Kommentar

Abbau Hospital-Jobs: Ein fatales Signal zu Epidemie-Zeiten

WAZ-Redakteur Georg Meinert kommentiert den Umgang mit der Coronakrise in Gladbeck.

WAZ-Redakteur Georg Meinert kommentiert den Umgang mit der Coronakrise in Gladbeck.

Foto: WAZ

Gladbeck.  Die Coronakrise lähmt das Stadtleben auf nicht geahnte Weise. Völlig falsch da die Entscheidung des Trägers des Barbara-Hospitals. Ein Kommentar.

Jetzt gibt es auch in Gladbeck einen ersten Infizierten – die Corona-Krise bestimmt das Leben in der Stadt auf teils dramatische Weise. Fast alle auch noch so kleinsten Veranstaltungen sind abgesagt, Kitas und Schulen sind spätestens ab Mittwoch dicht – das Leben in der Stadt ist derart lahmgelegt, wie es das vermutlich seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs nicht war.

Stadt und Kreis haben bislang äußerste Umsicht und Sensibilität walten lassen. Nur durch konsequentes Herunterfahren des öffentlichen Lebens lässt sich die schnelle Ausbreitung des Virus’ eindämmen. In letzter Konsequenz hätte dann allerdings auch der samstägliche Wochenmarkt abgesagt und sowohl Hallenbad als auch Traglufthalle am Wochenende geschlossen werden sollen.

Auch die Gottesdienste in den Kirchen gehören abgesagt

Wenig Sensibilität zeigen die beiden großen Kirchen in der Stadt, wenn sie ihre Gottesdienste weiterhin und bewusst anbieten und die Verantwortung für den Besuch den Gläubigen selbst überlassen. Auch diese „Versammlungen“ gehören abgesagt zum Wohle des Einzelnen und der Gemeinschaft.

Ein ganz fatales Zeichen ist in diesen Zeiten, in denen sich die Menschen voller Sorge auf ein hoffentlich effizientes Gesundheitssystem verlassen wollen, die Nachricht des Krankenhaus-Betreibers St. Augustinus, 100 Mitarbeiter der KKEL abzubauen.

Die Entscheidung von St. Augustinus ist nur schwer zu verkraften

Es ist geradezu fahrlässig, zu diesem Zeitpunkt derartige Pläne bekannt zu machen - mögen die Restrukturierungsgründe auch noch so nachvollziehbar und die Entscheidung wahrscheinlich unabdingbar sein.

Allerdings ist es schwer zu verkraften und kaum verantwortbar, wenn ein Krankenhausträger in Zeiten höchster medizinischer Herausforderungen und Appellen an die Solidarität in der Gesellschaft ein solches Signal sendet. Falscher kann man es nicht machen – und auch noch im Bereich von Labor und Hygiene kürzen zu wollen. Unfassbar!

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