Schrottimmobilie

ARD-Geiseldrama "Gladbeck" lenkt den Blick auf Hochhausruine

Das Hochhaus Schwechater Straße 38 soll abgerissen werden. Im Stadtteil Rentfort-Nord gilt es als Schandfleck.

Das Hochhaus Schwechater Straße 38 soll abgerissen werden. Im Stadtteil Rentfort-Nord gilt es als Schandfleck.

Foto: Hans Blossey

Gladbeck.   Durch das ARD-Geiseldrama "Gladbeck" richtet sich der Fokus auf das Hochhaus, in dem alles begann. Hilferuf an Laschet wegen Problem-Immobilie.

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Anlässlich des zweiteiligen ARD-Fernsehfilms „Gladbeck“, der am Mittwoch und Donnerstag ausgestrahlt wird und das Geiseldrama von 1988 nachzeichnet, hat Bürgermeister Ulrich Roland (SPD) einen Brief an Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) geschrieben. Er lenkt den Blick des NRW-Regierungschefs auf die Hochhausruine an der Schwechater Straße 38, in der das Geiseldrama begann, und bittet ihn um Hilfe des Landes bei der Beseitigung der Problem-Immobilie.

Roland erinnert den Ministerpräsidenten daran, dass die Filiale der Deutschen Bank, in der Hans-Jürgen Rösner und Dieter Degowski erste Geiseln nahmen, in dem Komplex lag. „Unmittelbar nach dem Geiseldrama hat die Deutsche Bank ihre Filiale freigezogen“, so Roland wörtlich, „dies war ein Wendepunkt für die Hochhausimmobilie.“

Seit der Zwangsräumung 2005 steht das Haus als Mahnmal

2005 habe die Immobilie zwangsgeräumt werden müssen, „sie ist seitdem nicht mehr bewohnt und steht mit ihren 13 Stockwerken als Mahnmal für jedermann sichtbar am Himmel“, heißt es in dem Brief an Laschet. Sowohl die neue CDU-/FDP-Regierung als auch die rot-grüne Vorgängerregierung hätten zugesagt, den Abriss der äußerst problematischen und den Stadtteil belastenden Immobilie durch Städtebauförderungsmittel zu fördern, „um so den Weg für eine Neuentwicklung zu ermöglichen“. Dies sei nur mit Hilfe öffentlicher Mittel möglich, da der Abriss der stark belasteten Ruine sonst nicht wirtschaftlich tragbar sei.

Enorme Kostensteigerung für den Abriss hat zur Verzögerung geführt

Die enorme Kostensteigerung von zwei auf fünf Millionen Euro für den Abriss der Ruine hätten zur Verzögerung des Projekts geführt, so der Bürgermeister in seinem Brief an Laschet. Inzwischen zeichne sich aber eine „sehr vorteilhafte Lösung“ ab. Allerdings, so Roland: „Zwingende Voraussetzung ist eine nochmalige Erhöhung der zugesagten Landesförderung. Sie wurde bereits von rund 400 000 auf rund 750 000 Euro erhöht, nun wird ein Betrag von rund zwei Millionen Euro benötigt, um dieses Großprojekt wirtschaftlich rechnen zu können“, so Roland.

Durch den Film gerät die Hochhausruine in den Fokus der Öffentlichkeit

Der Bürgermeister betont, dass es bereits erste positive Gespräche zwischen der Stadt, der Bezirksregierung Münster und dem Städtebauministerium gegeben habe. Wörtlich schreibt Roland abschließend: „Ich bitte Sie herzlich um Ihre Unterstützung, um das Projekt zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen, dies insbesondere vor dem Hintergrund, dass durch die Ausstrahlung des Films die Hochhausruine noch einmal ganz besonders in den Fokus der Öffentlichkeit gerät.“

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