Straßenaktion

Anne-Frank-Gedenktag: Gerald Asamoah unterstützt Realschüler

Vor dem Rathaus verteilten die Realschüler auch an Gerald Asamoah (l.) und Bürgermeister Roland Schoko-Bonbons mit Herz und Parole.

Vor dem Rathaus verteilten die Realschüler auch an Gerald Asamoah (l.) und Bürgermeister Roland Schoko-Bonbons mit Herz und Parole.

Foto: Lutz von Staegmann / Funke Foto Services

Gladbeck.  Aktion der von-Siemens-Realschule. Stolpersteine, die an jüdische Bürger erinnern, werden geputzt. Darum unterstützt Gerald Asamoah das Projekt.

90 Jahre wäre Anne Frank am 12. Juni alt geworden, wenn sie nicht im nationalsozialistischen Terror wie sechs Millionen Menschen jüdischen Glaubens umgebracht worden wäre. Der Geburtstag des Mädchens, dessen Tagebuch weltweit zum posthumen Symbol gegen Unmenschlichkeit und den Völkermord geworden ist, war jetzt Anlass für Schülerinnen und Schüler der Werner-von-Siemens-Realschule für einen öffentlichen Projekttag.

Unter dem Motto „Halt dein Herz sauber und deine Erinnerung“ säuberten und polierten die Teenager, unterstützt von ihrem prominenten Schulpaten Gerald Asamoah, die Messingoberfläche von Stolpersteinen. Das sind kurze Gedenkinschriften, die seit 2009 in der City vor bislang 28 ehemaligen Wohnhäusern Gladbecker jüdischen Glaubens verlegt wurden, die großteils im Holocaust umkamen.

Schüler verteilen Infomaterial an Passanten

„Als zertifizierte Schule ohne Rassismus und Schule für Courage wollten wir den Anne-Frank-Gedenktag zum Anlass nehmen, um ihn zu einem Erinnerungstag für alle Menschen zu machen, die ein ähnliches Schicksal erleiden mussten“, so Projektkoordinatorin Lehrerin Sonay Gündogan. „Und mit dem Putzen der Stolpersteine machen wir klar, dass die Ausgrenzung und Verfolgung nicht irgendwo weit weg, sondern auch direkt hier vor unserer Haustür passiert ist.“ Die Putz-Gruppen hatten Infomaterial dabei, um Passanten zum Hintergrund ihrer Aktion zu informieren.

Realschülerin Azra (13) erzählte auch Gerald Asamoah von „ihren“ Stolpersteinen vor dem Haus Hochstraße 23.

„Hier hat die Familie Oppenheimer gelebt, die in einem Konzentrationslager 1942 umgebracht wurde.“ Der Ex-Schalke Bundesligaprofi mit ghanaischen Wurzeln hörte betroffen zu. „Bisher kannte ich die Stolpersteine noch nicht. Ich unterstütze es und finde es wichtig, dass die Kinder sich mit dem Thema beschäftigen und mit ihrer Aktion Zivilcourage gegen Rassismus zeigen.“ Er selbst sei im Alter von zwölf Jahren nach Deutschland gekommen und habe dabei „auch einige negative Erfahrungen“ wegen seines Aussehens durchleiden müssen. Er nutze seine heutige Prominenz so gerne, um als Vorbild zu einer toleranteren Gesellschaft beizutragen, „damit auch meine drei Kinder (9/12) nicht das Gleiche erleben müssen, was ich durchmachen musste“.

Bürgermeister Roland lobt das Engagement

Vor dem Gladbecker Rathaus kamen alle Stolperstein-Gruppen der Klasse 9d, unterstützt vom Gladbecker Bündnis für Courage (den Initiatoren der Stolperstein-Verlegungen in Gladbeck) sowie weiteren Realschülern schließlich zusammen. Fast 100 couragierte junge Gladbecker harrten trotz starken Regens auf dem Vorplatz aus, um vom Bürgermeister begrüßt zu werden. Ulrich Roland lobte, dass es angesichts zunehmend rechter Tendenzen in Europa ganz wichtig sei, „sich mit der eigenen Vergangenheit und dem NS-Terror zu beschäftigen“. Denn wer das als junger Mensch tue, „der ist unerreichbar für rechtes Gedankengut“.

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