Gala-Show

420 Tänzer begeistern beim Up-to-Dance-Festival in Gladbeck

Die „Lindengirls“ verkörperten im Tanz die Meeresgebieterin „Ran“ – ein Hingucker bei der 28. Auflage des Tanzfestivals „Up-to-Dance“ in der Stadthalle Gladbeck.

Die „Lindengirls“ verkörperten im Tanz die Meeresgebieterin „Ran“ – ein Hingucker bei der 28. Auflage des Tanzfestivals „Up-to-Dance“ in der Stadthalle Gladbeck.

Foto: Oliver Mengedoht

Gladbeck  Das Tanzfestival „Up to Dance“ zeigte wieder, wie vielfältig das Tanzen ist. Alle Stücke überzeugten das Publikum in der Stadthalle Gladbeck.

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. 420 Tänzer brachten Samstagabend ihr Können in der Mathias-Jakobs-Stadthalle auf die Bühne: 35 Gruppen reisµten aus verschiedenen Teilen Deutschlands an, um das Publikum mit Freestyle, modernem und klassischem Ballett, Jazz-Dance, Musical und Contemporary verschiedenster Facetten zu verzaubern; sogar Tuchakrobatik und Stepptanz war zu sehen.

Drei Tanzakrobatinnen zwirbeln sich von der Decke an weißen Tüchern kopfüber ins Spagat, eine Meeresgöttin lässt sich anmutig im Gummiboot durch eine Wasserlandschaft tragen und Alice im Wunderland sucht ihren Weg zurück aus seltsamen Welten.

Die Vielfalt der Tanzwelten begeisterte das Publikum

Das Publikum durfte in die Vielfalt der Tanzwelten eintauchen: Schicht Nummer eins, Nachwuchstänzer und Anfänger, tanzte von 18 bis 19 Uhr, die Fortgeschrittenen mit einer kurzen Pause von 20 bis 22.30 Uhr. Die Stadthalle war in der zweiten Schicht deutlich stärker besucht und beinahe ausverkauft. Alle Stücke bezauberten.

13 Gruppen traten in der ersten Schicht auf. Die Gladbecker Company namens Crazy Shoe Laces eröffnete den Abend mit einer energiegeladenen Portion Freestyle-/Disco-Dance. Und die AKU-Dancer der Gladbecker Lebenshilfe rockten mit und ohne Handicap zu Helene Fischers „Atemlos durch die Nacht“. Das Motto: „Tanzen ist Bewegung und bewegen kann sich jeder.“ Ein Highlight war das Stück „Wasser“ – eine Feen-/Wasserlandschaft mit Tänzern und wallenden Fächern in Grün und Blau. Die Inszenierung von Julia Kast bestach durch die fließenden Bewegungen, die die Gruppe zu Wellen werden ließ. Hervorzuheben ist auch die Tarzan-Inszenierung der Tanzcompany Odenthal aus Hürth: Die Tänzer wirkten selbstbewusst, technisch sicher und voller Tanzfreude.

Alice tanzte mit hellblauem Kleid über die Bühne

Die Gruppe Bricolage ist eine Company des Hochschulsports der Universität Duisburg-Essen. 31 Tänzer verkörperten Wesen zahlreicher düsterer und heiterer Umgebungen. Durch diese „fremden Welten“ muss Alice, die Hauptfigur aus „Alice im Wunderland“, in ihrem hellblauen Kleid durchtanzen, um schließlich wieder zurück zu finden.

Publikumsliebling mit Zwischenapplaus war die Company „Lindengirls“ aus Moers mit einer Rán-Inszenierung. Die mächtige Götting Rán ist halb Mensch, halb Fisch und Gebieterin über das Meer. Das Bühnenbild samt Licht und Kostümen machte die Gruppe zu Unterwasser-Akteuren. Die überzeugten mit ihren Sprüngen, besonderen Partner-Drehungen und ihrer Synchronizität.

Besonders unterhaltsam war der „Mädelsabend“

Die Tanzcompany Odenthal überzeugte auch in der zweiten Schicht, und zwar gleich mit zwei Inszenierungen: Das Stück „Dream“ demonstrierte, wie Musik –„One day“ mit der berühmten Rede von Martin Luther King – und Tanz harmonieren können; beispielsweise holten die Tänzer sich drehend gegenseitig ab, so dass niemand allein stand. In dem Stück „Ballast“ war der Name Programm: an einigen Stellen umwickelte ein Tänzer den anderen und wurde zu Ballast.

Besonders unterhaltsam war die Darbietung der Gruppe Shuffled mit ihrer Inszenierung „Mädelsabend im Märchenwald“: Nachdem sich Schneewittchen und weitere bekannte Märchenprinzessinnen erkennen, dass sie alle für denselben Märchenprinzen schwärmen, ist Schluss mit sanfter Dudelei: Zu „Fairytale gone bad“ von Sunrise Avenue lassen es die Dmane krachen: auch schauspielerisch.

Zum Abschluss brachten die Moving Flashlights eine Choreografie auf die Bühne, bei der die Funken, die vom Tanzen ausgehen, selbst fürs Publikum spürbar wurden: Bewusst holten sie Songs aus der Kiste, die gerade nicht in den Charts sind: „Back to the Future“ brachte Power in the House.

Zwischen Workshop und Auftritt

Bob Fosse, bekannt für seine großen Werke wie Cabaret, Sweet Charity und Chicago, ging als einer der markantesten Choreographen in die Broadway Geschichte ein. Melanie C. Day brachte diesen Stil am Samstag nach Gladbeck. Die Engländerin ist professionelle Tänzerin und Choreografin für Jazz-, Show- und Musical-Dance. Mit ihrer MDance Company tanzte sie zu „Human“. Sie verbindet gleichzeitig einen weiteren Charakter des Up-to-Dance-Festivals: Wer wollte, konnte am Sonntag einen Workshop bei ihr besuchen, in dem Interessierte die Choreografie einstudieren konnten.

Die ersten 25 Jahre Up-to-Dance-Festival können sich Interessierte in einem ein Video-Medley ansehen.

Viele weitere Fotos in einer Fotoshow auf WAZ.de/gladbeck

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