Schwimmbad

„Aufpassen ist im Schwimmbad das oberste Gebot!“

Wenn Kinder ungetrübten Spaß im Freibad haben wollen, sollten Erwachsene auf sie aufpassen, um Unfälle auszuschließen. Foto: Lutz von Staegmann / FUNKE Foto Services

Wenn Kinder ungetrübten Spaß im Freibad haben wollen, sollten Erwachsene auf sie aufpassen, um Unfälle auszuschließen. Foto: Lutz von Staegmann / FUNKE Foto Services

Foto: Lutz von Staegmann / FUNKE Foto Services

Gladbeck.  Für Fachmann Dieter Nock ist Aufmerksamkeit das A & O, um Kinder vor den Ertrinken zu schützen. Er macht sich für Schwimmunterricht stark.

Ein Kind ist bei einem Besuch im Schwimmbad gestorben. Geschehen ist dies zwar in Gelsenkirchen, doch der Tod des Zweijährigen syrischer Herkunft lässt auch Gladbecker nicht kalt. Was sagt Dieter Nock vom Badbetreiber SV 13 zu diesem tragischen Vorfall?

In Gladbeck gibt es laut Fachmann keine Personalprobleme am Becken

„Ich sehe die Sicherheitsproblematik nicht beim Personal in einem Schwimmbad“, meint der Fachmann. Denn: „Was kann ein Bademeister tun? Er behält die Becken im Blick, muss aber ebenso einmal an anderer Stelle gucken.“ Ein Zweijähriger könne auch mal von größeren Menschen im Bassin verdeckt sein. Bademeister könnten nicht überall gleichzeitig sein.

Es sei in Gladbeck eigentlich nie eine Schwierigkeit gewesen, „genügend Schwimmmeister zu finden“. Im Gegensatz zu anderen Städten, das weiß Nock sehr wohl. Auf der Anlage an der Schützenstraße ist seit Jahren der hauptamtliche Schwimmmeister Alex Pryakhin im Einsatz: „Unser Alex – ein sehr erfahrener Mann“, so Nock. Ebenfalls hauptamtlich hat Marco Schluck die Wasserratten im Blick. Zum Team gehören ferner Nadine Zajac und Sandra Fenik. Nock berichtet: „Sie arbeiten in Schichten.“ Und wenn besonders viel Betrieb sei, „haben wir immer noch eine Liste von Rettungsschwimmern, die wir nach Bedarf einsetzen können“.

Zur Freibad-Anlage gehören ein Sprungbecken mit einer Wassertiefe von fünf Metern und ein 100-Meter-Becken, 60 Zentimeter bis 1,20 Meter tief. Die wenigsten Besucher haben im dritten Pool noch festen Boden unter den Füßen: Im Sportbecken sind es zwei Meter.

„Man kann auch in einer Pfütze ertrinken“

Nock ergänzt: „Dann haben wir zusätzlich eine Wassermulde für Kleinkinder.“ Dort plantschen die jüngsten Besucher. Aber auch da könnten Gefahren lauern, warnt der Experte. Und führt beispielhaft eine kritische Situation an: „Ein Kind fällt und gerät mit dem Mund unter Wasser.“ Wenn da keine helfende Hand zur Stelle ist . . .: „Ertrinken kann man auch in einer Pfütze.“ Aufpassen sei stets oberstes Gebot.

Viele Kinder können nicht schwimmen

Deswegen legt Nock Erwachsenen hohe Aufmerksamkeit ans Herz. „Meine Kinder waren mir immer heilig“, sagt er. Er habe sie am Wasser nie aus den Augen gelassen – und das, obwohl sein Nachwuchs schwimmen gelernt habe. Das sei heutzutage – im Vergleich zu früher – längst keine Selbstverständlichkeit mehr.

Die Gefahr von Wasser wird falsch eingeschätzt

Der SV-13-Mann weiß zu berichten, „dass Kinder zunehmend nicht mehr schwimmen lernen“. Diese Entwicklung werde in Fachkreisen seit Jahren oft diskutiert. Nock sieht da auch einen Zusammenhang mit der Schließung von Bädern, zu der sich Kommunen in den vergangenen Jahren häufig entschlossen hätten. Grund: Ebbe in den kommunalen Kassen. „Und es ist auch eine Mentalitätsfrage, ob ich darauf achte, dass mein Kind schwimmen lernt“, stellt er fest. Sei es nun aus religiösen Gründen oder weil aus Unwissenheit die Gefahr, zu der Wasser werden kann, falsch eingeschätzt wird.

Ein Kind von zwei Jahren könne zwar noch nicht schwimmen lernen, das sei motorisch unmöglich. Aber die Gewöhnung an das nasse Element funktioniere schon im Baby-Alter. Und wenn Mädchen und Jungen ein paar Jährchen älter sind, stehen Schwimmkurse zur Wahl.

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