Jahresrücklblick 2017

Baustellen und Bombendrohungen: Das bewegte die Gladbecker

Ungeplant stürzte im Mai die Parkhaus-Fassade an der Lambertistraße ein.

Foto: Georg Meinert

Ungeplant stürzte im Mai die Parkhaus-Fassade an der Lambertistraße ein.

Gladbeck.   Schicksale und Schurkenstücke interessierten die WAZ-Online-Leser besonders. Spitzenreiter in der Statistik ist der Abriss des Karstadt-Hauses.

Zum Jahresende hat die Lokalredaktion einen Blick in die Statistik der Zugriffzahlen auf waz.de/gladbeck geworfen.

Diese Themen haben 2017 besonders viele Menschen interessiert.

Januar

Bei der Stadtmeisterschaft im Fußball kommt es zu Ausschreitungen. Die Fans der Mannschaft FSM Gladbeck nutzen das Turnier als politische Bühne, schwenken türkische Flaggen, skandieren Parolen, es kommt zu Flaschenwürfen und schließlich zum Angriff auf den Schiedsrichter samt einer handfesten Prügelei. Der Schiedsrichter bricht das Finalspiel zwischen FSM und SV Zweckel ab. Mit dem Spielabbruch ist es nicht getan. Der Stadtsportverband entscheidet: 2018 soll es kein Hallenturnier geben, FSM darf darüber hinaus drei Jahre nicht an kommenden Stadtmeisterschaften teilnehmen. Außerdem dürfen nationale Symbole in städtischen Sportstätten nur noch mit Genehmigung gezeigt werden. Der Fall schlägt Wellen: Sogar die Wochenzeitung „Die Zeit“ greift den Vorfall in einem Bericht über Gladbeck auf.

Februar

Großeinsatz für die Polizei am Rosenhügel: Ein Unbekannter ruft im Kindergarten Vehrenbergstraße an und droht mit einer Bombe. 52 Kinder und zehn Erzieherinnen müssen das Gebäude umgehend verlassen – wenig später gibt die Polizei Entwarnung. Doch damit nicht genug: Einige Tage später gibt es eine zweite Bombendrohung, wieder wird der Kindergarten geräumt, wieder findet die Polizei keinen Sprengstoff. Die Erzieherinnen jedoch haben an den Folgen der Bedrohung zu knacken, einige werden sogar krank. Die Kita bleibt für einige Tage geschlossen. Dann kehrt Ruhe ein.

März

Bei einem Verkehrsunfall auf der B 224 kommt am 9. März ein 71-jähriger Autofahrer aus Gelsenkirchen ums Leben. Seine Ehefrau wird schwer verletzt. Insgesamt sind vier Fahrzeuge am Unfall beteiligt, der sich in Höhe der Brücke an der Landstraße zuträgt. Ende des Monats kommt es zu einem weiteren schweren Unfall mit einem Lkw – 150 000 Euro Sachschaden, aber glücklicherweise keine Verletzten.

April

Ein 19-jähriger Bottroper verliert in der Nacht zum 9. April die Kontrolle über einen hoch motorisierten Mercedes. Er schleudert nach links in den Grünstreifen an der Wilhelm­straße. Die gute Nachricht: Der Fahrer bleibt unverletzt. Die schlechte: 150 000 Euro Schaden allein am Auto.

Mai

Bei den Abbrucharbeiten am ehemaligen Karstadthaus kommt es zu einem aufsehenerregenden Zwischenfall. Ein Teil der alten Parkhausfassade stürzt offenbar unkontrolliert zusammen – zum Glück wird niemand verletzt. Es ist nur eine von vielen Pannen auf der Baustelle.

Juni

Kaufland kündigt in einer Mitteilung an, Ende des Jahres die Gladbecker Filiale zu schließen.

Razzia im Hochhaus an der Steinstraße: Auffällig viele Straftäter sollen dort gemeldet sein, teilt die Polizei mit. Beamte durchsuchen mehr als 100 Wohnungen und nehmen drei Menschen fest.

Juli

Eine Gladbeckerin wird beim Gassi gehen mit ihrem Hund an der Vehrenbergstraße Opfer eines Überfalls. Bei den Tätern soll es sich um zwei schwarzhaarige Männer handeln.

August

Um 9.30 Uhr geht am 11. August ein Drohanruf bei Kaufland ein.

Das Glückauf-Center an der Wilhelm­straße wird geräumt, die Spürhunde der Polizei findet jedoch keinen Sprengstoff.

Zwölf Tage später teilt die Polizei mit: Der Täter ist ermittelt. Ein 72-jähriger Mann aus Gladbeck soll seinem Ärger über einen kaputten Pfandrückgabeautomaten mit einer Bombendrohung Luft gemacht haben.

September

Ein regelrechtes Massaker finden Spaziergänger im Nordpark vor. Kanadagänse und Gelbwangenschildkröten sind grausam zugerichtet, vermutlich hat ein Tierquäler sie getötet und enthauptet. Das Ordnungsamt erstattet Anzeige wegen Tierquälerei.

Oktober

Ein bedrückender Fall aus Gladbeck wird vor dem Essener Landgericht verhandelt. Ein 30-Jähriger soll dem Baby seiner Lebensgefährtin den Schnuller aus Verärgerung so tief in den Hals gedrückt haben, dass es zu ersticken drohte. Versuchter Totschlag lautet der Vorwurf gegen den Mann, der als intelligenzgemindert gilt und in einer Behindertenwerkstatt arbeitet. Das Gericht entscheidet auf Schuldunfähigkeit. Der Gladbecker wird in die Psychiatrie eingewiesen.

November

Ob es ein Scherz sein sollte? Unbekannte manipulieren eine Ampel in Zweckel und stellen sie auf Dauerrot. Den Autofahrern, die davor warteten, war vermutlich nicht nach Lachen zumute. Ein Techniker stellt nach einer halben Stunde wieder den normalen Takt ein.

Dezember

Es schneit - und das auch ganz schön heftig. Und während überall im Revier die Busse stehen bleiben, hält die Vestische in Gladbeck den Betrieb so weit es geht aufrecht.

Darüber beklagt sich einer der Fahrer und erntet damit viel Zuspruch bei den Online-Lesern.

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