Investition

Alter Kotten verzögert den Bau eines zweiten Ärztehauses

Direkt hinter dem Butendorfer Ärztezentrum liegt der Kotten Kleimann. Die Stadt möchte das denkmalgeschützte Gebäude abreißen, weil genau an der Stelle ein zweites Ärztehaus gebaut werden soll.

Direkt hinter dem Butendorfer Ärztezentrum liegt der Kotten Kleimann. Die Stadt möchte das denkmalgeschützte Gebäude abreißen, weil genau an der Stelle ein zweites Ärztehaus gebaut werden soll.

Foto: Michael Korte

Gladbeck.   Der „Kleimanns Kotten“ steht unter Denkmalschutz. Die Stadt möchte ihn rasch abreißen. Die Investoren wollen mit dem Neubau nicht länger warten.

Das Hausarztzentrum Butendorf an der Horster Straße soll um ein zweites Ärztehaus erweitert werden. Die Investoren stehen bereiten, und es gibt auch schon genügend Ärzte, die an langfristigen Mietverhältnissen in dem Neubau Interesse bekundet haben. Allein: Ein alter, mittlerweile ziemlich baufälliger kleiner Bauernhof verhindert das Vorhaben.

Der „Kleimanns Kotten“, direkt hinter dem bestehenden Ärztezentrum und auf der für das Bauvorhaben benötigten Wiese gelegen, steht nämlich seit 1980 unter Denkmalschutz. Für den Neubau müsste er abgerissen werden.

Eine Schrottimmobilie im städtischen Besitz

„Der Hof ist die einzige Schrottimmobilie in städtischem Besitz“, erklärte Wirtschaftsförderer Peter Breßer-Barnebeck in der jüngsten Sitzung des Wirtschaftsförderungs- und Grundstücksauschusses. Als Untere Denkmalbehörde kann die Stadt den Abriss sogar beschließen.

Jedoch sind aktuell der Kreis Recklinghausen (Obere Denkmalbehörde) und der LWL gegen den Abriss. Kommt es zu keiner Einigung, könnte der Kreis einen Entscheid des zuständigen Landesministeriums einfordern. „Und wie der ausfällt wissen wir nicht. Allerdings sind wir ziemlich sicher, für diesen Fall die besseren Argumente zu haben“, so Breßer-Barnebeck.

Im Wirtschaftsausschuss stand das Thema an, weil eine schnelle Entscheidung benötigt wird. Seit fast drei Jahren sei der Abriss schon im Gespräch, so Baurat Dr. Kreuzer. Und noch einmal so lange will bei der Stadt niemand über die Zukunft vom „Kleimanns Kotten“ reden. „Denn die Investoren wollen jetzt bauen und auch die Ärzte haben akuten Bedarf an größeren Praxisräumen. Fünf Jahre will da niemand mehr warten“, so Breßer-Barnebeck.

Seit dem Jahr 2005 ist der Hof nicht mehr bewohnt

Für den Erhalt des Denkmals hingegen gibt es nach Ansicht der Experten in der Stadtverwaltung auch nicht nur einen Grund. Seit 2005 ist der Hof unbewohnt, seitdem verfällt das Gebäude zunehmend; von Vandalismus verschont geblieben ist das Gemäuer ebenfalls nicht. Zwei öffentliche Verkaufsaktionen brachten keinen Erfolg, und auch die Stadt hat keinen Nutzungsbedarf.

Martin Plischek rechnetet dann noch vor, was Instandsetzung und Modernisierung kosten würden. Und die Summen, die der Leiter des Amtes für Immobilienwirtschaft da nannte, die waren nicht ohne: Allein die Instandsetzung würde 890 000 Euro kosten. Für Modernisierung und Schallschutz kämen dann noch einmal 3,2 Millionen Euro hinzu. Und das für ein Gebäude, wie Baurat Kreuzer ergänzte, das nach einem Landesgutachten wegen der Nähe zur Autobahn für eine reine Wohnnutzung ausgeschlossen ist.

Nichts spricht für den Erhalt des Kottens

Im Ausschuss waren sich dann auch alle Fraktionen einig, das nichts für einen Erhalt des Kottens spricht. Per Dringlichkeitsantrag soll über das weitere Vorgehen nun der Haupt- und Finanzausschuss am Montag entscheiden. Es spricht einiges dafür, dass die Tages des Hofes gezählt sind.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben