Neuer Verwarnungsgeldkatalog

Wer sich in Gelsenkirchen nicht benimmt, zahlt mehr Strafe

Müll und illegale entsorgter Abfall sind in Gelsenkirchen ein thematischer Dauerbrenner.

Foto: Olaf Ziegler

Müll und illegale entsorgter Abfall sind in Gelsenkirchen ein thematischer Dauerbrenner. Foto: Olaf Ziegler

Gelsenkirchen.  Stadt erhöht Verwarnungs- und Bußgelder. Raser, Falschparker, Müllsünder und Wildpinkler müssen tief in die Tasche greifen. Die Neuerungen.

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Die Stadt zeigt ab sofort all denjenigen die gelbe Karte, die sich in Gelsenkirchen daneben benehmen. „Unsauberkeit und Vermüllung sind absolut inakzeptabel“, sagte Oberbürgermeister Frank Baranowski bei der Vorstellung des neuen und verschärften Strafenkataloges am Dienstag. Zugleich kündigten die Ordnungspartner – Verwaltung und Polizei – an, ihre vernetzten Kontrollen deutlich auszuweiten.

Spüren werden das die Ertappten empfindlich im Portemonnaie. So wird unter anderem das Wegwerfen von Zigaretten und Kaugummis mit 25 Euro bestraft, das Liegenlassen von Hundekot und Wildpinkeln mit 55 Euro, die Entsorgung von Hausmüll in Papierkörben, das Abstellen von Elektroschrott, Farben und Baumaterial an Depotcontainern mit 100 beziehungsweise 500 Euro, sowie das Wegschmeißen von Altreifen mit 5000 Euro.

Kontrollen werden ausgeweitet

Falschparker und Raser sollten sich ebenfalls zurückhalten. Enge Straßen zuzustellen oder einen Behindertenparkplatz zu blockieren schlägt mit 25 respektive 35 Euro zu Buche – Abschleppkosten bis zu 250 Euro nicht mitgerechnet.

Um verstärkt in der Fläche zu wirken, rüstet die Stadt auf. Referatsleiter Hans-Joachim Olbering schickt ab Herbst acht Mitarbeiter mit neuster Radartechnik auf die Straße, um den fließenden Verkehr zu überwachen, dazu 14 Mitarbeiter für den ruhenden – die Kontrollen der Polizei sind dabei nicht mitgerechnet.

Auch Ulrich Husemann von Gelsendienste lässt nach der Ankündigung des OB, „unkonventionelle Wege zu gehen“, Taten folgen. Neben den seit einiger Zeit schon im Einsatz befindlichen vier Mülldetektiven, sind bereits seit zwei Monaten Teams im Stadtgebiet unterwegs, die an sogenannten Depotcontainern „Müllsünder observieren, fotografieren oder filmen und zur Rechenschaft ziehen“.

500 Verfahren eingeleitet in 24 Monaten

Ein Weg mit Potenzial, wie erste Ergebnisse zeigen. In den vergangenen 24 Monaten sind so von den Detektiven 500 Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet „und 50 Prozent bereits rechtskräftig beendet worden“. Die zusätzlichen Observationsteams haben zudem in den vergangenen acht Wochen 29 solcher Verfahren eingeleitet.

Wer ertappt wird bei einem Vergehen, wird im Rahmen einer kürzeren Übergangszeit nicht sofort zur Kasse gebeten – sofern er oder sie sich einsichtig zeigt und den Fauxpas umgehend korrigiert. Weil aber jetzt zugleich mit Flyern und Plakaten auf die neuen Regeln nachdrücklich hingewiesen wird, lassen die Ordnungshüter die üblichen Ausreden wie „Das habe ich nicht gewusst“ alsbald nicht mehr gelten.

Orte häufiger Beschwerden haben die Behörden dabei im Blick – zuletzt Präsenz gezeigt haben sie auf Flohmärkten, im Quartier Graf Bismarck am Hauptbahnhof oder eben wie zuletzt bei der Razzia in weiten Teilen des Stadtgebiets.

Die Maschen des Kontrollnetzes von Polizei und Stadt – sie werden enger.

>> Weniger Vandalismus bei Papierkörben

Seit 2017 hat Gelsendienste die Zahl der Papierkörbe auf 2500 verdoppelt und auch deren Befestigung verstärkt. Mit dem Ergebnis, dass die blauen Behälter nur noch hin und wieder Ziel von Vandalismus werden. Waren es früher 100 im Jahr, die zerstört wurden, so sind es jetzt ein bis zwei – vielleicht auch wegen der flotten Sprüche und der blauen Farbe. Aber: Im Gegenzug hat sich die Müllmenge darin verdreifacht.

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