Ausstellung

Wie Industrieglas in Gelsenkirchen zum Kunstobjekt wird

Glasarbeiten des Künstlers Alexander Voss sind ab Sonntag im Kunstmuseum Gelsenkirchen zu sehen. Die Werke entstanden auf Initive des Kunstvereins Gelsenkirchen in Kooperation mit der Glasfirma „Pilkington“.

Foto: Michael Korte

Glasarbeiten des Künstlers Alexander Voss sind ab Sonntag im Kunstmuseum Gelsenkirchen zu sehen. Die Werke entstanden auf Initive des Kunstvereins Gelsenkirchen in Kooperation mit der Glasfirma „Pilkington“.

Gelsenkirchen.   Der Kunstverein Gelsenkirchen hat den Duisburger Alexander Voß eingeladen, für die Reihe „Open Up“ Glas von Pilkington zu verarbeiten

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Das Unternehmen Pilkington, das inzwischen zur NSG-Gruppe gehört, liefert aus Gelsenkirchen-Rotthausen hochwertiges Spezialglas in alle Welt. Jetzt wird das veredelte durchsichtige Material zu Kunst im Raum: Der Duisburger Künstler Alexander Voß hat das Glas im Rahmen der Ausstellungsreihe „Open Up“ des Kunstvereins Gelsenkirchen zu transparenten Skulpturen verarbeitet.

Künstler treffen auf Unternehmen

„Bei ‘Open Up’ geht es uns darum, Künstler und Unternehmen mit ihren Ideen zusammen zu bringen“, erklärt Ulrich Daduna, der Vorsitzende des Kunstvereins.

„Open Up! (öffne Dich!)“ entstand als Motto, das für Künstler und Industrie gleichermaßen gelten soll. Inzwischen hat sich das vierte Gelsenkirchener Unternehmen für die Reihe geöffnet – und die Ergebnisse werden ab diesem Wochenende im Kunstmuseum Gelsenkirchen an der Horster Straße 5-7 gezeigt. Alexander Voß hat dafür Flachglas von Pilkington in ganz unterschiedlichen Größen bearbeitet, hat Stücke herausgeschnitten, Bruchstellen erzeugt und mehrere dieser bearbeiteten Glasscheiben übereinandergeschichtet. Fragil und doch wie ein wortloses Statement lehnen und hängen die Werke nun an den Wänden des Ausstellungsraumes.

Scheiben werden exakt geschnitten

„Bei mir werden die Wände immer auch zu einem Teil meiner Arbeit“, betont Voß, dem besonders die Linien, die sich abheben, wichtig sind: „Früher habe ich Linien gezeichnet, heute zeichne ich sie mit Whitebordmarker auf dem Glas vor und schneide dann exakt entlang der Linie.“

Jedes Werk sei vorher komponiert, zufällige Brüche gebe es hier nicht, betont Voß. Im Museum wirken die Linien mal wie zackige Börsenkurven, mal wie spitze Hausdächer. Pilkington-Sprecherin Birgit Kernebeck zeigt sich fasziniert: „Bei uns geht es ja immer um Präzision, darum, diese Glasscheiben im perfekten Zustand auszuliefern. So bearbeitet, wie sie jetzt sind, sieht man das Material aus einem ganz anderen Blickwinkel.“

Die Ausstellungseröffnung im Kunstmuseum Gelsenkirchen an der Horster Straße 5-7 wird am Sonntag, 7. Mai, um 11.30 Uhr mit einer Einführung von Dr. Christine Vogt (Ludwiggalerie Oberhausen) gestaltet.

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