Lesung

Autorin Rasha Khayat erzählt vom Leben in zwei Kulturen

Rasha Khayat las in der Stadtbücherei aus ihrem Roman „Weil wir längst woanders sind“. Die Schriftstellerin, Übersetzerin und Lektorin lebte in Saudi-Arabien und in Deutschland. Hamburg ist derzeit ihr Zuhause.

Rasha Khayat las in der Stadtbücherei aus ihrem Roman „Weil wir längst woanders sind“. Die Schriftstellerin, Übersetzerin und Lektorin lebte in Saudi-Arabien und in Deutschland. Hamburg ist derzeit ihr Zuhause.

Foto: Lutz von Staegmann

Gladbeck.   Die Autorin mit deutsch-arabischen Wurzeln kehrte für einen Abend nach Gladbeck zurück. Sie las in der Stadtbücherei aus ihrem Debütroman.

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Nicht ohne Grund zitierte Gerd Herholz, Leiter des Literaturbüros Ruhr mit Sitz in Gladbeck, in seiner Begrüßung aus dem West-Östlichen Divan von Johann Wolfgang Goethe: „Wer sich selbst und andre kennt, wird auch hier erkennen: Orient und Okzident sind nicht mehr zu trennen.“

Denn genau um diese Fragestellung ging es am Donnerstagabend im voll besetzten Lesesaal der hiesigen Stadtbücherei. Rasha Khayat aus Hamburg, die im Jahre 1978 geboren wurde, ist Lektorin, Übersetzerin und freie Autorin mit deutsch-arabischen Wurzeln. Sie las aus ihrem Debütroman „Weil wir längst woanders sind“ und unterhielt sich mit Larissa Bender, deutsch-arabische Übersetzerin und Kennerin des Orients und speziell Syriens.

Roman erzählt von einer Reise

Als „westöstlichediva.com“ führt Rasha Kayat seit 2011 einen Blog im Internet. Darin geht es immer wieder in unterschiedlichen Konstellationen um die Frage: „Was macht eine multikulturelle Persönlichkeit aus?“

Im Roman sind Layla und Basil ziemlich unzertrennliche Geschwister – bis Layla beschließt, in die alte Heimat, nach Jeddah in Saudi-Arabien, zurückzukehren. Der Grund: Sie will dort heiraten. Der Roman erzählt von einer Reise. Oder wie es Rasha Khayat sagt, es sei ein Roman „der Bewegung“. Basil reist zur Hochzeit seiner Schwester. Er will verstehen, was sie zu diesem Schritt in die alte Heimat bewogen hat. Was treibt sie dazu, in einem Land leben zu wollen, in dem Frauen als nicht frei gelten. Und es kommt tatsächlich zum „Clash of Cultures“.

Rasha Khayat versetzt sich mit viel Empathie in die Rolle des Bruders, der aus einem eher zurückgezogenen Leben in Hamburg in die geräuschvolle arabische Lebenswirklichkeit einer großen Familie eintaucht. Was nach intensivem Bemühen mit durchaus offenem Ausgang bleibt, ist die Frage nach der eigenen Identität, der „Dazugehörigkeit“ – zu welchem Kulturkreis auch immer.

Rückkehr mit vielen Erinnerungen

Für Rasha Khayat war diese Lesung in der Stadtbücherei Gladbeck etwas Besonderes, wie sie bereits eingangs erklärte. Die Schriftstellerin erblickte in Dortmund das Licht der Welt. Einen Teil ihrer Kindheit verbrachte Rasha Khayat in Saudi-Arabien, in der besagten Stadt Jeddah. Erst im Alter von elf Jahren kehrte sie mit ihren Eltern nach Deutschland zurück. Sie lebte in Gladbeck, und die Stadtbücherei sei der „happy place“ ihrer Jugend gewesen. „Ich weiß nicht, wie viele Bücher ich hier ausgeliehen und gelesen habe“, erklärt sie.

Ihr Abitur „baute“ Rasha Khayat am Ratsgymnasium. Sie studierte Vergleichende Literaturwissenschaften, Germanistik und Philosophie in Bonn. Später zog es sie nach Hamburg, wo sie lebt und arbeitet. Die jetzige Lesung in Gladbeck war ein Beitrag zum Projekt „Ausgebootet – Macht & Subversion in der Literatur“, des Literaturbüros Ruhr und wurde in Zusammenarbeit mit der hiesigen Stadtbücherei durchgeführt.

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