diese Talente gelte es zu fördern und zu unterstützen, was auch an der Folkwanghochschule über Stipendien des Vereins für die Integration hochqualifizierter Zuwanderinnen und Zuwanderer, kurz INTEZ, geschehe.

Aufspielen werden bei dem etwa 90-Minütigen Musikabend zudem das Oboen-Quartett (Hamza Ensemble) und das Zupfer-Duo (Mandoline, Gitarre) der Musikschule sowie das Geflüchteten-Ensemble der Ev. Kirchengemeinde mit Saz, Gesang und Klavier . Quasi ein musikalischer Dreiklang, der durch die bestehende Kooperation von Musikschule und Folkwang mit dem Berufskolleg in Gladbeck und den von Lehrer Hans-Jürgen Badziong veranstalteten Foyerkonzerten zustande kam. Der Studiendirektor wird mit Schülerinnen des Ausbildungsschwerpunktes Eventmanagement den Abend maßgeblich organisieren.

Die Musik kommt aus dem Herzen

Zu hören sein werden Klezmerweisen, Bachs Contrapunctus, Mozarts Oboenquartett F-Dur, und Mandolinen-, beziehungsweise Gitarrenstücke von Oberlin und Calace, ergänzt durch orientalische Klänge auf der Saz oder traditionellem Gesang aus Afghanistan.

Denn das sei es ja, was man im Herzen mittragen könne, wenn man die Heimat als Flüchtling verlassen und so vieles zurücklassen müsse, geben Atta Mohammad Taranum und sein Sohn Ahmad Samir zu verstehen, die vor einem Jahr nach Deutschland flüchteten und nun im Ensemble der Ev. Kirchengemeinde musizieren. „Wir haben jetzt zwei Heimaten, eine alte in Afghanistan und eine neue in Gladbeck“, sagt Ahmad, der seinen Vater am Klavier begleiten wird.

In der Heimat einem breiten Publikum bekannt

Atta Taranum bringt so afghanischen Folk mit in das Konzertprojekt ein. Hier ein völlig Unbekannter, ist er in Afghanistan, wo er gut 30 Jahre im Rundfunkchor mitwirkte, einem breiten Publikum bekannt. „Zeba Negaram“ und „Lili jan“ heißen die von ihm vorgetragenen Liebeslieder. Einfühlsame Musik aus der alten Heimat, die ihm, wie er verrät, „immer wieder mal die Tränen in die Augen treibt“.

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