Consol-Theater

Workshop „Liedesdienst“ verwandelt Lieblingssongs

Gabriele Czeschinski und Komponist Michael Gees leiten den Workshop „Liedesdienst“ im Gelsenkirchener Consol-Theater.

Gabriele Czeschinski und Komponist Michael Gees leiten den Workshop „Liedesdienst“ im Gelsenkirchener Consol-Theater.

Foto: Rautenberg

Gelsenkirchen.  Alte und neue Lieblingslieder zu neuem Leben erwecken will der Workshop „Liedesdienst“ im Consol-Theater. Willkommen sind aller Genres.

Ein Ohrwurm vom Lieblingslied hat sich festgesetzt im Kopf, drängelt sich rein in den Alltag, will nicht weichen – und beim zweitägigen Workshop „Liedesdienst“ im Consol-Theater muss er das auch nicht. Im Gegenteil: Er ist hochwillkommen bei den Initiatoren Gabriele Czeschinski und Michael Gees, geht es ihnen doch um die spielerische Umwandlung von Lieblingsliedern. Mit oder auch ohne Noten, versteht sich.

„Menschen, die gerne singen, Jung und Alt, Profis und Amateure, sind eingeladen, sich stimmlich und ideenreich auszuprobieren“, umreißt Pianist, Komponist und Improvisator Gees das neue Projekt Ende, das zweimal – Ende Oktober und Mitte November – stattfindet (s. Infobox). Es knüpft an das Konzept des Chores „Zukunftsmusik“ im Consol-Theater an, dessen sieben bis 15 Mitglieder dienstags um 17 Uhr singen, was ihnen einfällt, mal mit, mal ohne Vorgabe, am Klavier unterstützt von Gees, der Ideen aufgreift und weiterführt, stimmlich begleitet von der Lehrerin Czeschinski.

„Schlummernde Fähigkeiten aufnehmen und schöpferisch damit umgehen“

Ähnlich ist auch der Ablauf von „Liedesdienst“ geplant: „Wir wollen über ein Lieblingslied oder Teile davon schlummernde Fähigkeiten aufnehmen und schöpferisch damit umgehen“, so Gees. Genre- oder Kultur-Grenzen gelten dabei ausdrücklich nicht, betont er. Ob Volkslied, Popsong oder moderne bildhafte Musik, ob deutsche, fremdsprachige Songs oder Stücke aus dem arabischen oder fernöstlichen Kulturkreis oder Sequenzen aus klassischen Kompositionen: „Uns ist alles gleich willkommen, was den Teilnehmern am Herzen liegt, etwa weil es sie in einer wichtigen Lebensphase begleitet hat oder an eine besondere Situation erinnert“, sagt Gabriele Czeschinski.

Dass gemeinsames Singen nicht nur den Kopf freimacht, sondern auch die Herzen erreicht und Menschen verbindet, erlebt sie immer wieder. „Lieder haben einen emotionalen Wert, man erlebt dabei etwas Echtes“, ist sie überzeugt. Und wenn jemand nicht den gesamten Text oder die Melodie komplett erinnert? „Ist das überhaupt kein Problem. Nichtwissen ist schöpferisch und lässt etwas Neues entstehen“, stellt Gees klar, der ja Vokale Improvisation und Lied-Erfindung an der Kölner Musikhochschule unterrichtet.

Obertonsänger Lothar Berger dient als Intonationsstütze

Es werde niemand vorgeführt, keiner müsse vorsingen, jeder gehe auf in der Gemeinschaft, werde getragen vom Klavier, sagt das Leitungsduo. Glücklich ist es, in dem Obertonsänger Lothar Berger aus Köln einen Coach gefunden zu haben, der als natürliche Intonationsstütze diene und so jede Stimme aufwerte. „Er macht einfach einen tollen Sound, ist aber auch als Mensch mit großer Herzlichkeit bereichernd für das Projekt“, so Gees.

Wem kein Lieblingslied einfallen mag, aber trotzdem neugierig geworden ist auf „Liedesdienst“, der kann auf geliebte Stücke der Leiter Czeschinski und Gees zurückgreifen. Sie werden genügend Vorschläge im Repertoire haben: „Mir fallen so viele Lieder ein, die ich liebe. ,Weißt Du, wieviel Sternlein stehen?’, ,Bruder Jakob’ oder Songs von Simon and Garfunkel...“, sprudelt es aus der Lehrerin heraus, während Gees „Es waren zwei Königskinder“ nennt. Sie sind gespannt, was die Workshop-Teilnehmer daraus machen. Sehr gut singen können müssen die übrigens nicht. „Das ergibt sich“, bleibt Gees da ganz gelassen.

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