Weihnachtskrippen

Wenn es in der Krippe voll wird

In der Propsteikirche St. Augustinus am Neumarkt ist zur Weihnachtszeit eine große Krippe aufgebaut.

In der Propsteikirche St. Augustinus am Neumarkt ist zur Weihnachtszeit eine große Krippe aufgebaut.

Foto: Michael Korte

Gelsenkirchen.   Zu Maria, Josef und dem Jesus-Kind stoßen nun die Heiligen Drei König hinzu. Auch in der historischen Krippe in St. Augustinus in Gelsenkirchen treffen die 75 Jahre alten Königsfiguren ein.

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Krippen gehören zu Weihnachten dazu. Ob unter dem Tannenbaum im heimischen Wohnzimmer oder am Altar in der Kirche. Mit dem Ende der Weihnachtsfeiertage muss die Krippe aber nicht zwangläufig verschwinden. Denn erst zum Fest der Heiligen Drei Könige am 6. Januar ist die Krippenlandschaft mit Kasper, Melchior und Balthasar komplett.

„Wir feiern jetzt erst den Höhepunkt der Weihnachtszeit“, erklärt Propst Manfred Paas von der St. Augustinus-Gemeinde. „Mit dem Erscheinen der Heiligen Drei Könige feiert auch die Ostkirche das Weihnachtsfest und stimmt mit ein“.

Viele Krippen wurden zerstört

Die Krippe in der Propsteikirche St. Augustinus wurde vom Bildhauer Flüchter gebaut und wird seit 1937 aufgestellt. Sie zählt sie zu einer der wenigen historischen Krippen im Bistum Essen.

Das liegt vor allem daran, dass im zweiten Weltkrieg viele dieser alten Krippen zerstört wurden. Das Geld reichte meist für eine neue Krippe oder um die Alte zu restaurieren. Für zusätzliche Krippenfiguren war es aber zu wenig. Nach und nach wurde etwas hinzugekauft. Daher sind die meisten Krippen im Bistum Essen nicht älter als 50 Jahre.

Liebevolle Restauration

1944 wurde auch die St. Augustinus-Kirche bei einem Bombenangriff getroffen. Die Krippe mit allen Figuren lagerte damals, wie auch heute, auf dem Dachboden und wurde nicht zerstört. Kurz vor Weihnachten werden alle Utensilien in die Kirche heruntergelassen. Damals geschah dies noch mit Handbetrieb, heute gibt es einen elektrischen Aufzug.

Fünf Gemeindemitglieder kümmern sich um den Aufbau der Krippe, der sechs Stunden dauert. Hinzu kommt die Zeit des Aufstellen der Weihnachtsbäume. Vor dem Marienalter sind nun die fast lebensgroßen Figuren und 20 Tiere zu sehen. Unter dem Stalldach liegt das kleine Jesus-Kind. Über ihm eine Taube, das christliche Symbol für den Heiligen Geist. Ein Engel wacht an der rechten Säule und jede Figur verbeugt sich demütig. Die drei Könige vervollständigen das Bild. Rund 600 Menschen täglich besuchen nach eigener Aussage die Propsteikirche während der Weihnachtszeit. Unter ihnen auch Auswärtsstämmige. Ende der 1990er Jahre wurde die Krippe liebevoll von Schreinermeistern restauriert.

40 Tage muss die Krippe stehen

Nach christlicher Tradition wird der Stall 40 Tage nach dem Weihnachtsfest, am 2. Februar, abgebaut. Bis dahin gibt es noch genügend Zeit sich die Krippe täglich in der offenen Kirche anzuschauen. Zum Gebet an der traditionellen Krippe lädt die Kolpingsfamilie Gelsenkirchen-Zentral am 8. Januar um 19 Uhr ein.

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