Kunst & Kultur

„Werkstatt“ in Buer zeigt Werke der Künstlerin Sabina Flora

Arbeiten der Köln lebenden Künstlerin Sabina Flora zeigt der Kunstraum „Werkstatt“ in Gelsenkirchen-Buer ab Freitag, 18. September.

Arbeiten der Köln lebenden Künstlerin Sabina Flora zeigt der Kunstraum „Werkstatt“ in Gelsenkirchen-Buer ab Freitag, 18. September.

Foto: Ingo Otto / FUNKE Foto Services

Gelsenkirchen-Buer.  Nach langer Corona-Zwangspause zeigt der Kunstraum „Werkstatt“ in Gelsenkirchen ab diesem Freitag Arbeiten der Kölner Künstlerin Sabina Flora.

Eine junge Frau lässt sich mit ausgebreiteten Armen nach hinten fallen und scheint dann schwerelos durch Raum und Zeit zu schweben. Ein Bild, das eindringlich das Lebensgefühl wiedergibt, mit dem sich die Kölner Künstlerin Sabina Flora in zahlreichen ihrer Werke auseinandersetzt. „Fermate“ titelt sie darum auch ihre Werkschau, die am Freitag, 18. September, in der Galerie „Werkstatt“ an der Hagenstraße 34 in Buer eröffnet wird.

„Fermate“, das meint so viel wie Ruhepunkt, Rast, Verweilen oder Nachhall. Zur Ruhe und damit zum kreativen Schaffen kommt die Künstlerin selbst vor allem, wenn es dunkel wird: „Ich bin eine echte Nachtarbeiterin. Wenn alles ruhig wird, gerät die Kunst in Fluss.“

Keine klassische Eröffnung mit Reden

Für den Kunstraum, aber auch für die Künstlerin selbst ist es nach langer Corona-Pause wieder die erste große Ausstellung. Heike Feddern vom Werkstatt-Verein freut sich über den Neuanfang: „Wir haben lange überlegt, was geht und was nicht.“ So wird es diesmal keine klassische Eröffnung mit Reden geben, stattdessen sind Interessenten im Zeitraum von 18 bis 22 Uhr eingeladen, in die Bilderwelt von Sabina Flora einzutauchen. Kommen zu viele Besucher auf einmal, müssen einige zunächst draußen warten und können erste Eindrücke durch die großen Schaufenster bekommen.

Der Kontakt der Kölnerin, 1961 in Bremen geboren, zum buerschen Kunstraum entstand über den Recklinghäuser Künstler Norbert Bücker, der selbst Ende 2019 in der „Werkstatt“ ausgestellt“ hatte. Beide gemeinsam zeigten sie ihre Arbeiten zudem im Vorjahr in Recklinghausen unter dem Titel „Reisen durch die Nacht“.

Meditative Videoarbeiten im abgedunkelten Hinterraum

Der Ruhe der Nacht spürt Sabina Flora vor allem im kleinen, abgedunkelten Hinterraum der Galerie nach, wo sie unter anderem mit ruhigen, fast meditativen Videoarbeiten vertreten ist. Fische umkreisen in einem Teich elegant und ruhig die Seerosen, Seifenblasen fliegen an anderer Stelle durch die Luft.

Die Werkauswahl erzählt von einem überaus kreativen Kopf, der Gegenstände und Eindrücke sammelt und visualisiert. Das künstlerische Konzept artikuliert die Künstlerin in so genannten Logbüchern, in Objektkästen, Zeichnungen, Collagen, Malerei und Videos. Bei der Auswahl der Werke orientiert sie sich ausdrücklich an der Atmosphäre des Raums.

Die Magie der Bilder ist vor allem intuitiv erfahrbar

Wohin die Reise bei der Deutung der Werke gehen soll, das entscheidet auch hier jeder einzelne Betrachter für sich. Sabina Flora: „Gerade bei den fünfteiligen Logbüchern, einer Art Leporello, kann der Betrachter seiner ganz eigenen Melodie und Stimmung folgen.“ Die Magie und Poesie dieser Bilder ist vor allem intuitiv erfahrbar. „Meine Logbuch-Leporellos erzählen keine Geschichten, sondern locken zum Erkunden der eigenen Resonanzräume“, sagt die Künstlerin.

Wie rätselhafte Traumsequenzen tauchen auf den Blättern Figuren, Fabelwesen, Stillleben, Textfetzen, Schriftfragmente auf. Titel tragen die Arbeiten nicht. Alles bleibt bruchstückhaft in der Schwebe. „Wie eine Reise zwischen den Welten“, eine spannende, ästhetisch reizvolle auf jeden Fall!

Eintritt in die Ausstellung ist frei

Die Ausstellung „Fermate“ wird am Freitag, 18. September, in der Zeit von 18 bis 22 Uhr in der Galerie „Werkstatt“ an der Hagenstraße 34 in Buer eröffnet. Zeitgleich dürfen sich nur zehn Personen im Kunstraum aufhalten. Die Ausstellung ist dienstags bis freitags von 16 bis 18 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei. Weitere Infos: www.werkstatt-ev.de.

Die nächste Ausstellung plant Sabina Flora im Oktober in Duisburg.

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