Sammler

Weshalb ein Gelsenkirchener mehr als 200 Fahnen besitzt

Derzeit hat Wolf-Dieter Kuhlmann aus Gelsenkirchen-Feldmark eine „Glück Auf“-Fahne gehisst.

Derzeit hat Wolf-Dieter Kuhlmann aus Gelsenkirchen-Feldmark eine „Glück Auf“-Fahne gehisst.

Gelsenkirchen-Feldmark.  Wolf-Dieter Kuhlmann aus Gelsenkirchen-Feldmark begeistert sich schon in jungen Jahren für wehende Flaggen. Was er alles in seiner Sammlung hat.

Andere sammeln Briefmarken, Sneakers, Trikots oder Münzen, Wolf-Dieter Kuhlmann sammelt Fahnen. Mittlerweile 231 an der Zahl lagert der 63-Jährige an verschiedenen Orten in seinem Haus in der Schwindstraße im Stadtteil Feldmark. Schon als 14-Jähriger begeisterte sich Kuhlmann für die farbigen im Wind tanzenden Stofftücher. Damals erfreute sich der gebürtige Detmolder an den Fahnen der Hanseatischen Yachtschule in Glücksburg, die er mehrmals besucht hatte. Auch während seines Jura-Studiums in Kiel ließen ihn die Fahnen nicht los.

So war es zumindest für seine Frau Ute auch nicht verwunderlich, als noch vor dem Umzug ins eigene Haus in Gelsenkirchen ein Fahnenmast im Vorgarten errichtet worden war. „Schon bevor der Umzugswagen vor dem Haus stand, hatte mein Mann seine erste Fahne gehisst“, erzählt die 63-Jährige schmunzelnd. Wolf-Dieter Kuhlmann brachte damals ein Exemplar mit dem Gelsenkirchen-Wappen an.

Gelsenkirchener sammelt alle möglichen Fahnen

Mit der Zeit wurden es mehr und mehr. In seiner Sammlung finden sich Länder-, Bundesländer-, Regionen- und Städteflaggen, Fahnen verschiedener Fußballvereine, Olympiafahnen, Geburtstagsfahnen, eine Friedensfahne, eine tibetanische Gebetsfahne, eine „Christopher Street Day“-Fahne, eine Partyfahne und andere, die wichtige Ereignisse verbildlichen.

Eine konkrete Lieblingsfahne hat der Rechtsanwalt und Notar, der in Buer tätig ist, nicht. Um den Überblick zu behalten, führt er eine Liste, auf der er den jeweiligen Lagerort vermerkt. Je nach Anlass wehen seine Schmuckstücke dann im Wind.

Schalke gibt ihm keinen Grund die Fahne zu hissen

Manchmal für einen Tag, manchmal länger, aber es gibt auch Tage, an denen der Mast frei bleibt. Die letzte Anschaffung wurde von der Familie Jendral, einem lokalen Fahnen-Fachbetrieb in Horst, angefertigt. Den selbsterstellten Schriftzug „Wir sehen uns wieder!“ und ein Viren-Symbol zieren die gelbe Corona-Fahne. Die beiden Schalke 04-Fahnen liegen schon etwas länger herum.

„Eigentlich hisse ich die immer, wenn Schalke gewinnt, aber seit geraumer Zeit gibt es ja keinen Anlass mehr“, so Kuhlmann. Eine BVB-Fahne hat er von einer Kollegin erhalten. Wichtig war ihm aber vorab, den Schriftzug „Mein Verein“ in „Ein Verein“ zu verändern. Während der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 war es sogar so weit, dass die Flaggen der Mannschaften, die spielten, tageweise auf einer Leine aufgezogen wurden.

Auch die Kinder bemalen Flaggen

Teils bestellt er die Fahnen übers Internet, teils besorgt er sie in Souvenir-Shops, manche hat er aus Urlauben mitgebracht bekommen, andere lässt er extra anfertigen. Da er ein großer Radfan ist, schenkte ihm seine Frau eine mit Fahrradmotiven, im Gegenzug erhielt die Musiklehrerin an ihrem Geburtstag eine, auf der ihr Name mit Musikinstrumenten zu sehen ist. Auch die drei Kinder bereiteten ihrem Vater eine Freude, indem sie selbst kreativ wurden, Flaggen bemalten und nähten.

Unter anderem besitzt der 63-Jährige auch eine Fahne mit einem Schneemann. „Seit wir diese haben, hat es nur leider nicht mehr geschneit“, sagt Ute Kuhlmann. Dafür gehören mehrere Weihnachtsflaggen zum Bestand, die nach Lust und Laune in der Winterzeit gewechselt werden können. Als seine Frau Ute kürzlich aus einem Norddeich-Aufenthalt zurückkam, hing eine Flagge mit Seerobben und einer Meerjungfrau. Vorab hatte er aufgrund von Homeoffice eine Fahne seiner Anwaltspraxis gehisst. Auch die aktuelle Fahne hat eine Botschaft. Sie enthält den Aufdruck „Glück auf“.

>>>Info: Das Ende der Fahnenstange ist noch nicht erreicht

Die Fahnen haben alle eine Größe von einem Meter mal 1,50 Metern. Zu der Sammlung gehören unter anderem 96 Flaggen von Ländern, 18 von Bundesländern und 46 von Städten und Regionen.

Ein bestimmtes Ziel, wie viele Fahnen es noch werden sollen, hat Wolf-Dieter Kuhlmann nicht. Seine Frau meint: „Ich habe keine Bedenken, dass mein Mann irgendwann keine Fahnen mehr findet. Er findet immer einen Anlass.“

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