Innenstadtförderung

Wie Walnüsse und Textilien Gelsenkirchen voranbringen können

| Lesedauer: 2 Minuten
Walnüsse müssen nicht importiert werden: Gelsenkirchen will die Anpflanzung von Walnussbäumen mit einem Projekt auch im hiesigen Stadtgebiet voranbringen.

Walnüsse müssen nicht importiert werden: Gelsenkirchen will die Anpflanzung von Walnussbäumen mit einem Projekt auch im hiesigen Stadtgebiet voranbringen.

Foto: Patrick Seeger / dpa-tmn

Gelsenkirchen.  Die Stadt will die City-Ost-Erneuerung angehen und startet mit der Bewerbung für zwei Förderprojekte. Die drehen sich um Walnüsse und Textilien.

Die Stadt Gelsenkirchen bewirbt sich mit zwei Projekten für das Förderprogramm „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“ des Bundesministeriums des Inneren, für Bau und Heimat (BMI). So soll nach Angaben der Verwaltung vor allem die City-Ost im Bereich Weberstraße/Ringstraße von den Projekten profitieren. Hier stehen derzeit Ladenlokale leer, die mit neuem Leben gefüllt werden sollen.

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Beide Projekte sind hervorgegangen aus dem Festival „Walnuss und Gewebe – Gelsenkirchen produziert!“ in der Schalker St. Joseph-Kirche. Eine der Ideen zur urbanen Produktion knüpfe an die Tradition der Textilstadt Gelsenkirchen an, heißt es.

Walnuss-Anbau: Expertise von Zuwanderern soll helfen

Aus einem leerstehenden Ladenlokal in der Weberstraße soll ein sogenannter textiler Coworking-Hub werden. Ausgestattet mit 3D-Drucker und Strickmaschinen kann so ein offener Produktionsstandort für Start-ups und weitere Interessierte entstehen. Auch ein gemeinsames Marketing- und Vertriebssystem oder ein gemeinsamer Schauraum für die Produkte könnte entwickelt werden. Als Kooperationspartner sollen bereits etablierte Gelsenkirchener Unternehmen aus der Textilbranche sowie Berufskollegs aus der Region gewonnen werden, die im Bereich der Textiltechnik ausbilden.

Die zweite Projektidee setzt auf Walnüsse. Diese werden oft aus Kalifornien, der Türkei, aus Frankreich und anderen Regionen importiert – könnten allerdings auch in Gelsenkirchen wachsen, zum Beispiel auf öffentlichen Grünflächen, Straßen, Plätzen und privaten Gärten. Gerade zugewanderte Menschen sollen hier ihr Wissen einbringen können. Es gibt laut Stadt auch bereits Interessierte, die Bäume anpflanzen möchten. [Lesen Sie auch: So sollen Gelsenkirchens Zentren von Förderung profitieren]

Stadt Gelsenkirchen plant Stadterneuerung City-Ost

Beide Projekte sollen sich verbinden: Denn zur Erneuerung der Textiltradition kann auch die Walnuss ihren Beitrag leisten. Bestandteile der Walnuss-Schalen lassen sich zum Färben von Textilien nutzen. „Walnuss und Gewebe passen also gut zusammen, wenn es darum geht, neue Ideen zu entwickeln und umzusetzen“, heißt es in der Mitteilung der Stadt. Damit aus Ideen konkrete Projekte werden können, unterstützt das BMI mit Fördersummen von mindestens 200.000 Euro bis maximal 5.000.000 Euro.

Der Fokus auf die Textil- und Nussproduktion baut auf einer Analyse des Forschungsprojektes „Urbane.Produktion.Ruhr“ des Bundesbildungsministeriums auf. Die Umsetzungen der Ideen können laut Stadt zu Impulsprojekten für das neue Programmgebiet City-Ost in der Städtebauförderung werden. Im Haushalt der Stadt Gelsenkirchen sind bereits ab dem Jahr 2022 Mittel vorgesehen, um die Stadterneuerung City-Ost vorzubereiten.

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