Kotten Nie

Angeschlagener Ahorn am Kotten Nie muss gefällt werden

Der Ahorn steht im Mittelpunkt des „Kotten Nie“ in Gladbeck an der Bülser Straße. Auf den ersten Blick wirkt der Baum gesund, doch ein Fachmann beim ZBG meint: „Er gibt langsam den Geist auf.“ Foto: Lutz von Staegmann / FUNKE Foto Services

Der Ahorn steht im Mittelpunkt des „Kotten Nie“ in Gladbeck an der Bülser Straße. Auf den ersten Blick wirkt der Baum gesund, doch ein Fachmann beim ZBG meint: „Er gibt langsam den Geist auf.“ Foto: Lutz von Staegmann / FUNKE Foto Services

Foto: Lutz von Staegmann / Funke Foto Services

Gladbeck.  Der Ahorn in der Mitte des Innenhofes am Kotten Nie ist angeschlagen. Bernhard Schregel vom ZBG sagt: „Er muss irgendwann gefällt werden.“

Er steht im Mittelpunkt des Gebäude-Ensembles „Kotten Nie“, im wahrsten Sinne des Wortes. Der Ahorn ist umgeben von Bauernhaus und Tenne, Scheune und Backhaus. Bodo Dehmel, Vorsitzender des Fördervereins Kotten Nie, sagt: „Der Baum wird von uns gepflegt und verhätschelt, er gehört einfach zum Ambiente.“ Doch trotz aller Zuwendung: Der Ahorn ist sichtbar angegriffen, sein letztes Stündlein könnte in absehbarer Zeit schlagen.

„Er wird kurzfristig nicht gefällt“, beruhigt hingegen Bernhard Schregel Baum-Fans. Der Grün-Experte beim Zentralen Betriebshof Gladbeck (ZBG) sagt jedoch auch klipp und klar: „Man merkt: Dieser Ahorn gibt langsam den Geist auf.“ Wer sich unter den schätzungsweise 45 bis 50 Jahre alten Baum stellt, den Kopf in den Nacken legt und emporblickt, sieht: Durch die Krone blitzt der Himmel. Schregel kommentiert diese Beobachtung mit trockenen Zahlen: „20 bis 25 Prozent“ seien dürre, abgestorbene Äste. Der Ahorn habe im „Wurzelbereich irgendein Problem“.

Von dem kaputten Baum könnte eine Gefahr ausgehen

Auf einen Zeitplan möchte sich Fachmann Schregel nicht festlegen. Er meint mit aller Vorsicht: „Wir wollen mal gucken, wie sich der Baum macht.“ Wenn es ein „knackig-heißer Sommer“ werde, könnte das dem Ahorn schwer zu schaffen machen und seine Lebenszeit zusätzlich beschneiden. Sollte die Hitze ausbleiben, hätte er vielleicht eine Chance, sich etwas zu regenerieren.

Immer wieder wurde Totholz aus der Krone entfernt

Die Krone sei immer wieder ausgedünnt, Totholz entfernt worden. Aber dieses Procedere lässt sich nun mal nicht ewig fortsetzen. Bernhard Schregel erläutert: „Das kann noch ein Jahr gut gehen oder auch drei Jahre. Aber in absehbarer Zeit muss der Baum gefällt werden. Denn wenn wir warten, bis er ganz tot ist, könnten den Besuchern am Kotten Nie irgendwann richtig dicke Knüppel auf den Kopf stürzen.“ Dieses Risiko will der ZBG-Mann auf gar keinen Fall nicht eingehen.

Ist der Ahorn erst einmal von der Bildfläche verschwunden, wird nach Schregels Einschätzung an dieser Stelle wahrscheinlich kein Ersatz Wurzeln schlagen: „Wenn etwas Neues gepflanzt wird, dann vielleicht eher etwas seitlich vom bisherigen Standort. Das Hochbeet würde eingeebnet, damit auch ‘mal Fahrzeuge auf den Hof kommen können.“

Keinerlei Probleme sieht Bernhard Schregel zum jetzigen Zeitpunkt beim weiteren Baumbestand auf dem Kotten-Areal. Die Platanen im Bereich der Boule-Bahn bringen es auf „80, vielleicht sogar 90 Jahre“. Schregel: „Da nehmen wir regelmäßig ein bisschen Totholz raus.“ Ansonsten seien diese Bäume gesund.

Im Gegensatz zum Ahorn sind die alten Platanen gesund

Im Gegensatz zum besagten angeschlagenen Ahorn. Er wurde vor Jahren einmal eingefasst und thront nun im Zentrum der Anlage. Auf dem steinernen Mäuerchen ringsum lassen sich bei schönem Wetter gerne Besucher nieder, um miteinander zu plauschen, sich auszuruhen oder das Geschehen auf dem Hof zu beobachten. An hochsommerlichen Tagen ist er ein willkommener Schattenspender.

Willkommener Schattenspender

Bodo Dehmel vom Förderverein unterstreicht: „Der Baumbestand hier wird vom ZBG und von uns aufmerksam beobachtet und gepflegt.“ Das bereite allen Beteiligten auch viel Arbeit – „besonders im Herbst“. Aber die Mitglieder des Fördervereins und das Publikum wissen das Grün zu schätzen. Dehmel: „Gemeinsam mit Bernhard Schregel vom ZBG wollen wir jeden Baum bei uns erhalten!“

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