Tanz-Serie

Arnd Wende und Diana Miebach organisieren „Up-To-Dance“

Arnd Wende und Diana Miebach haben ihre eigenen Tanz-Aktivitäten.

Arnd Wende und Diana Miebach haben ihre eigenen Tanz-Aktivitäten.

Foto: Thomas Schmidtke

Gladbeck.   Die beiden Partner eint die Leidenschaft fürs Tanzen. Da die Organisation viel Zeit kostet, treten sie selber nicht mehr auf. Ein Interview.

Arnd Wende und Diana Miebach sind Partner mit Manager-Fähigkeiten. Ihr Herz schlägt für den Tanz – und diese Leidenschaft verbindet beide seit knapp 30 Jahren miteinander. Beide organisieren heute mehrere Tanz-Festivals: Wende moderiert, macht PR- und Öffentlichkeitsarbeit, Miebach ist künstlerische Leiterin.

Die Schaltzentrale des Up-to-Dance-Festivals liegt in einer ruhigen Siedlung von Gelsenkirchen-Hassel. Kurz hinter der Gladbecker Grenze betätigen Arnd Wende und Diana Miebach die richtigen Schalter, Knöpfe und Hebel, damit das größte Tanz-Fest im Emscher-Lippe-Raum jedes Jahr aufs Neue läuft. Um das Festival professionell managen zu können, haben beide vor 20 Jahren entschieden, selbst nicht mehr auf die Bühne zu gehen, um zu musizieren oder zu tanzen. Der Eröffnungstanz der Serie ist also ein Chair-Dance im übertragenen Sinn: ein Interview im Sitzen.

Das zweite Treffen lief schon tanzend vonstatten

Ob sie sich eigentlich schon tanzend kennen gelernt haben? Diana Miebach antwortet lachend: „Nein. Aber fast. Das zweite Treffen lief tanzend vonstatten. Da hat Arnd mir bei meiner Aufführung zugeschaut.“

Wie sich beim Nachfragen zum ersten Date herausstellt, spielte beim Kennenlernen die Musik eine Rolle – denn Arnd Wende sei damals Schlagzeuger in einer Band gewesen. Beim zweiten Treffen sei die ungefähr volljährige Miebach mit ihrer Company – einer Tanz-Gruppe – aufgetreten. Als Kind habe sie in der Schreberjugend vor allem Volkstänze getanzt. Dazu zählt zum Beispiel der Kasatschok, der auch als russischer – heute ukrainischer – Kosakentanz bekannt ist.

Später mit ihrer Tanz-Gruppe brachte sie Showtanz, zum Beispiel Disco-Tänze oder auch Paartanz, auf die Bühne, und tanzte auch selbst mit. Sie habe auch Tanzstunden an der VHS absolviert und Ballettstunden genommen. Tanzlehrerin sei sie autodidaktisch geworden.

Sie tanzte einen Kasatschok

Ob sie noch wissen, was sie an diesem Tag tanzte? Arnd Wende antwortet ruhig: „Ich glaube das war sogar ein Kasatschok. Und Rock’n Roll.“ Folklore-Aufführungen schauen sie sich heute immer noch an. Die seien gut gemacht, wenn sie „rocken“ würden. Das hätten sie beispielsweise bei einem Auftritt der Georgian Dance Company erlebt: „Da war so viel Energie auf der Bühne, die Tänzer haben sich gedreht und dann währenddessen noch Messer in den Boden geworfen“, erzählt Wende leidenschaftlich. Ansonsten seien sie heute vor allem von den zeitgenössischen Tänzen, dem Contemporary, und „gutem Jazz“ zugetan.

Was für sie guter Jazz-Tanz ist? Da entsteht ein Funkeln in Wendes Augen. Und das Paar antwortet fast gleichzeitig: „Alvin Ailey“. Er ist Leiter des American Dance Theaters in New York. Beide schwärmen von dessen Bühnenpräsenz.

Im Leben wie beim Tanzen begegnen Menschen einander immer wieder

„Ich erinnere mich an eine Workshop-Dozentin beim Up-to-Dance-Festival, die auch so eine Ausstrahlung hatte“, erinnert sich Wende. „Das war Karen Savage. Sie stammt aus dem Ensemble von Ailey. Und so schließt sich der Kreis.“ Mit dem Kreis ist gemeint, dass sich im Leben der beiden – wie beim Tanzen – Menschen immer wieder begegnen – und das in immer wieder neuen Konstellationen.

Ein Beispiel dafür ist Katharina Scheidtmann. Sie habe als kleines Mädchen bei dem Kinder-Tanz-Festival Hoppe-Tosse mitgemacht. Das Festival stammt auch aus der Schaltzentrale in Gelsenkirchen Hassel. Scheidtmann ist mittlerweile ausgebildete Tanzpädagogin und lebt in Berlin. Für das Up-to-Dance-Festival reist sie auch dieses Jahr wieder nach Gladbeck.

Der Großteil der Tanzgruppen, die zum Festival nach Gladbeck reisen, stammt aus Deutschland – es sind aber auch immer internationale Gäste dabei. „Wir sind tatsächlich weltweit vernetzt“, sagt Miebach. Entstanden ist die Idee aus der Tanzgruppe Miebachs. Sie habe dazu den Verein „Up to Dance“ gegründet und das gleichnamige Festival ins Leben gerufen.

Das Tanzen verbindet

Warum sollten Menschen und vor allem Kinder tanzen?

Miebach: Weil Tanzen einfach Spaß macht. Und Kinder sind dabei sehr gut beschäftigt. Es geht um eine gute Haltung…
Wende
: Weil sie Rhythmus und Gleichgewicht lernen, aber auch Disziplin und Verantwortung.

Was meinen Sie damit?

Wende: Sie lernen zum Beispiel die Verantwortung gegenüber der Gruppe, wenn sie gemeinsam für einen Auftritt üben. Zur Verantwortung zählt aber auch, sich mit dem richtigen Make-Up, dem Erstellen der Kostüme und dem Schneiden der gewünschten Musik auseinanderzusetzen.

Was hat sich im Laufe der vergangenen Jahre verändert?

Miebach: Die Castings, die Bewerbungen der Tänzer, werden uns meist per E-Mail zugeschickt. Früher waren sie live. Diese Entwicklung ist auch gut für uns. Vor 28 Jahren haben sich vielleicht zehn Gruppen gemeldet, heute sind es rund 80. Das würden wir heute mit Live-Castings gar nicht mehr schaffen.

>> PAAR MIT VIELEN GEMEINSAMKEITEN

  • Arnd Wende und Diana Miebach haben viele Gemeinsamkeiten. Beide sind 1968 geboren und stammen aus Gelsenkirchen-Buer.
  • Sie haben BWL studiert, Miebach mit dem Schwerpunkt Marketing Kultur, Medien und Freizeit.
  • Zusammen haben sie während des Studiums ein Catering-Unternehmen aufgebaut. Von 2000 bis 2010 waren sie an der Ballettschule Tanzkreativ in Marl beteiligt.

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