Ärztenotdienst

Augenarztnotdienst: Patienten müssen nicht bis Bochum fahren

Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) schreibe nicht zwingend vor, dass Gladbecker ausschließlich die Augenärztliche Notfallpraxis in Bochum aufsuchen müssen, heißt es in dem Antwortschreiben von Bürgermeister Ulrich Roland an die CDU.

Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) schreibe nicht zwingend vor, dass Gladbecker ausschließlich die Augenärztliche Notfallpraxis in Bochum aufsuchen müssen, heißt es in dem Antwortschreiben von Bürgermeister Ulrich Roland an die CDU.

Foto: Socrates Tassos / FUNKE Foto Services

Gladbeck.  Die CDU hat die Neuregelung des Augenarzt-Notdienstes für Patienten aus Gladbeck kritisiert. Bürgermeister Roland vertritt eine andere Ansicht.

Die CDU hat in einem offenen Brief an Bürgermeister Roland ihre Bedenken über die Neuregelung des Augenarztnotdienstes zum Ausdruck gebracht. Viel zu weit sei der Weg nach Bochum für Patienten aus Gladbeck. Diese Sorge teilt Bürgermeister Ulrich Roland nicht, wie jetzt aus seinem Antwortschreiben hervorgeht.

Die für die Notdienste zuständige Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) habe ausdrücklich darauf hingewiesen, dass betroffene Patienten sich künftig direkt an die zentrale Augenärztliche Notfalldienstpraxis in Bochum „wenden können, nicht müssen“, schreibt Roland. Patienten könnten sich also selbstverständlich auch weiterhin an näher gelegene Augenärztliche Notfallpraxen z.B. in Essen wenden.

Arztpraxen im Norden oder Osten des Kreises zu erreichen sei noch zeitaufwendiger

„Wie Sie sicher wissen, war es bisher so, dass Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt, die einen Augenärztlichen Notdienst benötigten, in die jeweils diensthabende Augenarztpraxis in einer Stadt im Kreis Recklinghausen, in Gelsenkirchen oder Bottrop fahren mussten“, heißt es in dem Schreiben an den CDU-Stadtverbandsvorsitzenden Dietmar Drosdzol weiter. Fahrten z.B. in den Norden oder Osten des Kreises Recklinghausen seien bekanntlich ebenfalls mit höherem Zeitaufwand verbunden, Arztpraxen dort gerade mit öffentlichen Verkehrsmitteln eher zeitaufwendiger zu erreichen als Bochum oder Essen.

Selbstverständlich müsse auch niemand in einer akuten Notfallsituation selbst mit dem Auto oder mit dem ÖPNV zur jeweiligen Notfallpraxis fahren. Vielmehr sollte man in einer akuten Notfallsituation entweder die 116117 oder die 112 anrufen. Roland: „Die erfahrenen Kolleginnen und Kollegen können dort in einer medizinischen Ersteinschätzung beurteilen, ob der Einsatz eines Rettungstransportwagens und gegebenenfalls eines Notarztes notwendig ist, ob die Patienten mit einem Taxi oder mit dem eigenen Pkw noch fahren können bzw. ob es ausreicht, den allgemeinen Notfalldienst aufzusuchen oder in die reguläre Sprechstunde zu gehen.“

Für Fahrten mit dem Taxi gibt es keine pauschale Erstattung

Sei der Transport per RTW oder eine Taxifahrt nötig, würden die Kosten von den Krankenkassen bekanntlich übernommen. Allerdings gebe es keine pauschale Erstattung, sondern dies hänge insbesondere davon ab, ob es sich tatsächlich um einen Notfall handelt oder um eine Behandlung, die auch bis zur regulären Sprechstunde Zeit gehabt hätte.

Da Gladbeck als kreisangehörige Stadt, anders als die kreisfreien Städte Gelsenkirchen und Bottrop, nicht über ein eigenes Gesundheitsamt verfügt, habe Roland das CDU-Schreiben zudem auch „zuständigkeitshalber an den Kreis Recklinghausen weitergeleitet“.

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