Applaus für ein brillantes Konzert

Foto: Oliver Mengedoht

Sanft stimmen die hohen Flöten der großen Klais-Orgel in St.Lamberti die lieblichen Töne von „Ave maris stella“ an, Friede und Ruhe schaffen sich am Sonntagabend Raum im Kirchenschiff. Es ist der Auftakt der 30. Gladbecker Orgeltage. „Meine Mutter hat mir beigebracht, Stolz ist eine Todsünde“, scherzt Kantor Konrad Suttmeyer. „Also lassen Sie mich einfach sagen, ich freue mich, dass wir tatsächlich solch ein Jubiläum feiern können.“

Sanft stimmen die hohen Flöten der großen Klais-Orgel in St.Lamberti die lieblichen Töne von „Ave maris stella“ an, Friede und Ruhe schaffen sich am Sonntagabend Raum im Kirchenschiff. Es ist der Auftakt der 30. Gladbecker Orgeltage. „Meine Mutter hat mir beigebracht, Stolz ist eine Todsünde“, scherzt Kantor Konrad Suttmeyer. „Also lassen Sie mich einfach sagen, ich freue mich, dass wir tatsächlich solch ein Jubiläum feiern können.“

Die vier Konzerte in der Propsteikirche laufen diesmal unter der Überschrift „Erinnerung an Oberschwaben“. Vor zwei Jahren hat eine Reisegruppe unter der Leitung von Suttmeyer dort berühmte Orgeldenkmäler in der Bodenseeregion besucht, mitgebracht hat man außer den Erinnerungen die Kontakte zu den dortigen Organisten. Am Pult sitzt Sonntag Gregor Simon, Kustos des renommierten historischen Instruments im Münster Obermarchtal. Nach den gregorianischen Hymnen in Bearbeitung von Antonio de Cabezón und zwei Stücken von Juan Bautista Cabanilles (herrlich tänzelnd mit brillierendem Schlussakkord) widmet sich der 47-jährige Kirchenmusiker einem Komponisten seiner Region – Justin Heinrich Knecht.

Die „Fantasie“ und „Fuge“ in c-moll aus dem späten 18. Jahrhundert nutzen nun auch die tiefen Register, ein „Organum plenum“-Klang voller Intensität und Strahlkraft. Lieblich spielerisch danach das „Cantabile G-Dur“. Das Hauptwerk des Abends ist die Orgelbearbeitung eines Orchesterwerkes, und zwar keines geringeren als die fünfte Symphonie von Ludwig van Beethoven. Die dramatische Anfangssequenz der bekannten „Schicksalssinfonie“ scheint wie gemacht für die Orgel. Das drohende Pochen bekommt durch die „Königin der Instrumente“ eine ganz eigene düstere Spannung. Die Reprisen des Themas durch die hohen Register beklemmende Züge. Nach dem ersten Satz flicht Simon drei Transkriptionen für Orgel von Flötenwerken von Beethoven ein, bevor er mit Macht zum vierten Satz der fünften Symphonie zurückkehrt.

Rauschender Applaus der leider nur rund 60 Anwesenden, das zeitgleiche Fernsehduell der Kanzlerkandidaten hat wohl größeren Zulauf verhindert. „Es waren aber viele da, die 2015 mit uns auf Reisen nach Süddeutschland waren“, zeigt sich Suttmeyer trotzdem zufrieden.

Gregor Simon hat seine Zeit in Gladbeck sichtlich genossen, es war sein erster Besuch im Ruhrgebiet. „Ich habe so viele freundliche und humorvolle Menschen kennengelernt. Das Appeltaten-Fest war fantastisch“. Suttmeyer schätzt er als „tollen Kollegen“ und auch die Klais-Orgel wird er in guter Erinnerung behalten. „Ein Instrument von einem großen Farbenspektrum, es macht sehr viel Spaß darauf zu spielen.“

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