ErlebnisWorkshop

Balu-Mentoren entdecken gemeinsam ihre Stärke

Das verlangte schon einige Überwindung für manche der Teilnehmer: Einfach auf die Anderen zu vertrauen, und sich im Seilkreis nach hinten fallen zu lassen.

Das verlangte schon einige Überwindung für manche der Teilnehmer: Einfach auf die Anderen zu vertrauen, und sich im Seilkreis nach hinten fallen zu lassen.

Foto: Lutz von Staegmann

Gladbeck.  Erlebnispädagogik stärkt die Oberstufenschülerinnen und -schüler die am Mentorenprojekt teilnehmen. Grundschüler werden besucht und unterstützt.

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Für ihre kleinen Schützlinge sind die Oberstufenschülerinnen und -schüler der Ingeborg-Drewitz-Gesamtschule so etwas wie der große Zottelbär im Disney-Klassiker für den Jungen Mogli. Gute Zuhörer mit starken Schultern, an die sich die am Mentorenprojekt „Balu und Du“ beteiligten Grundschüler anlehnen können. Eine anspruchsvolle Aufgabe für die Zwölftklässler, die so jetzt selbst in den Genuss eines Workshops kamen, um miteinander Stärken zu entdecken und so Kraft für die weitere Tätigkeit als Balu zu sammeln.

Große Kisten hatte Andrea Ras-per mit in die Turnhalle der Schule gebracht. Die Erlebnispädagogin aus Sundern zauberte daraus zum Beispiel ein langes Seil hervor für Übungen, die die Balus staunen ließen. Quasi zum Aufwärmen wurde zuerst eine Seilwaage gebildet. Die dicke Strippe wurde dafür im Stellkreis zusammen angefasst und hochgehoben, um sich – im Vertrauen auf den gemeinsam stabilisierenden Halt – nach hinten fallen zu lassen. Für noch mehr staunende Lacher sorgte der Seilüberstieg. Gestützt auf Mitstreiter wagte ein Balu sich wie ein Nachwuchsakrobat aufs Seil, um es im Rund zum gegenseitigen Staunen abzuschreiten. „Ihr seht, welche Kraft ihr gemeinsam habt. Das klappt mit jeder Person, egal wie schwer sie ist“, erklärte Andrea Rasper.

Das Vertrauen der Grundschulkinder gewinnen

Und auch für die Balus, der Großteil sind Schüler des Pädagogik Leistungskurses von Balu-Kursleiterin Karin Herzig, ist die Zusammenarbeit mit ihrem Mogli nicht immer leicht. Zunächst müssen sie es ja schaffen, das Vertrauen des zugeteilten Grundschulkindes zu erlangen. Welches dann ja Freuden und Erfolge, aber eben oft auch Sorgen und Nöte mit dem Blau teilt, der bei den wöchentlichen Zusammentreffen idealerweise zum großen Freund oder zur großen Freundin geworden ist.

Sie betreue einen Siebenjährigen erzählt Ariana (18), wobei sie gelernt habe, dass man sich gar nicht so viele Gedanken machen müsse, was man jetzt mit dem Kind beim nächsten Treffen spannendes unternimmt. Denn ihr Mogli habe ihr bei gemeinsamen Spaziergang plötzlich ganz simpel gesagt, „mit dir zu reden, das ist am Schönsten“. Und das sei für sie selbst „der schönste Vertrauensbeweis gewesen“. Und Sena (18) berichtet vom Spielplatzbesuch. Da war eine Kletterwand, auf die sich mein Mogli zuerst nicht getraut hat. Ich habe sie aber von hinten leicht gehalten, so dass sie ihre Angst überwunden hat, hochgeklettert ist und hinterher total stolz war“.

Die schulischen Leistungen verbessern sich

Dass die kleinen Hilfen der Balus, eigene Stärken zu entdecken und darauf zu vertrauen, oft große Auswirkungen haben, weiß die Gladbecker Balu-Koordinatorin Jeanette Staniczewski vom Büro für interkulturelle Arbeit der Stadt. „Es ist durch die wissenschaftliche Begleitung des Mentorenprojektes erwiesen, dass sich die schulischen Leistungen der Moglis verbessern.“

>>Premiere an der Gesamtschule

  • Zwölf Gesamtschüler kümmern sich an dem erstmals an der IDG gestarteten Mentorenprojekt um Grundschüler der Wilhelm-, Mosaik- und Lambertischule.
  • Bereits zum wiederholten Male wird „Balu und Du“ am Heisenberg- (13 Teilnehmende) sowie am Riesener-Gymnasium (5) durchgeführt.

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