Arbeitsmarkt

Arbeitslosigkeit in Gladbeck erstmals seit April gesunken

4637 Menschen in Gladbeck waren im September arbeitslos gemeldet.

4637 Menschen in Gladbeck waren im September arbeitslos gemeldet.

Foto: Lutz von Staegmann / Funke Foto Services

Gladbeck.  Die Arbeitslosenquote sinkt in Gladbeck von 12,5 auf 12,1 Prozent. Der Vergleich zum Vorjahr fällt allerdings negativ aus.

Erstmals seit April ist die Zahl der Arbeitslosen im September wieder gesunken – im gesamten Bereich der Agentur für Arbeit Recklinghausen und auch in Gladbeck. Hier hat sich die Zahl der Menschen ohne Arbeit von August auf September um 147 auf 4637 Personen verringert. Der Vergleich zum Vorjahr fällt allerdings negativ aus. Im September 2019 waren es 977 Arbeitslose weniger. Die Arbeitslosenquote betrug im abgelaufenen Monat 12,1 Prozent, vor einem Jahr 9,5 Prozent. Der höchste Wert von 12,5 Prozent wurde in diesem Jahr im Juli und August gemessen.

573 Personen meldeten sich im September in Gladbeck neu oder erneut arbeitslos, 137 weniger als vor einem Jahr, und gleichzeitig beendeten 717 Männer und Frauen ihre Arbeitslosigkeit (-118). Seit Jahresbeginn gab es insgesamt 5516 Arbeitslosmeldungen, das ist ein Minus von 493 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Dem gegenüber standen 4598 Abmeldungen von Arbeitslosen (-1761).

Es gibt mehr offene Arbeitsstellen

Der Bestand an offenen Arbeitsstellen ist im September um 31 auf 278 gestiegen. Arbeitgeber meldeten 83 neue Arbeitsstellen, 22 mehr als vor einem Jahr.

Von den 4637 Arbeitslosen bezogen 1129 Arbeitslosengeld I, 60 weniger als im Vormonat. Der weitaus größere Teil der Männer und Frauen ohne Arbeit (3508) ist langzeitarbeitslos. Ihre Zahl hat sich im Vergleich zum August um 87 verringert, im Vergleich zum September 2019 und 601 erhöht.

„Erstmals seit Ausbruch der Pandemie und nach fünf Monaten steigender Arbeitslosenzahlen hat die Arbeitslosigkeit im Vest im September nun wieder abgenommen, und zwar deutlich“, resümiert Agenturchef Frank Benölken die positive Entwicklung im gesamten Bereich der Arbeitsagentur. Dabei betont er: „Dieser Trend erreicht erfreulicherweise alle Personengruppen, unabhängig von Alter, Herkunft und Dauer der bisherigen Arbeitslosigkeit. Also ein guter Beleg dafür, dass der Arbeitsmarkt, trotz andauernder Ausnahmesituation, aufnahmefähig bleibt und den üblichen saisonalen Gesetzen folgt.“

Arbeitgeber blicken nicht mehr so pessimistisch in die Zukunft, so die Agentur für Arbeit

Mit Blick auf die Stellenseite werde die positive Entwicklung noch deutlicher: „Wir haben es wieder mit steigenden Stellenmeldungen und steigendem Stellenbestand zu tun – Arbeitgeber blicken nicht mehr so pessimistisch und ängstlich in die Zukunft, sondern versuchen, ihre Stellung am Markt wieder neu zu behaupten.“

Entsprechend appelliert der Arbeitsmarktexperte an Arbeitslose, Beschäftigte und Arbeitgeber, der lebenslangen Qualifizierung einen hohen Stellenwert beizumessen: „Corona zeigt uns, wie schnell sich Branchen, Betriebskonzepte und damit Erwerbsbiografien verändern können. Ein erlernter Beruf ist wichtig, reicht aber in aller Regel nicht mehr für 45 Berufsjahre aus. Umso wichtiger ist, sich innerhalb des eigenen Berufs kontinuierlich weiterzubilden oder sich neue Tätigkeitsfelder zu erschließen, um abgesichert zu sein vor arbeitsmarktlichen Veränderungen.“ (eh)

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