Kirchenzählung

Zum Gottesdienst in den Propsteipfarreien gibt es Fragebögen

In der Propsteikirche St. Augustinus werden Gottesdienstbesucher Sonntag gezählt. Wer mag, kann anonym einen Fragebogen ausfüllen und auch kundtun, in welche Richtung sich Kirche entwickeln soll.

In der Propsteikirche St. Augustinus werden Gottesdienstbesucher Sonntag gezählt. Wer mag, kann anonym einen Fragebogen ausfüllen und auch kundtun, in welche Richtung sich Kirche entwickeln soll.

Foto: Joachim Kleine-Büning / Funke Foto Services GmbH

Gelsenkirchen-Altstadt.  Eine besondere Kirchenzählung und Umfrage findet Sonntag in Gelsenkirchen statt. Messen-Besucher können anonym detaillierte Fragebögen ausfüllen.

Eine Kirchenzählung der ganz besonderen Art findet in den beiden Pfarreien St. Augustinus und St. Urbanus statt. „Am Sonntag, 10. November wird es in allen Kirchengottesdiensten zum ersten Mal nach ungefähr 20 Jahren wieder eine detaillierte Zählung geben – und zwar mit Fragebögen, die die Kirchenbesucher anonym ausfüllen können“, erklärt Mirco Quint, Pastor in St. Augustinus.

Normalerweise werden im März und im November Zählungen durchgeführt. Dann wird mit einem Zählgerät tatsächlich nur erfasst, wie viele Besucher gekommen sind. „Aber wer kommt, das weiß man nicht.“ Bei der Zählung am 10. November möchte die Kirchenleitung mehr über ihre Gläubigen herausfinden, um nach der Auswertung mehr auf ihre Wünsche eingehen zu können.“

Abgefragt wird zum Beispiel, woher die Besucher kommen. Ob sie nebenan im direkten Einzugsbereich der Kirche wohnen oder aus anderen Stadtteilen den Weg ins Gotteshaus finden. „Es kann ja sein, dass sie den Pastor besonders cool finden, dass es am Kirchenchor liegt, der sehr gefällt oder die Uhrzeit des Gottesdienstes ganz besonders gut ins sonstige Leben passt“, erklärt Quint.

Frage nach Form und Inhalten

Andere seien vielleicht von den Predigten eines bestimmten Pastors angetan oder finden die Art des Gottesdienstes ansprechend. „Wir möchten wissen, ob die Gläubigen mehr ein klassisches Hochamt schätzen, eine modernere Form bevorzugen oder ob zum Beispiel in Augustinus ein besonderer Bedarf besteht“, erklärt Quint den Sinn der Fragebögen.

Er vergleiche das mit einem Theater. „Theater ist der Oberbegriff, aber es ist ein großer Unterschied, ob eine Oper oder ein Broadway-Stück gezeigt wird“, so Mirco Quint. Es gebe auch überall Sonntagsmessen. Aber eine interessante Frage sei eben auch, welche äußere Form die Messe haben sollte – ob ein Familiengottesdienst bevorzugt wird oder eine andere Form. Quint: „Wir möchten auch wissen, ob viele Gläubige eine andere Musik hören möchten, welche Predigten sie mögen, ob sie eine andere liturgische Gestaltung bevorzugen oder vielleicht eine Messe mit besonderen Lichteffekten. Wir möchten herausfinden, in welche Richtung sich Kirche entwickeln soll.“

Bistum hat die Aktion allen Pfarreien angeboten

Die Fragebögen, die am 10. November verteilt werden, seien natürlich anonym. Rückschlüsse auf Personen könnten definitiv nicht gezogen werden. Die Bögen wurden vom Zentrum für angewandte Pastoraltheologie wissenschaftlich erarbeitet, die Universität Bochum und das Bistum Essen arbeiten zusammen. Das Bistum Essen hatte die Aktion allen Pfarreien angeboten, aber nur wenige würden tatsächlich mitmachen. „Es ist schade, denn man kann doch nur so besser verstehen, warum Menschen oft weite Wege in Kauf nehmen, um in eine bestimmte Kirche zu kommen“, ist Mirco Quint überzeugt.

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