Abschulung

61 Kinder müssen nach den Ferien die Schule wechseln

Nach der Erprobungsstufe müssen einige  Kinder in Gladbeck ihre bisherige weiterführende Schule verlassen.

Nach der Erprobungsstufe müssen einige Kinder in Gladbeck ihre bisherige weiterführende Schule verlassen.

Foto: Kerstin Kokoska / WAZ FotoPool

Gladbeck.  Wenn die Leistungsanforderungen von Gymnasium oder Realschule nicht erreicht werden, muss der Wechsel zu einer niedrigeren Schulform erfolgen.

Genau 61 Schulkinder der weiterführenden Gladbecker Schulen starten wohl mit gemischten Gefühlen in die großen Ferien. Grund: Sie haben die Leistungsanforderung von Gymnasium oder Realschule nicht erfüllt und werden abgeschult. Das heißt, sie müssen ihre bisherige Schule verlassen und vom Gymnasium auf eine Realschule, oder von der Realschule zur Hauptschule wechseln. Ausnahmen sind die Ingeborg-Drewitz-Gesamtschule, wo die betroffenen Kinder im integrierten Schulsystem verbleiben können, und die Erich-Kästner-Realschule, die grundsätzlich kein aufgenommenes Kind abschult, sondern Kinder mit Schwächen über Förderprogramme besonders unterstützt.

„Eine Kultur des Behaltens“, die Bettina Weist, Leiterin des Amtes für Bildung und Erziehung, als Leitgedanken unterstützt. „Um Kinder zu fördern, wenn es wackelig wird, damit sie an der Schule bleiben können“, wo sie ins weiterführende System gestartet seien. „Denn das Ziel, das wir haben, ist die Quote der Schulformwechsler zu reduzieren. Und ich denke, das sehen alle Schulleiter genauso“, so Weist. Manche Kinder bräuchten in ihrer Entwicklung einfach etwas mehr Zeit und schafften dann die Leistung. Trotz aller Förderung gelinge es trotzdem nicht immer, ein Kind an der Schule halten zu können, „wenn die Leistungsanforderungen dann doch zu groß sind“.

Gladbecker Quote ist längst nicht so hoch wie etwa in Gelsekirchen

Immerhin: Die Quote der, netter ausgedrückt, „Bildungsformwechsler“ ist in Gladbeck nicht so hoch wie etwa in der Nachbarkommune Gelsenkirchen. Dort müssen aktuell 105 von 610 Kindern (17,2 Prozent) am Ende der

Erprobungsstufe ihr Gymnasium verlassen, bei den Realschulen sind es 48 von 329 Kindern (14,6 Prozent). An den drei Gladbecker Gymnasien sind es bis zur achten Jahrgangsstufe 34 Abschulungen bei insgesamt 719 Schülerinnen und Schülern (4,7 Prozent), sowie 27 Bildungsformwechsler der insgesamt 607 Schülerinnen und Schüler von Werner-von-Siemens- und Anne-Frank-Realschule (4,4 Prozent). Diese Zahl könne sich bis zum Schuljahresbeginn aber noch leicht verändern, erklärt Bettina Weist, „da die Ergebnisse der Nachprüfungen darin noch nicht enthalten sind“.

Ebenfalls nicht in diese Quoten eingerechnet seien die Flüchtlingskinder und die zugewanderten Kinder aus Südosteuropa, die im Rahmen der Erstförderung an einer Realschule oder an einem Gymnasium beschult werden. Und die

dann nach dem Auslaufen der maximal zweijährigen Internationalen Förderklasse, ihrem Leistungsstand gemäß, die Schulform zur Real- oder Hauptschule oder zur Gesamtschule wechselten. Weist: „Denn hier handelt es sich ja nicht um eine Abschulung, sondern um eine erstmalige Eignungsfeststellung für eine Schullaufbahn.“

Konkrete Vergleichszahlen der Vorjahre liegen nicht vor

Konkrete Vergleichszahlen aus den Vorjahren liegen dem Bildungsamt nicht vor. „Da wir bislang die Anzahl der Abschulungen nicht konkret abgefragt, sondern nur allgemein die Schülerveränderungen erfasst haben, in denen etwa auch freiwillige Schulformwechsel enthalten sind.“ Es sei aber so, sagt die Amtsleiterin, „dass sich die Abschulungsquote in Gladbeck in den letzten Jahren ohne große Auffälligkeiten immer auf ähnlichem Niveau um fünf Prozent bewegt hat“.

Durch die Schullaufbahnkorrekturen müssten nun an der Ingeborg-Drewitz-Gesamtschule und an der Erich-Fried-Hauptschule zusätzliche Klassen gebildet werden. Die räumlichen Kapazitäten an den Schulen reichten dafür aus. Weist: „Trotzdem ist es eine Herausforderung für die Schulen und die siebte und neunte Jahrgangsstufe, da hier die bestehenden Klassen auch neu gemischt werden.“

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