Berufschancen

Ausbildungsbotschafter klären Schüler in Gladbeck auf

Wohin führt der Weg? Schüler der neunten Klassen der Erich-Fried-Schule beenden bald die Schullaufbahn. Ausbildungsbotschafter sollen Orientierung geben.

Foto: Lutz von Staegmann

Wohin führt der Weg? Schüler der neunten Klassen der Erich-Fried-Schule beenden bald die Schullaufbahn. Ausbildungsbotschafter sollen Orientierung geben. Foto: Lutz von Staegmann

Gladbeck   Jungen und Mädchen der neunten Klassen der Erich-Fried-Schule erhielten von Berufseinsteigern Einblicke in die regionale Arbeitswelt.

Wie geht es weiter nach der Schule? Viele Schüler haben nur wenige Vorstellungen davon, was sie im Arbeitsalltag erwartet und welche Fähigkeiten sie in einzelnen Berufen mitbringen müssen. Mehr Klarheit bringen sollen Ausbildungsbotschafter.

Authentischer Blick in Berufe

Die Idee der Industrie- und Handelskammer (IHK): Berufsanfänger regionaler Betriebe erzählen aus erster Hand über ihren Alltag. Am Mittwoch waren die Botschafter in den neunten Klassen der Erich-Fried-Schule zu Gast.

Hendrik Herrmann und Niklas Ritz gewährten den Schülern der Klasse 9c einen Einblick in den Alltag eines Anlagenmechanikers bei Gelsenwasser. Schnell wird klar – aller Anfang ist schwer: „Am ersten Tag der Ausbildung wird man ins kalte Wasser geworfen“, erinnert sich Herrmann. „Ich hatte wenig handwerkliches Geschick, aber wenn man etwas nicht versteht, wird es einem nochmal erklärt“, sagt Ritz und versucht den angehenden Berufseinsteigern die Angst zu nehmen.

Nachteile der Ausbildung werden nicht verschwiegen

Mittlerweile befinden sich beide im zweiten Lehrjahr und erzählen den Schülern, was einem in der Praxis erwartet: „Wir halten Rohrnetze instand, beheben Rohrschäden oder wechseln Wasserzähler“, erklärt Herrmann.

Neben Informationen über das Unternehmen, Auskünfte über Anforderungen, gehört es auch zum authentischen Blick, Nachteile der Ausbildung zu benennen: „Für vier Wochen müssen wir ins Abwassernetz. Das ist Pflicht, da kann man aber auch was lernen.“

Positiv denken: Nicht entmutigen lassen

Wichtig sei es, die Berufswahl nicht erst kurz vor dem Ende der Schulzeit anzugehen. Tipp des Auszubildenden: „Man kann sich direkt mit dem Zeugnis der neunten Klasse bewerben“, sagt Herrmann.

Auch von Absagen sollen sich die Schüler nicht entmutigen lassen: „Bei mir hat es auch erst nach zehn Bewerbungen geklappt“, sagt Herrmann. Schlechte Noten seien kein Ausschlusskriterium: „Wichtig ist auch das Sozialverhalten. Teamgeist zum Beispiel“, sagt Herrmann.

Viele finden keinen Ausbildungsplatz nach der Schule

Eine Ausbildung ist für Schulabgänger noch immer die wichtigste Einstiegsmöglichkeit in das Berufsleben. Doch nur die wenigsten Hauptschüler bekommen nach der zehnten Klasse eine Chance, sich zu beweisen: „Nur drei bis fünf Schüler jeder Abschlussklasse bekommen direkt einen Ausbildungsplatz“, sagt Julia Weinem, Schulsozialarbeiterin.

Die meisten wählen deshalb den Umweg über das Berufskolleg. Eine erste Orientierung schaffen nun die Ausbildungsbotschafter: „Viele wissen einfach nicht wohin es gehen kann und haben noch kein Ziel“, sagt Weinem.

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